In der Walder Kirche

Krieg in der Ukraine: Friedensgebete immer donnerstags

Viele Menschen kamen am Donnerstagabend zum ökumenischen Friedensgebet in die Walder Kirche. Foto: Michael Schütz
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Viele Menschen kamen am Donnerstagabend zum ökumenischen Friedensgebet in die Walder Kirche.

Ökumenisches Friedensgebet findet auch an den kommenden Donnerstagabenden statt.

Von Rainer Lange

Solingen. Am Donnerstagabend sind mehr als 100 Solingerinnen und Solinger einer Einladung der evangelischen Gemeinde Wald und der katholischen Gemeinde St. Sebastian zum Friedensgebet gefolgt. Die Einladung zum ökumenischen Friedensgebet war noch in der Hoffnung erfolgt, für andauernden Frieden zu beten. Die Realität war seit dem frühen Donnerstagmorgen eine andere – der Angriffskrieg.

Das Unfassbare war eingetreten. Pfarrer Bernd Reinzhagen mahnte mit kraftvollen Worten, nicht mit der Diplomatie aufzuhören. „Auch wenn wir vielleicht im Sinn haben, dass es nutzlos ist, dass der Partner unberechenbar ist“, so Reinzhagen, der Gesprächsfaden dürfe dennoch nicht abreißen.

Die Gemeinschaft der Betenden beruhigt in der Ohnmacht

Viele der Anwesenden waren immer noch überwältigt von den aktuellen Geschehnissen. „Ich habe es zuerst im Radio gehört und wollte es erst gar nicht wahrhaben“, sagte Ulrike Quintar sichtlich mitgenommen von den Ereignissen des Tages. Stephan Mertens ist an diesem Abend wichtig: „Es ist gut, dass wir nicht allein zu Hause sitzen.“ Beten könne zwar nicht die Probleme lösen, aber die Gemeinschaft der Betenden beruhige einen selbst in der Ohnmacht und den Ängsten.

Der ehemalige Direktor des Gymnasiums Vogelsang, selbst Jahrgang 1954, ist im kalten Krieg groß geworden, mit der dauernden Angst, es können zum Schlimmsten kommen. Nach der Öffnung und der Entspannung seit der Zeit der deutschen Wiedervereinigung habe er mit einer solchen Eskalation nicht mehr gerechnet. Er sieht jedoch auch die deutsche Beteiligung an anderen Kriegsschauplätzen kritisch. Auch der wirtschaftliche Faktor der Rüstungsindustrie dürfe nicht verschwiegen werden: „Deutschland verdient daran auch ganz gut.“

Besucherin Anne Wehkamp hat freundschaftliche Beziehungen in die Ukraine. Die frühere Integrationsbeauftragte zeigte sich tief erschüttert. „Das kann einen nicht gleichgültig lassen. Ich hoffe, wir kriegen den Geist wieder in die Flasche“, beschreibt sie die Furcht vor einer Kettenreaktion, die an der Ostgrenze der Nato nicht Halt macht.

Der katholische Gemeindeassistent Alexander Grüder, Superintendentin Dr. Ilka Werner, Bürgermeisterin Ioanna Zacharaki sowie Ursula Müller von der evangelischen Gemeinde und Heinz-Peter Reyer von der katholischen Pfarrgemeinde sprachen Texte, Gebete und Fürbitten.

Ohnmacht und Furcht gemeinsam zu begegnen und die Erkenntnis eines früheren BAP-Songs bleiben allen Teilnehmenden des Friedensgebets: „Wenn et Bedde sich lohne däät, wat meinste wohl, wat ich dann bedde däät.“

Das Friedensgebet findet auch an den kommenden Donnerstagabenden, 18 Uhr, in der Walder Kirche statt.

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