Evangelischer Kirchenkreis

Gemeinden wollen selbstständig bleiben

Dem Evangelischen Kirchenkreis gehören zehn Gemeinden mit ihren Gotteshäusern an. Archivfotos: cb, mis, ate, to
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Dem Evangelischen Kirchenkreis gehören zehn Gemeinden mit ihren Gotteshäusern an, darunter auch die Lutherkirche.

Synodalvorstand des Evangelischen Kirchenkreises spricht sich für Kooperationen anstelle von Fusionen aus.

Solingen. Die evangelischen Kirchengemeinden wollen künftig stärker zusammenarbeiten und mehr als bisher auf Kirchenkreisebene planen. Dies ist nötig, damit alle zehn Gemeinden angesichts sinkender Mitgliederzahlen und zurückgehender Einnahmen selbstständig bleiben können. Der Synodalvorstand des Evangelischen Kirchenkreises schlägt der Kreissynode einen solchen Grundsatzbeschluss vor. Die Synode tagt Ende nächster Woche digital.

Unter dem Titel „Klingenkirche 2030“ hat der Kirchenkreis einen Prozess eingeleitet, um die Gemeinden und ihre Arbeit für die Zukunft neu auszurichten. Superintendentin Dr. Ilka Werner hatte im vergangenen Jahr davor gewarnt, dass den kleinen Gemeinden bald die Finanzkraft fehlen werde, um weiterhin jeweils alleine für die nötige Ausstattung zu sorgen. Zwei Alternativen standen zur Debatte: Entweder die Gemeinden schließen sich zu drei oder vier großen Gemeinden zusammen oder sie bleiben selbstständig, müssen aber ihre Verantwortung für Personal und Gebäude abgeben.

Nach ausführlichen Beratungen mit den Presbyterien und Vorständen schlägt der Kreissynodalvorstand vor, dass die Gemeinden in den kommenden Jahren in den bestehenden Grenzen weiterbestehen. Dafür hatten sich nach Angaben von Kirchenkreis-Sprecher Pfarrer Thomas Förster in den vergangenen Wochen die Vertreter fast aller Gemeinden ausgesprochen.

Damit dies auch in Zukunft möglich ist, wollen die Gemeinden in Zukunft enger zusammenarbeiten und „stärker als bislang gemeinsam auf der Ebene des Kirchenkreises planen und organisieren“. Förster: „Damit soll sichergestellt werden, dass auch Menschen in den kleinen Gemeinden zuverlässig pastoral versorgt werden.“ „Innovative und herausgehobene Angebote“ sollen auch in Zukunft möglich sein. Wenn einzelne Gemeinden damit alleine überfordert sind, soll eine stärkere synodale Zusammenarbeit gesucht werden.

Wie weit die engere Zusammenarbeit gehen soll, darüber gebe es innerhalb des Kirchenkreises noch „sehr unterschiedliche Positionen“. Förster kündigt an: „Darum finden weitere Beratungen mit den Presbyterien statt.“

„Persönliche Gespräche und lebendige Debatten würden uns weiterhelfen.“

Dr. Ilka Werner, Superintendentin

Für Juni ist die nächste Synode geplant. Während die Tagung in der kommenden Woche digital stattfinden wird, hofft Dr. Werner auf eine Präsenzsitzung in drei Monaten. „Um bei diesen schwierigen Themen entscheidend weiterzukommen, würden uns persönliche Gespräche und lebendige Debatten, wie sie im Plenum eines gemeinsamen Tagungssaals möglich sind, wirklich weiterhelfen.“ Sie bedauert: „Leider ist das wegen Corona jetzt fast schon ein Jahr nicht mehr möglich.“

Falls die Synode nächste Woche dem Vorschlag des Synodalvorstandes folgt, könnte laut Werner auf dieser Grundlage an detaillierten Konzepten weitergearbeitet werden. Es gehe darum, wie die neue Zusammenarbeit zum Beispiel hinsichtlich der Finanzen, der Verteilung von Personalstellen und der gemeinsamen Planung wichtiger Arbeitsfelder ausgestaltet werden könne. Auch diese Fragen sollten nach Werners Meinung „intensiv in Presbyterien, Gremien und der Synode beraten“, bevor sie zur Abstimmung gestellt werden.

Weichen für die Zukunft soll die Synode laut Förster auch im Bereich der synodalen Arbeit stellen. Dabei soll es um die Themen „innovative Gemeindearbeit“ und „digitale Kirche“ gehen.

Anmeldung: Die Synode findet am Freitag, 19. März, von 18 bis 21 Uhr als Videokonferenz statt. Sie ist öffentlich. Gäste, die sie am Monitor verfolgen wollen, sollen sich bis Mittwoch, 17. März, per Mail (siehe unten) anmelden. Die Zugangsdaten werden spätestens am Vormittag des Synodentages per Mail verschickt.

suptur@evangelische-kirche-solingen.de

Kirchenkreis

Gemeinden: 40 000 Solinger sind Mitglied der Evangelischen Kirche. Sie sind in zehn Gemeinden organisiert: Dorp, Gräfrath, Ketzberg, Lutherkirche, Merscheid, Ohligs, Rupelrath, Stadtkirche, Wald und Widdert.

Gremien: Richtungsentscheidungen fällt auf Kreisebene die Synode. Sie besteht aus 69 Delegierten der Gemeinden. Dem Synodalvorstand gehören Superintendentin Dr. Ilka Werner, ihre Stellvertreter Thomas Förster und Friederike Höroldt sowie der Synodalälteste Stefan Dalaff an.

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