Ab 2026 soll es keine Wartelisten an Grundschulen mehr geben

Ganztagsbetreuung an Grundschulen bald für alle: Reaktionen aus Solingen

Kinder in der Offenen Ganztagsschule an der Grundschule Schützenstraße.
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Kinder in der Offenen Ganztagsschule an der Grundschule Schützenstraße.

Die Einigung von Bund und Ländern in puncto Ganztag an Grundschulen bringt die Stadt Solingen in Zugzwang. Damit es ab 2026 keine Wartelisten für Eltern und Kinder mehr gibt, ist noch einiges zu tun.

Von Kristin Dowe

Solingen. Ein geplantes Gesetz sieht vor, dass Familien ab 2026 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in den Grundschulen erhalten. Vor diesem Hintergrund habe die Stadt bereits eine Projektstelle eingerichtet, in der alle Planungen gemeinsam mit den 21 Grundschulen zusammenlaufen, teilt die Verwaltung mit. Darüber hinaus gebe es Überlegungen mit dem Gebäudemanagement zu den notwendigen weiteren Baumaßnahmen.

„Die personelle Situation im Offenen Ganztag ist nach wie vor schwierig“, erläutert Rathaussprecherin Stefanie Mergehenn. Zwar könne der Personalbedarf aktuell gedeckt werden, „aber für eine deutlich höhere Betreuungsquote müssen weitere Anstrengungen unternommen werden, damit das entsprechende Personal auch zur Verfügung steht“.

Dabei spielten auch die künftigen finanziellen Rahmenbedingungen eine Rolle. Zurzeit werden die Angebote des Offenen Ganztags anteilig durch Landeszuschüsse (3.010.845 Euro), Elternbeiträge (1.325.610 Euro) und einen kommunalen Eigenanteil (3.184.780 Euro) finanziert. Die geplanten Ausgaben belaufen sich auf gut 7 Millionen Euro. „Inwieweit sich durch den Rechtsanspruch die Finanzsituation verändern wird, bleibt abzuwarten“, so Mergehenn.

Ganztagsbetreuung an Grundschulen in Solingen: Aktuell 121 Kinder auf Warteliste für OGS-Platz

Schon jetzt befinden sich 121 Kinder auf der Warteliste für einen OGS-Platz. Konkret fehlen an den Grundschulen Böckerhof, Katternberger Straße, Klauberg, Scheidter Straße und Weyer mehrere Plätze. Die Warteliste habe sich im Vergleich zu den Vorjahren laut Stadt bereits verkürzt. Mit dem jetzt beschlossenen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung muss es dann künftig einen Platz für jedes Kind geben.

„Die Schulen sind bereits am Limit.“

Jens Merten, VBE Solingen

Der wachsende Raumbedarf beschäftigt auch Jens Merten vom Solinger Verband Bildung und Erziehung (VBE): „Grundsätzlich benötigt Solingen mindestens eine weitere Grundschule mit einem Ganztagsangebot. Das gilt vor allem für die Innenstadt.“ Durch die zusätzlichen Ganztagsgruppen werde das Problem im Zuge der Neuerung verschärft. „Die Schulen sind bereits am Limit. Vier Jahre sind nicht viel Zeit.“

Dirk Bortmann von der Solinger Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht derweil „die hohe Nachfrage bei den Eltern und auch die pädagogische Notwendigkeit“ für eine Ausweitung des Ganztags. Allerdings müssten die Grundschulen dann auch mit ausreichend Personal und Räumlichkeiten ausgestattet sein.

Auch die Solinger SPD-Fraktion, die das Vorhaben begrüßt, wendet sich mit einem dringenden Appell an Bund und Länder: „Die Einrichtung und der Betrieb der Ganztagsbetreuung an den Grundschulen müssen wirklich ausfinanziert sein. Es darf nicht sein, dass die Kommunen am Ende wieder auf den Kosten sitzen bleiben.“ Solingens Kämmerer Ralf Weeke hatte im April den Gesetzentwurf des Bundes zum Rechtsanspruch auf OGS-Plätze scharf kritisiert - Solingen drohten Millionenkosten.

Der Rechtsanspruch könne zudem nur erfüllt werden, wenn die Bezahlung für das Personal stimme, ergänzt die SPD-Fraktionsvorsitzende. Iris Preuß-Buchholz. Es gelte nun, die entsprechenden Regelungen schnell umzusetzen und „zuverlässige Pädagogikstandards“ zu schaffen. „Denn bis 2026 muss das Angebot ja komplett stehen.“

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