Urteil

Geldfälscher fiel Polizei durch ein falsches Kennzeichen auf

Nach einem missglückten Einkauf mit gefälschten Euro-Scheinen in Solingen muss ein 22 Jahre alter Angeklagter ins Gefängnis. 
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Nach einem missglückten Einkauf mit gefälschten Euro-Scheinen in Solingen muss ein 22 Jahre alter Angeklagter ins Gefängnis. 

Angeklagter muss für zwei Jahre und zwei Monate in Haft.

Von Dirk Lotze

Solingen. Nach einem missglückten Einkauf mit gefälschten 50- und 20-Euro-Scheinen geringer Qualität in Solingen muss ein 22 Jahre alter Angeklagter ins Gefängnis. Das Landgericht in Wuppertal bestätigte das frühere Urteil des Amtsgerichts gegen den Mann über zwei Jahre und einen Monat Haft, ohne Bewährung. Mit eingerechnet ist Besitz von Kokain.

Der Mann hatte sich ein Auto im Bekanntenkreis geliehen, ein falsches Kennzeichen daran montiert und war damit auf dem viel kontrollierten Autobahn-Rastplatz Ohligser Heide zwei Polizisten aufgefallen. Das Falschgeld transportierte er in seiner Unterhose.

Gegen den Angeklagten läuft ein weiteres Verfahren um Falschgeld vor einem anderen Gericht. Er hat eine abgebrochene Ausbildung, lebt ohne feste Adresse und befindet sich seit der Festnahme im Februar 2020 in Haft. Gegen das Urteil des Amtsgerichts hatte er Berufung eingelegt, um eine mildere Strafe zu bekommen. Zugleich gestand er die Tat.

Damit steht fest, dass er am Tattag nach Mitternacht in der Tankstelle des Rastplatzes erschien und Zigaretten verlangte. Den 50-Euro-Schein, den er dafür bot, lehnte der Kassierer allerdings ab. Grund war, dass der Druck nicht mal entfernt echt aussah. Darauf sagte der Angeklagte, er hole anderes Geld, und ging. Den Schein steckte er wieder ein.

Solingen: Landgericht bestätigt Urteil des Amtsgerichts

Inzwischen hatte eine Streifenwagenbesatzung das Kennzeichen seines Autos überprüft und festgestellt, dass es zur Fahndung ausgeschrieben war. Was folgte, war eine Kettenreaktion. Ein Polizist beschrieb im Zeugenstand des Gerichts: „Er hatte keinen Ausweis dabei, dann ist üblich, dass wir ihn und das Fahrzeug durchsuchen, ob sich vielleicht doch Papiere finden.“ Zum Vorschein kamen: falsche 50- und 20-Euro-Noten – sämtlich mit gleicher Seriennummer – aus der Unterhose, dazu ein Tütchen Kokain.

Die Droge war zum Eigenkonsum, erläuterte der Angeklagte. Im Untersuchungsgefängnis habe er nachgedacht und sich entschlossen: „Ich werde das ganz bestimmt nicht wiederholen.“ Seine Mutter biete an, dass sie ihn wieder bei sich aufnehme.

Eine Lösung, auf die sich das Gericht nicht einließ: In derselben Stadt zu bleiben bedeute für ihn, sich in derselben Szene aufzuhalten wie zuvor. Die Strafe sei angemessen, fasste der vorsitzende Richter in der vorläufigen, mündlichen Urteilsbegründung zusammen: „Wir sehen uns nicht berufen, das Urteil des Amtsgerichts zu ändern.“

Der Angeklagte bleibt in Untersuchungshaft und kann Revision einlegen.

Mit Fotos von Blechschäden an mehreren Fahrzeugen entwickelte sich ein Prozess um Verkehrsunfallflucht zum Verwirrspiel. 

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