Über 50 Freiwillige packen an

Gemeinde Unterburg: Aus Zerstörung entsteht neue Hoffnung

Gemeinsam stark: Aufräumen in der Kirche Unterburg nach dem verheerenden Hochwasser. Foto: Jürgen Moll
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Gemeinsam stark: Aufräumen in der Kirche Unterburg nach dem verheerenden Hochwasser.

Sie tragen Bänke, nehmen sich mit dem Hochdruckreinigern verschlammte Böden vor oder befreien die nassen Wände des Gemeindehauses von Pflanzen: Mehr als 50 Helfer waren am Wochenende in aller Frühe rund um Kirche und Gemeindehaus in Unterburg im Einsatz.

Von Theresa Demski

Solingen. „Eigentlich war der Arbeitseinsatz dafür gedacht, die Bänke aus der Kirche zu tragen und zur Posseik-Halle zu bringen“, sagt Peter Siebel, Baukirchmeister der Evangelischen Kirchengemeinde in Wermelskirchen, die für den Gemeindebezirk in Unterburg zuständig ist.

Die Hoffnung wächst während der Arbeit

Dann aber habe der Bauingenieur des Kirchenkreises eine To-do-Liste geschrieben, um den Gebäudebestand zu schützen und die Spuren des Wassers abzuschwächen. Freiwillige aus allen Bezirken der Gemeinde sind nun gekommen – auch aus befreundeten Gemeinden wie in Neuenhaus und aus freikirchlichen Gemeinden. Auch Burger Schützen sind mit im Einsatz.

„Nach den schwierigen Tagen fühlt sich der Tag heute nach Aufbruch an“, sagt Pfarrerin Almuth Conrad, als sie schließlich in der leeren Kirche steht. Die Bänke sind auf dem Weg nach Wermelskirchen, die vom Wasser zerstörte Holzkonstruktion am Boden liegt frei. „Bisher war nur die Zerstörung sichtbar, jetzt ist die Kirche leer und die Hoffnung wächst, dass man hier wieder was machen kann“, sagt die Pfarrerin. Allerdings kämpft die Gemeinde mit der Nässe. Fachleute seien gefragt, um zu helfen, sagt Peter Siebel. „Wir müssen die Feuchtigkeit in den Griff bekommen“, betont er. Währenddessen tragen Helfer ein Bild aus der Sakristei. „Behalten oder wegwerfen?“, fragt einer. Almuth Conrad entscheidet schnell: „Auf jeden Fall behalten“, sagt sie. Unterdessen landen viele Gegenstände, die die Flut in Mitleidenschaft gezogen hat, im Container. Während einige Helfer beim Nachbarn mit anpacken, nehmen andere das Gemeindehaus in Angriff.

„Viele Hände, schnelles Ende“, sagt Stefan Klein, der als Helfer nach Hünger gekommen ist. Vergangenes Wochenende hat er noch im Freibad geholfen. „Es ist für mich selbstverständlich, hier mit anzupacken“, sagt er. Und es sei schön zu sehen, dass für so viele Menschen jetzt Werte wie Solidarität und Zusammenhalt zählen. „Da wird nicht lange geredet, sondern angepackt“, sagt er. Das gilt auch für Lina (14) und Emma (13). Sie seien Konfirmandinnen in Hünger, erzählen die Mädchen. „Wir können nicht viel Geld spenden“, sagt Lina, „aber hier können wir helfen, wo Hilfe gebraucht wird.“

Nach dem Hochwasser gibt es verschiedene Hilfsangebote für betroffene Unternehmen

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