Siebeneinhalb Jahre Haft für Solinger

Gefängnisstrafe für Drogenverkauf über Chat-Gruppen

Landgericht Wuppertal
+
Das Landgericht in Wuppertal.

Wegen Drogenhandels in einem Wohnhaus in Gräfrath muss der Hauptangeklagte für sieben Jahre und sechs Monate ins Gefängnis.

Solingen. Der inzwischen 30 Jahre alte Mann kann das Urteil noch angreifen. Er ist selbst drogenkrank und wird in eine Entziehungsklinik eingewiesen. Laut Geständnis organisierte er einen riskanten Vertrieb über Handy-Chatgruppen im Internet. Fahnder der Kriminalpolizei nahmen ihn im Mai 2020 fest, nachdem er unwissentlich einer verdeckt arbeitenden Ermittlerin des Landeskriminalamts Amphetamin für 10 000 Euro verkauft hatte.

Nach Überzeugung des Gerichts vertrieb der 30-Jährige seine Drogen in ganz Deutschland. Überwiegend sei es um Marihuana gegangen, meist in kleineren Mengen. Insgesamt soll er aber mehr als fünf Kilogramm in Verkehr gebracht haben. Je nach Wirkstoffgehalt reicht das durchschnittlich für mehrere 10 000 Portionen. Der Angeklagte soll die Ware teils über Paketdienste verschickt haben. An Kunden aus der Umgebung habe er an seiner Tür verkauft. Die Polizei hatte das Haus mehr als zwei Wochen lang beobachtet und alle Besuche minuziös notiert. Nach der letzten Übergabe – an die Scheinkäuferin – griffen die Einsatzkräfte zu. Grund für die hohe Strafe für den 30-Jährigen ist, dass er Zugriff auf Waffen gehabt haben soll. Das Landgericht verurteilte ihn schärfer als zwei Komplizen, die ursprünglich mitangeklagt waren. Ein 32 Jahre alter Mann soll als Lieferant des Gräfrather Netzwerks fünf Jahre Freiheitsstrafe verbüßen und ebenfalls eine Entziehungsklinik durchlaufen. Auch er hatte gestanden und dabei angemerkt: Wenn er gewusst hätte, dass der 30-Jährige über Handy-Chats verkaufte, hätte er abgelehnt. Das sei aus seiner Sicht unkalkulierbar.

Solingen: Chatgruppe ist nach Informationen unserer Zeitung weiter aktiv

Eine 27 Jahre alte Solingern ist als Gehilfin zu Bewährungsstrafe verurteilt. Sie soll das Amphetamin für die Bestellung der Ermittler als Freundschaftsdienst aus einer Innenstadt-Wohnung nach Gräfrath gebracht haben, ohne dass sie selbst etwas von dieser Tat gehabt hätte. Diese beiden, nicht rechtskräftigen Urteile verkündete das Landgericht bereits im Februar 2021.

Die Chatgruppen für illegale Geschäfte, die der 30-Jährige nutzte, sind nach Informationen unserer Zeitung weiter im Internet aktiv, teils geht es auch um Nachfolge-Gruppen. dilo

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Nach dem Hochwasser kehrt der Alltag nicht zurück
Nach dem Hochwasser kehrt der Alltag nicht zurück
Nach dem Hochwasser kehrt der Alltag nicht zurück
Corona: Solingen wieder mit landesweit höchsten Wert - Impfungen in Burg und Südpark
Corona: Solingen wieder mit landesweit höchsten Wert - Impfungen in Burg und Südpark
Corona: Solingen wieder mit landesweit höchsten Wert - Impfungen in Burg und Südpark
Rückkauf der Ohligser Festhalle erntet Zustimmung
Rückkauf der Ohligser Festhalle erntet Zustimmung
Rückkauf der Ohligser Festhalle erntet Zustimmung
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare