Morde

Gedenktafel erinnert an kanadische und britische Flieger

Zu den Gästen, die am Montag an der Einweihung der Tafel teilnahmen, gehörten auch Vertreter des kanadischen Konsulats und des britischen Veteranenverbands. Foto: Christian Beier
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Zu den Gästen, die am Montag an der Einweihung der Tafel teilnahmen, gehörten auch Vertreter des kanadischen Konsulats und des britischen Veteranenverbands.

Am 5. November 1944 wurden vier Soldaten ermordet. eine Gedenktafel am Knotenpunkt der Haumannstraße und Potsdamer Straße erinnert nun an sie.

Von Julia Wodara

Solingen. Während ihrer Überstellung nach Düsseldorf ermordete ein Lynchmob am 5. November 1944 alliierte kanadische und britische Flieger – eine Gedenktafel am Knotenpunkt der Haumannstraße und Potsdamer Straße erinnert nun an die vier Opfer Matthew Dorrell, Jack Lupinsky, Allan Gilchrist Samuel und Ernest Crossley.

Zur Einweihung sind auch Vertreter des kanadischen Konsulats Düsseldorf und des britischen Veteranenverbands Rheindahlen vor Ort: „Es ist eine wichtige Woche für uns“, erklärt Steve Owen, Präsident der Rheindaler Royal British Legion; unter dem Symbol der Mohnblüte steht der Remembrance Day am 11. November für das Gedenken an alle Opfer der Weltkriege – auch zu dem Zweck, durch die Erinnerung an die Geschichte aus ihr lernen zu können: „Es ist eine Mahntafel“, sagt Owen.

Solingen: Ort markiert die Stelle, an denen die Fliegermorde verübt wurden

Trotz der traurigen Umstände drückt Oberbürgermeister Tim Kurzbach seine Dankbarkeit aus, „nach so vielen Jahrzehnten, in denen nicht erinnert wurde, sowohl zu gedenken als auch einen Ort dafür zu schaffen.“

Dieser Ort markiere exakt die exakte Stelle, an der sich vor 77 Jahren der Fliegermord ereignete; gleichzeitig biete er durch seine zentrale Lage auch das Potenzial, nun besonders viele Menschen zu erreichen: „Aus einer Stele wird ein Gedanke, und aus diesem Gedanken hoffentlich eine Handlung für mehr Menschlichkeit“, wünscht sich Kurzbach.

Vor 77 Jahren begann die zweitägige Bombardierung der Solinger Innenstadt.

Historiker Stephan Stracke hofft dabei auf weitere Aufmerksamkeit: „Vor zehn Jahren hätte man noch Jack Lu-pinsky’s Schwester antreffen können“, sagt der Wuppertaler. „Aber vielleicht bekommen ja die Kinder mit, dass in Solingen – ganz weit weg – ihrer gedacht wird.“ Im gleichen Atemzug gedenkt Stracke auch des französischen Soldaten Henri Olive, der am selben Tag in Burg ermordet wurde.

„Es ist so leicht, Einzelne in Zahlen und Summen zu verlieren“, meint Dr. Ilka Werner, Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Solingen. Kollektives Leid gegen das einzelner Menschen aufzuspielen sei demnach falsch; stattdessen müsse man das „bittere Nebeneinander von Leid und Unrecht aushalten und benennen“ – die Zuwendung, die die Gedenktafel gerade seitens der britischen und kanadischen Vertreter erhält, ist für Kurzbach „die Bestätigung, damit weiterzumachen“.

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