Termin steht fest

Gläserne Werkstatt öffnet am 22. Oktober

Die „Gläserne Werkstatt“ entsteht im ehemaligen Appelrath Cüpper.
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Die Gläserne Werkstatt entsteht im ehemaligen Appelrath Cüpper.

Stadtentwicklungsgesellschaft bleibt Träger des Projekts zur Urbanen Produktion und sucht Finanzierungsmodell.

Von Philipp Müller

Solingen. Neu im Boot der Gläsernen Werkstatt ist Gloria Göllmann. Die Geschäftsführerin der Immobilien- und Stadtortgemeinschaft Ohligs kümmert sich zunächst drei Monate lang um das Programm. Zugleich gestaltet sie die Eröffnungsfeier. „Die Gläserne Werkstatt öffnet am 22. Oktober“, berichtet sie.

Carsten Zimmermann, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG), in deren Verantwortung des Projekts der Werkstatt liegt, bestätigt den Termin Ende Oktober. Der ist auch notwendig, denn der Förderzeitraum für die EU-Mittel läuft kurz darauf aus.

Das als Leuchtturmprojekt für die Solinger Innenstadt geplante Konzept der „Gläsernen Werkstatt“ litt zuletzt unter ständigen Verschiebungen des Öffnungstermins. Carsten Zimmermann von der SEG hatte dazu im Mai dieses Jahres erneut aufwendige Sanierungs- und Brandschutzarbeiten im ehemaligen Kaufhaus an der Solinger Hauptstraße angeführt.

Die Stadt übernimmt im ehemaligen Appelrath Cüpper auch für die Eigentümer Sanierungsaufgaben. Die SEG bleibt weiterhin Träger der Werkstatt, die bis 2027 an der Hauptstraße angemietet wurde.

Uta Schneider, die Geschäftsführerin der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW), sagt, dass nun für alle sieben Projekte „Urbane Produktion im Bergischen Städtedreieck“ die Zeit für die Abschlussveranstaltungen ansteht, sonst droht Ärger mit den Fördergebern, sind die Projektziele nicht erreicht. Die BSW hatte das Fördermanagement und die Projektsteuerung übernommen. Von den mehr als vier Millionen Euro Fördersumme gehen allein mehr als zwei Millionen Euro in die Gläserne Werkstatt.

Der Druck wird größer, den bisher feststehenden zwölf Mietern – die meisten aus der Stahlwarenbranche – die versprochene Plattform zu bieten. Zimmermann berichtet daher: „Ich freue mich, dass wir mit Gloria Göllmann eine versierte, ideenreiche und bestens vernetzte Person für uns gewinnen konnten.“

Für das Gesamtprojekt „Urbane Produktion“ läuft die Förderung Ende November aus. „Eine Verlängerung für Teile aus dem gesamten Projekt ist nicht möglich“, erläutert der SEG-Geschäftsführer. Das Rathaus hatte darauf eine Zeit lang gehofft.

Uta Schneider von der BSW erklärt, dass das Projekt am Arrenberg in Wuppertal bereits läuft. In Remscheid fand am Donnerstagabend die Abschlussveranstaltung statt. Abschluss ist dabei im Rahmen einer Eröffnung technisch so zu verstehen, dass das Projekt die zur Förderung beantragten Schritte erledigt hat. Das steht nun für die Gläserne Werkstatt noch an. Die anderen fünf Projekte müssen bis Ende November nicht nur ihre Reife beweisen, sondern ebenfalls mit einer Veranstaltung zum Ende gebracht werden.

Zur Reife gehört auch, dass die Werkstatt bis Ende November erklärt, wie es weitergehen soll. Die Stadt hat die Gläserne Werkstatt bis Ende 2027 gemietet. Das weiß auch Carsten Zimmermann und sagt: „Von Anfang an war klar, dass wir eine Trägerstruktur für die Zeit nach der Förderphase aufbauen müssen. Die intensiven Vorbereitungen laufen. So viel schon jetzt: Die SEG bleibt beteiligt und wird sich in die neue Trägerstruktur einbringen. Und sie wird die Übergangszeit sichern.“

Mit Übergangszeit ist gemeint, dass die Ideen zum Start auch weiter als über die Abschlussveranstaltung zur Eröffnung hinaus Bestand haben. Zimmermann sieht das gesamte Projekt auf der sicheren Seite. „Um die Gläserne Werkstatt zu verstehen, muss man wissen: Sie wird nicht am Tag X eröffnet und ist dann fertig. Sie ist ein laufender Prozess. Sie lebt von der Beteiligung, sie wird immer wieder anders sein. Sie wird sich an Entwicklungen anpassen und an den Bedarf der Unternehmen sowie an die Wünsche der Menschen, die sie mitgestalten und die als Besuchende kommen“, erklärt der Beamte aus dem Rathaus.

Standpunkt von Philipp Müller: Zerbrechliche Struktur

philipp.mueller@solinger-tageblatt.de

Jetzt geht alles ganz schnell mit der Gläsernen Werkstatt. Muss es auch, denn öffnet sie nicht im Zeitraum, den die EU als Förderrahmen vorgegeben hat, dann fließt das Geld aus Brüssel nicht.

Die Idee, einen Leuchtturm in der Innenstadt zu errichten, ist wegweisend für die Zukunft der City. Aber eben auch nur dann, wenn das Projekt auch läuft. Es ist eine zerbrechliche Struktur. Und die ist auf Erfolg angewiesen. Denn als Leuchtturm soll die Werkstatt nicht nur allen aus nah und fern den Weg in die City anzeigen. Die Werkstatt soll auch Zeichen setzen, wie sich die Innenstadt künftig entwickeln könnte.

Mit Gloria Göllmann ist jetzt eine Frau ins System Werkstatt integriert, die viel von der Ohligser Aufbruchstimmung mitbringen wird. Aus guten Gründen: Da sind jetzt diejenigen nicht gefragt, die schon immer wussten: „Das wird nix, habe ich immer gesagt!“ Es sind die in großer Zahl gefragt, die sich kreativ einbringen können und wollen – und denen Solingen am Herzen liegt. Die City hat nicht mehr viele Chancen.

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