Gemeinden bereiten junge Mitglieder online vor

Pfarrerin Friederike Höroldt beim symbolischen Handreichen am Ende des Konfirmandenunterrichtes per Zoom-Konferenz. Foto: Christian Beier
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Pfarrerin Friederike Höroldt beim symbolischen Handreichen am Ende des Konfirmandenunterrichtes per Zoom-Konferenz.

Gruppenstunden für Konfirmation, Erstkommunion und Firmung finden vor allem als Videokonferenzen statt

Solingen. Im Sommer sind sie mit Präsenzangeboten für Kinder und Jugendliche gestartet. Doch mit dem erneuten Lockdown ab Dezember müssen die Solinger Kirchengemeinden auch die Vorbereitung auf Konfirmation, Kommunion und Firmung anders gestalten. Der Unterricht reicht von Videokonferenzen bis hin zu Gottesdiensten in kleinen Gruppen.

Pfarrerin Friederike Höroldt von der evangelischen Stadtkirchengemeinde hält seit November über Whatsapp und Videokonferenzen Kontakt zu ihren 27 Konfirmanden. Jeden Dienstag treffen sie sich zur Online-Runde. „Wir machen immer eine Wie-geht’s-dir-Runde, spielen etwas oder sprechen über Themen.“ Höroldt baut zudem weitere Elemente in ihren Distanzunterricht ein. So sollten die „Konfis“ per Whatsapp Fragen stellen und diese dann aus Gottes Sicht beantworten. Vor Weihnachten drehten sie sogenannte Paperclips, kurze Filme mit Papierfiguren, die auf dem Youtube-Kanal der Gemeinde zu sehen sind. „Aber es bleibt eine Herausforderung“, sagt die Pfarrerin. „Seitdem auch der Schulunterricht digital erfolgt, habe ich den Eindruck, dass meine Konfis der Videokonferenzen etwas müde werden.“ Lebhafte Diskussionen passierten dort eher nicht. „Das finde ich schade.“

Nach den Sommerferien gab es in den evangelischen Gemeinden zunächst coronagerecht organisierte Treffen vor Ort, berichtet Pfarrer Thomas Förster, Pressesprecher des Kirchenkreises. In Dorp trafen sich Pfarrerin Raphaela Demski-Galla und ihr Kollege meist im Freien an der Dorper Kirche mit ihren Konfirmandinnen und Konfirmanden. Nachdem in den Herbstferien die Infektionszahlen deutlich angestiegen waren, stellten die meisten Gemeinden auf Videokonferenzen um. Pfarrerin Kristina Ziegenbalg in Widdert und Pfarrer Christof Bleckmann aus Ketzberg verknüpfen die Online-Treffen mit analogen Kreativ-Aktionen. Förster: „In Widdert pflanzten Konfis einzeln lebendiges Grün auf dem Gemeindefriedhof oder packten zu Hause Päckchen für Alleinstehende, in Ketzberg gestalteten die jungen Leute mit ihren Familien bunte Adventsfenster.“

Doch die direkte Begegnung fehlt. „Der Kontakt per Zoom bedeutet naturgemäß nur eine eingeschränkte Kommunikation. Das Lachen zum Beispiel, das zu den Konfirmandentreffen eigentlich auch dazugehört, fehlt mir sehr“, sagt der Merscheider Pfarrer Dirk Stark. Pfarrer Klaus Hammes aus Ohligs verzichtet auf ein regelmäßiges Online-Angebot und verschickt stattdessen Impulse per Mail. So bekamen die Konfirmanden die Aufgabe, Briefe für Menschen in der Senioreneinrichtung Senvital zu schreiben.

Auch die katholischen Gemeinden mussten die Vorbereitung für Erstkommunion und Firmung wegen des Lockdowns neu organisieren. In der katholischen Pfarrei St. Johannes der Täufer seien in der Erstkommunion-Vorbereitung im November zunächst noch Weggottesdienste gefeiert worden, berichtet Laura Hoppe, die sich in der Gemeinde darum kümmert. „Inzwischen sind wir auf Onlinegruppenstunden umgestiegen.“

Solingen: Katholische Gemeinden feiern Weggottesdienste im kleinen Kreis

In St. Clemens werden Gottesdienste mit den Erstkommunionkindern gefeiert – jeweils mit etwa der Hälfte der Kinder und ihren Eltern, wie Kaplan Dr. Heribert Lennartz erklärt. „So haben wir in der großen Kirche St. Clemens genügend Raum, dass alle Haushalte mit Abstand zueinander Platz nehmen können.“ Gesungen werden darf nicht, eine Maske ist Pflicht.

Die Firmvorbereitung in St. Clemens und St. Johannes der Täufer laufe digital ab, berichtet Gemeindereferent Konrad Meyer. Beim aktuellen Vorbereitungskurs fänden die Angebote als Online-Veranstaltung statt.

Auf persönliche Treffen unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln setzt die Gemeinde St. Sebastian: „Im Erstkommunionkurs bieten wir seit Dezember jeden Monat einen Weggottesdienst an den Kirchorten an“, berichtet Pfarrvikar Torsten Hohmann. „So haben die Kinder eine Möglichkeit, sich zu sehen.“ Die Gruppenstunden würden online angeboten, soweit es möglich sei. Zusätzlich gebe es Arbeitsmaterialien.

Planung

Offen ist noch, wie die Konfirmationen in den evangelischen Gemeinden stattfinden. Vielerorts sind sie für April, Mai und Juni als Gottesdienste in Kleingruppen mit Maske und Abstand ohne gemeinsames Singen geplant.

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