Vom Tageblatt angestoßene Spendenaktion

So geht es mit der Strohner Brücke in Solingen weiter

So soll nach dem Plan der Solinger Architektin Tanja Groß-Haug (Foto) die neue Messer-Brücke über die Wupper, nahe des Tierheims, aussehen. Grafik/Foto: Groß-Haug
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So soll nach dem Plan der Solinger Architektin Tanja Groß-Haug die neue Messer-Brücke über die Wupper, nahe des Tierheims, aussehen.

Der Neubau des maroden Bauwerks verzögert sich. Das Tageblatt hat im Rathaus nachgefragt.

Von Stefan Prinz

Solingens Bürger haben vor zwei Jahren in einer vom Tageblatt angestoßenen Spendenaktion rund 100.000 Euro für den Neubau der Strohner Brücke gespendet. Das Geld wurde 2018 an die Stadtverwaltung überwiesen. Die neue Brücke soll in Form eines Solinger Messers wieder aufgebaut werden. Was ist zwischenzeitlich geschehen und warum ist die neue Brücke noch nicht fertig? Das Tageblatt hat im Rathaus nachgefragt.

Warum ist die alte, marode Brücke in Solingen noch nicht abgerissen?

Das hat im Wesentlichen drei Gründe. Erstens: Neben der alten Brücke verläuft eine alte Wasserleitung der Stadtwerke. Lange war unklar, ob diese Leitung ebenfalls im Zuge des Brückenbaus erneuert wird. Das Rathaus wollte diese Entscheidung abwarten, weil ein Abriss der Leitung auch den Brückenabriss vereinfacht hätte. Schließlich haben sich die Stadtwerke nach einigen Monaten entschlossen, die Leitung nicht zu erneuern. Dadurch ist Zeit vergangen. 

Der zweite Grund: Die Leitung steht unter enormen Druck (18 bar). Der Abrissunternehmer muss hohe Sicherheitsvorkehrungen treffen, damit beim Abriss der alten Brücke keinesfalls ein Bauteil auf die Wasserleitung fällt. Das wäre wegen des hohen Drucks lebensgefährlich für die Arbeiter. Auch diese Sicherheitsüberlegungen haben Zeit gekostet. 

Und drittens: „Das Projekt ist hier im Rathaus möglicherweise eine Zeitlang nicht mit hoher Priorität bearbeitet worden“, räumt Stadtdirektor Hartmut Hoferichter auf Nachfrage unserer Zeitung ein.

Wie geht es denn jetzt weiter?

Der Abbruchauftrag ist an eine Fachfirma vergeben worden. Derzeit werden die Ausschreibungsunterlagen erarbeitet. Bis Ende Juni dieses Jahres soll der Auftrag zum Brückenneubau vergeben werden.

Was bedeutet das konkret?

Das bedeutet, dass im Sommer der Abbruch der maroden und seit vier Jahren gesperrten Brücke stattfinden soll. Dafür ist eine Dauer von vier bis sechs Wochen vorgesehen. Unmittelbar im Anschluss daran soll der Neubau der Messer-Brücke beginnen. Für den Neubau der Brücke geht Stadtdirektor Hoferichter von einer Dauer von sechs bis neun Monaten aus. Die Fertigstellung der Brücke soll also im Frühjahr 2021 erfolgen. Die Gesamtkosten für Abriss und Neubau werden sich dann laut Plan auf mehr als eine Million Euro summieren.

Wie wird die neue Brücke in Solingen aussehen?

Die Solinger Architektin Tanja Groß-Haug hatte sich auf Bitte des Tageblattes dankenswerterweise bereit erklärt, kostenlos die Pläne für die neue Brücke zu erstellen. Die Leser des Tageblatts hatten sich für eine Brücke ausgesprochen, die in Form eines typischen Solinger Messers errichtet werden soll.

Tanja Groß-Haug

Neben der Brücke wird zudem eine Stele mit Sitzgelegenheiten errichtet. An dieser Stele werden schließlich alle Messerrohlinge mit den Namen der Spender befestigt, die mindestens 100 Euro für den Aufbau der neuen Brücke gespendet hatten. Von diesem Platz am Wupperufer aus soll man einen schönen Blick auf die Messerform der Brücke haben – ein idealer Ruheplatz für Radfahrer und Wanderer.

Wie ist der Zustand der alten Brücke?

Diese alte Brücke ist seit 2016 wegen Baufälligkeit gesperrt. Ein Gutachten hatte ergeben, dass eine Sanierung der Brücke in etwa so viel wie ein Neubau gekostet hätte.

ABSPRACHE

ANKÜNDIGUNG Die Stadtverwaltung hatte angekündigt, dass die Messerbrücke gebaut werde, wenn durch die Spendenaktion des Solinger Tageblattes mindestens 70.000 Euro zusammenkommen. Das ist der Betrag, der der Stadt zum Aufbau fehlte. Die Summe wurde mit fast 100.000 Euro deutlich übertroffen. Die Architektin Tanja Groß-Haug hatte mehrere Varianten erarbeitet, unter denen die Leser des Tageblatts die jetzt umgesetzte Messer-Variante ausgewählt haben.

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