Bauvorhaben läuft seit 2016

Geförderter Wohnraum entsteht in Wald

Die Baustelle an der Friedrich-Ebert-Straße: Hier entstehen 53 geförderte Wohnungen und ein Gemeinschaftsraum. Foto: Christian Beier
+
Die Baustelle an der Friedrich-Ebert-Straße: Hier entstehen 53 geförderte Wohnungen und ein Gemeinschaftsraum.

Bedarf wird kleinteilig nach Quartieren festgelegt.

Solingen. Es geht voran an der Friedrich-Ebert-Straße: Das Bauprojekt auf dem früheren Parkplatz an der Rückseite des Walder Rundlings wächst merklich in die Höhe. Nach Angaben der Stadt entstehen dort 53 geförderte Wohneinheiten unterschiedlicher Größe nebst einer Tiefgarage. Außerdem werde ein Gemeinschaftsraum gebaut, ebenfalls gefördert.

Diese Wohnungen – umgangssprachlich oft als Sozialwohnungen bezeichnet – sind ein zentrales Anliegen im Handlungskonzept Wohnen der Stadt, das vom Rat bereits 2019 beschlossen wurde. Ziel ist eine stadtweite Quote von 30 Prozent bei Neubauvorhaben. Beim geförderten Wohnungsbau gelten für einen bestimmten Zeitraum Mietobergrenzen, Investoren erhalten im Gegenzug zum Beispiel Abschreibungsmöglichkeiten.

Solingen: 92 geförderte Wohneinheiten sind voriges Jahr entstanden

92 geförderte Wohneinheiten sind in Solingen voriges Jahr entstanden – im Vergleich zu den Jahren 2017 bis 2019 mit insgesamt 69 Wohnungen eine klare Steigerung. Neuer Wohnraum mit gedeckelten Mieten wird benötigt, weil in naher Zukunft viele Wohnungen aus der Preisbindung fallen. Zudem steigen die Preise für Wohnraum weiter.

Das Walder Projekt hat eine längere Geschichte. „Seit 2016 konkretisiert sich das Bauvorhaben. Damals gab es bereits einen positiven Bescheid zu einer Bauvoranfrage“, erklärt Stadtsprecherin Sabine Rische. Bis zur Realisierung sei jedoch einige Zeit vergangen, obwohl der Bauantrag bereits im März 2017 eingereicht worden war. Es habe kleinere Änderungen gegeben, da mit den Nachbarn zivilrechtliche Fragen geklärt und Anpassungen vorgenommen werden mussten. Die Baugenehmigung sei im August 2018 erteilt worden, der Baubeginn im Herbst angezeigt – es folgten vorbereitende Arbeiten wie Bodenuntersuchungen.

Betrachte man den Stadtteil Wald insgesamt im Verhältnis zur gesamten Stadt, werde deutlich, dass es dort einen hohen Anteil an gefördertem Wohnraum gebe, erklärt Sabine Rische. Für die Mitte von Wald sehe das anders aus. Deshalb empfiehlt das Handlungskonzept Wohnen, den Anteil an gefördertem Wohnraum dort zu steigern. In diesem Quartier befindet sich das Objekt an der Friedrich-Ebert-Straße.

Beim geförderten Wohnraum spielt immer das jeweilige direkte Umfeld eine Rolle. Der Wohnraum soll sich in Qualität, Ausstattung und Lage nicht von frei finanziertem Wohnraum unterscheiden. Und: „Ziel sind sozial gemischte, generationenübergreifende und inklusive Wohnsiedlungen und Quartiere“, heißt es auf einer Informationsseite der Stadt.

Zumindest nicht in Widerspruch zu diesem Ziel steht ein weiteres Bauprojekt: Unweit der Friedrich-Ebert-Straße soll an der Ecke Rembrandtstraße / Locher Straße auf dem Gelände von Breuer & Schmitz das Wohnprojekt „Greeen“ entstehen. Der Investor Kondor Wessels baut 167 Wohnungen – geförderter Wohnraum ist nicht vorgesehen. In diesem Quartier gibt es laut Stadt „mehr geförderten Wohnraum als im Durchschnitt des Stadtteils und der Stadt“. Derzeit liegt der Bebauungsplan öffentlich aus, ein politischer Beschluss, der Baurecht schafft, könnte im Frühherbst fallen. Mit Fördermitteln für das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept (siehe unten) rechnet die Stadt zeitnah.

ISEK Wald

Was?: Unter dem Motto „Zukunft Solingen Wald 2030“ wird ein Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept (ISEK) erarbeitet.

Wann?: Die Schritte „Analyse“, „Leitbild“ und „Handlungsfelder“ sind abgeschlossen, nun beginnt die Umsetzung der Maßnahmen – es gibt 44 Vorschläge.

Wer?: Im Rahmen des Städtebauförderprogramms hat das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung NRW angekündigt, dass Mittel für das ISEK Wald fließen werden. „Den Zuwendungsbescheid erwarten wir in Kürze“, erklärt Stadtsprecherin Sabine Rische.

Wie?: Beim ISEK gibt es eine Priorisierung. 1. Aufbau eines Stadtteilmanagements, 2. Start des Verfügungsfonds (private Investitionen werden öffentlich gefördert), 3. Rahmenplanung für das ehemalige Grossmann-Gelände, 4. Sanierung des Sportplatzes Adolf-Clarenbach-Straße, 5. Aufwertung von zwei Spielplätzen, 6. Erstellung eines Entwicklungskonzeptes für den Botanischen Garten.

www.solingen-wald-2030.de

Die Stadt Solingen sucht für Leerstände in der Innenstadt neue Nutzer – und will zu diesem Zweck als Vermieterin auftreten. 45 kleinere Ladeneinheiten halten Innenstadtmanagement und Stadtentwicklungsplanung für das neue Programm „W.I.N.“ („Wagen. Investieren. Nutzen“) für geeignet. 

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Inzidenz über 50: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen ab Montag
Inzidenz über 50: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen ab Montag
Inzidenz über 50: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen ab Montag
Ab heute gelten die neuen Corona-Regeln, weitere ab Sonntag und Montag
Ab heute gelten die neuen Corona-Regeln, weitere ab Sonntag und Montag
Ab heute gelten die neuen Corona-Regeln, weitere ab Sonntag und Montag
Corona: Inzidenzstufe 3 ab Montag - Weiter höchster Wert im Bund
Corona: Inzidenzstufe 3 ab Montag - Weiter höchster Wert im Bund
Corona: Inzidenzstufe 3 ab Montag - Weiter höchster Wert im Bund
Heinz Schwandt feiert heute seinen 106. Geburtstag
Heinz Schwandt feiert heute seinen 106. Geburtstag
Heinz Schwandt feiert heute seinen 106. Geburtstag

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare