Informationsgespräch am Donnerstag

Geplanter Stauraumkanal polarisiert weiter

Die Bürgerinitiative hat eine Petition gegen die Pläne gestartet. Herbert Kremer zeigt links einen Baum, der gefällt werden müsste. Foto: cb
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Die Bürgerinitiative hat eine Petition gegen die Pläne gestartet. Herbert Kremer zeigt links einen Baum, der gefällt werden müsste.

FDP weist Erhalt von Bäumen als unrealistisch zurück.

Von Kristin Dowe

Solingen. Der geplante Stauraumkanal an der Tunnelstraße in Ohligs, für dessen Bau im September der Startschuss fallen soll, sorgt auch in der Politik für Kontroversen. Während sich die CDU-Fraktion im Stadtrat kürzlich dafür ausgesprochen hatte, die 38 Bäume im Eingriffsbereich der Baustelle zu erhalten, sofern dies umsetzbar sei, wies die FDP diese Möglichkeit grundsätzlich als unrealistisch zurück. „Dies ist weder technisch noch finanziell machbar“, äußert sich Norbert Rilk, Bezirksvertreter der FDP in Ohligs, in einer Pressemitteilung. „Selbst der Erhalt von 24 Bäumen würde Mehrkosten für den Stauraumkanal in Höhe von 1,65 Millionen Euro verursachen.“

Auch weil das Planetarium Galileum im Falle einer Sperrung der Tunnelstraße nicht mehr erreichbar wäre, lehnten die Liberalen diese Forderung ab. Dr. Frank Lungenstraß, Leiter des Galileums, meldete gegenüber dem Tageblatt diesbezüglich ebenfalls Bedenken an, hielt sich mit Kritik aber zunächst zurück. „Das Informationsgespräch mit der Stadt möchten wir erst mal abwarten.“ Dieses ist für kommenden Donnerstag, 11. Februar, als Videokonferenz geplant – auch Vertreter der Bürgerinitiative „Rettet das Biotop Tunnelstraße!“, die sich unter anderem aus Anwohnern zusammensetzt und das Projekt skeptisch sieht, werden dabei zu Wort kommen.

Mittelfristiges Ziel des Vorhabens ist, die Gewässerqualität des Lochbachs zu verbessern. Nach Angaben der Stadt ist die Maßnahme auch aufgrund gesetzlicher Auflagen unumgänglich, welche die Kommunen zur Reinhaltung ihrer Gewässer verpflichten. Die vier Regenüberläufe, die sich aktuell im Bereich der Tunnelstraße und der Deusberger Straße befinden, entsprechen nicht mehr dem neuesten Stand der Technik, so dass große Mengen Schmutzwasser in den Lochbach abgeleitet werden. Deshalb „hat der Gewässerschutz in diesem Fall Vorrang“, argumentiert Dr. Esther Heidbüschel, Sprecherin der FDP im Umweltausschuss, weiter. Dieser sei Voraussetzung für ein intaktes Ökosystem. Für die zu fällenden Bäume müsse es möglichst im Bereich Ohligs Ersatzpflanzungen geben – einige Ausgleichsmaßnahmen sehen die Pläne der Stadt auch vor.

Unklar ist noch, für welche Tier- und Pflanzenarten die Arbeiten möglicherweise negative Folgen haben könnten und in welchem Umfang. ST-Leser Onie Horst Dorsten, der die Maßnahme befürwortet, gibt zu bedenken, dass es keine Beobachtungsdokumentationen in den bekannten Meldeportalen etwa zu Eisvögeln und Fledermäusen gebe, die Kritiker des Projekts als betroffene Arten anführen. Die Bürgerinitiative entgegnete dem, dass nicht jede Sichtung auch von Bürgern gemeldet werde. „Tatsache ist aber, dass das Vorkommen eines Eisvogelpaares, auch während der Brutzeit, seit Jahren fotografisch durch nahe am Biotop lebende Personen dokumentiert wurde“, heißt es.

Für rege Diskussionen sorgt ein Bauvorhaben der Stadt, das auf Dauer die Gewässerqualität des Lochbachs verbessern soll.

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