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Gastronom Patu Habacht: „Schickimicki würde hier niemals funktionieren“

Von Sylt über das Rheinland bis ins Bergische: Patu Habacht hat mehr als 30 Jahre Gastronomieerfahrung. Sein nächstes Projekt entsteht an der Prinzenstraße. Foto: Christian Beier
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Von Sylt über das Rheinland bis ins Bergische: Patu Habacht hat mehr als 30 Jahre Gastronomieerfahrung. Sein nächstes Projekt entsteht an der Prinzenstraße.

Patu Habacht ist der gastronomische Kopf hinter den Projekten an der Prinzenstraße und auf dem Marktplatz

Von Manuel Böhnke

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Solingen. Solingen sei ein schwieriges Pflaster für Gastronomen? Mit dieser Aussage kann Patu Habacht wenig anfangen. „Hier gibt es viele Gäste, die Bock auf einen schönen Abend mit leckerem Essen und guten Getränken haben“, ist der Koch überzeugt. Genau das möchte der gebürtige Finne bieten. Er ist der gastronomische Kopf hinter dem geplanten Restaurant an der Prinzenstraße und der Weinbar auf dem Ohligser Marktplatz. Weitere Projekte sollen folgen. An der Prinzenstraße lässt IT-Unternehmer Mirko Novakovic den ehemaligen Sitz der Konsumgenossenschaft Solidarität derzeit in ein modernes Bürogebäude umbauen. Im Erdgeschoss entsteht Patu Habachts Reich. Noch braucht es für die Vorstellung angesichts der umfangreichen Bauarbeiten etwas Fantasie, doch Anfang des kommenden Jahres soll der Betrieb starten. Der Gastronom plant mit 120 Sitzplätzen, hinzu kommt eine geräumige Terrasse.

Das Angebot möchte er im Tagesablauf an die unterschiedlichen Bedürfnisse anpassen. Mittags soll es einfache Gerichte, Selbstbedienung und guten Kaffee geben. Das dürfte vor allem für Berufstätige interessant sein. 200 Arbeitsplätze entstehen an der Prinzenstraße. Doch auch Mitarbeitern anderer Firmen und Anliegern steht das Angebot offen.

Für die Abendstunden sieht Habacht einen Restaurantbetrieb mit „guten, regionalen Produkten“ vor. Der Koch möchte, dass sich seine Gäste wohlfühlen, ihre Kinder mitbringen und auch eine kurze Hose tragen können, ohne kritisch beäugt zu werden. „Schickimicki würde hier niemals funktionieren“, sagt der Wahl-Solinger. Dazu passt, dass auf der Restaurantfläche Veranstaltungen und an den Wochenende Partys geplant sind. Zudem können an der Prinzenstraße Tagungen stattfinden.

Patu Habacht ist seit mehr als 30 Jahren im Geschäft. Seine Lehre absolvierte er Anfang der 1990er Jahre auf Sylt. Von der Nordseeinsel zog es ihn ins Rheinland. Dort arbeitete er für Herbert Schönberner, Deutschlands erstem Drei-Sterne-Koch, und Sommelierin Christina Fischer. „Er kann Königsberger Klopse kochen, weiß aber auch mit Hummer umzugehen“, lobt ihn der Kölner Sommelier und Journalist Sebastian Bordthäuser.

„Das ist ein echter Punk.“

Koch Patu Habacht über Sommelier Sebastian Bordthäuser

Davon konnten sich im Düsseldorfer Szene-Restaurant Monkey’s West Prominente wie die Rolling Stones Jonathan Meese, Lou Reed, Naomi Campbell und Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder überzeugen. Sie alle zählte der 47-Jährige als Küchenchef zu seinen Gästen.

„Solche Lorbeeren interessieren mich nicht mehr“, sagt der vierfache Vater heute. Inzwischen lebt er mit seiner Familie in Aufderhöhe. Bis Ende 2015 betrieb er die Haasenmühle, im Anschluss arbeite Berater, unter anderem in Düsseldorf, Krefeld, Kopenhagen und Hamburg. „Jetzt freue ich mich auf die neuen Aufgaben.“

Dazu zählt die geplante Weinbar auf dem Ohligser Markt. Der markante Pavillon am Rande der Düsseldorfer Straße wird aktuell umfangreich umgebaut. Wenn der Betrieb startet, soll es dort „die beste Weinkarte der Region“ geben. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet Habacht mit Sebastian Bordthäuser zusammen. „Das ist ein echter Punk.“

In gewisser Weise trifft diese Beschreibung auch auf Patu Habacht zu. Der Hobby-Eishockeyspieler mit finnischen und österreichischen Wurzeln ist ein Freund klarer, einfacher Worte. Lecker soll seine Küche sein, damit die Gäste wiederkommen. In Kombination mit der „absolut geilen Location“ an der Prinzenstraße sieht so das simple Erfolgsrezept aus.

Nicht nur als Publikumsmagnet spielt das frühere Flora-Frey-Gebäude eine zentrale Rolle. Dort möchte der 47-Jährige die zentrale Produktionsküche aufbauen, von wo aus zukünftig weitere Standorte in Solingen versorgt werden wollen. Einzelheiten kann Patu Habacht zu diesen Projekten noch nicht verraten. Klar ist, dass in Ohligs eine Rösterei mit eigenem Kaffee-Label entsteht. Zu den übrigen Vorhaben hält sich der Gastronom vorerst bedeckt. Nur so viel: „Alle sind in Ohligs geplant, alle verfolgen unterschiedliche Ansätze.“

Die Serie

Im Sommer nimmt das ST die Solinger Stadtteile in den Blick. In dieser Woche liegt der Fokus auf Ohligs. Die weiteren Themen: Welche Pläne verfolgt die ISG? Wie läuft die Neugestaltung der Fußgängerzone und des Marktplatzes? An welchen Projekten arbeiten die Ohligser Jongens?

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