Einkaufen mit Termin ab Montag

Gemischte Gefühle bei Solinger Händlern

Auch Blumenläden und Gartenmärkte gehören zu den Geschäften, die Kunden wieder in begrenzter Zahl einlassen dürfen.
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Auch Blumenläden und Gartenmärkte gehören zu den Geschäften, die Kunden wieder in begrenzter Zahl einlassen dürfen.

Deutlich früher als erwartet hat die Landesregierung am Freitag die aktualisierte Corona-Schutzverordnung veröffentlicht.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Demnach dürfen ab Montag nicht nur Schreibwaren-, Blumengeschäfte, Buchhandlungen und Gartenmärkte öffnen. Allen anderen Läden ist es erlaubt, Terminshopping anzubieten. Bei den Solinger Einzelhändern sorgt diese Ankündigung für gemischte Gefühle.

„Wir freuen uns, unsere Kunden wiederzusehen“, sagte etwa Ralf Kohns. Der Chef von Expert Schultes begrüßt die Entscheidung, die Öffnungen vom landesweiten Inzidenzwert abhängig zu machen. Ansonsten hätte „Einkaufstourismus“ gedroht. Ähnlich sieht das Frauke Pohlmann, Goldschmiedin und Vorstandsmitglied der Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft. Sie sieht in der Teilöffnung „einen Schritt in die richtige Richtung“. Die Situation sei aber weiterhin von Unsicherheiten und offenen Fragen geprägt.

Die gibt es in der Tat. Zwar orientieren sich die Lockerungen in der Corona-Schutzverordnung grundsätzlich an der NRW-Inzidenz. Doch es gibt Spielräume für lokale Unterschiede. Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt etwa „nachhaltig und signifikant“ über 100, muss die dortige Verwaltung zusätzliche Schutzmaßnahmen in Absprache mit dem NRW-Gesundheitsministerium prüfen. Derzeit seien jedoch keine weitergehenden Maßnahmen für den Einzelhandel in Solingen angedacht, bestätigte Stadtsprecherin Sabine Rische. Zum ersten Mal seit dem 11. Februar lag der Inzidenzwert in Solingen am Freitag mit 98,6 unter 100.

Wie viele seiner Kollegen bereitet sich Ralf Kohns also auf das Einkaufen mit Termin vor. Er hadert mit der Regelung. „Discounter und Supermärkte sind voll, aber uns wird nicht zugetraut, auf die Kundenzahl zu achten“, sagt das Vorstandsmitglied des Werbe- und Interessenrings Solinger Innenstadt. Pro Kunde müssen 40 Quadratmeter zur Verfügung stehen. In Kohns’ Elektrofachmarkt dürfen sich demnach maximal 20 Kunden gleichzeitig aufhalten. „Das können wir auch ohne Termine überblicken“, sagt der Inhaber.

Die Terminvergabe bedeute großen Aufwand, für jeden Kunden plant er eine Stunde Beratung ein. Ob das Angebot angenommen wird, müsse sich zeigen. „Wir probieren es aus und schauen, ob der Einsatz die Kosten deckt.“ Zweifel daran hat Lutz Nippes. Der Inhaber des Schuhhauses Hugenbruch rechnet vor: „Um Click and Meet anbieten zu können, muss man Mitarbeiter aus der Kurzarbeit holen. Gleichzeitig machen wir aber höchstens die Hälfte des Umsatzes.“

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