Pandemie

Galileum kämpft mit Kostendruck

Dr. Frank Lungenstraß, Vorsitzender der Walter-Horn-Gesellschaft, steht im Galileum. Weil das Planetarium seit Mitte März geschlossen ist, gibt es keine Einnahmen – das trifft den Verein schwer. Archivfoto: Christian Beier
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Dr. Frank Lungenstraß, Vorsitzender der Walter-Horn-Gesellschaft, steht im Galileum. Weil das Planetarium seit Mitte März geschlossen ist, gibt es keine Einnahmen – das trifft den Verein schwer.

Das Planetarium hat keine Einnahmen mehr – Öffnung steht frühestens im Juli an.

Von Kristin Dowe

Solingen. Verlässlich planen können Dr. Frank Lungenstraß und sein Team zurzeit eigentlich gar nichts. Denn wie es mit dem im Juli vergangenen Jahres mit viel öffentlicher Aufmerksamkeit eröffneten Galileum weitergeht, steht in Zeiten der Pandemie in den Sternen. Das seit Mitte März geschlossene Planetarium in Ohligs ist zurzeit verwaist, nur das Büro sei gelegentlich besetzt, sagt Lungenstraß.

„Momentan gibt es ja keine Hinweise auf einen Wiedereinstieg“, sagt der Vorsitzende der Walter-Horn-Gesellschaft. „Wir warten auf Regelungen aus der Politik für die Theater, Kinos und Konzerthäuser, unter die auch die Planetarien fallen.“

„Wir konnten bislang noch keine Rücklagen bilden.“
Frank Lungenstraß, Geschäftsführer des Galileums

Ihm sei aber auch klar, dass das Galileum als Kultur- und Bildungseinrichtung erst mal hintenan stehen müsse und andere Dinge Priorität hätten. Auch ehrenamtliche Helfer, die das Galileum unterstützen wollten, blieben somit weiter in Warteposition.

Die finanzielle Situation des Ohligser Planetariums sei vor allem dank „großzügiger Spenden“ noch stabil. Klar sei aber auch: „Wir können die jetzige Situation vielleicht noch zwei bis drei Monate durchhalten. Denn wir konnten bislang noch keine Rücklagen bilden.“

Einige Pläne habe das Team wegen der Coronalage außerdem über den Haufen werfen müssen: Ein Mitarbeiter, der bislang auf Honorarbasis beschäftigt war, könne nun nicht wie geplant zum 1. Juli in eine Festanstellung übernommen werden. Man könne sich dies schlicht nicht leisten, bedauert der Physiker: „Wir liegen seit dem 13. März bei null Euro Einnahmen.“ Derweil liefen Grundkosten für Gebäudeunterhalt, Betrieb, Belüftungsanlage und Versicherungen regulär weiter.

Im Hinblick auf eine mögliche Wiedereröffnung, die Lungenstraß abhängig von den politischen Entscheidungen frühestens zu den Sommerferien für möglich hält, gebe es Überlegungen, wie sich die Hygieneregeln bei eingeschränktem Vorstellungsbetrieb im Galileum umsetzen ließen.

Denkbar sei zum Beispiel, die Zahl der Besucher zu beschränken und nur jeden zweiten Platz und jede zweite Reihe zu besetzen. Dabei sieht Lungenstraß ein Kernproblem: „Grundsätzlich wäre es zwar möglich, die Besuchergruppen durch unsere zwei Treppenhäuser zu schleusen. Aber man landet eben immer wieder bei der Kinosituation.“ Bei allen Entscheidungen befände er sich in enger Abstimmung mit der Stadt.

Dennoch blicke das Team um Frank Lungenstraß nach vorn: „Die coronamäßige Schockstarre haben wir inzwischen überwunden und arbeiten jetzt auf Sicht.“ Geplant seien neue Programm- und Showelemente und auch bei den Live-Programmen im Herbst werde es einige „schöne Ergänzungen“ geben, die Lungenstraß aber noch nicht verraten wolle. „Wir möchten die Menschen ja noch ein bisschen neugierig machen.“

Der Eröffnung des Galileums ging eine Planungszeit von 13 und ein Bau von drei Jahren voraus. Die Kosten für das ehrgeizige Vorzeigeprojekt beliefen sich auf rund neun Millionen Euro. Unter der Federführung von Dr. Frank Lungenstraß und seinem Verein, der Walter-Horn-Gesellschaft, wurde es mit viel ehrenamtlichem Engagement aus der Taufe gehoben.

Galileum

Der Verein Walter-Horn-Gesellschaft betreibt seit 1921 die Sternwarte Solingen, die sich nunmehr mit dem Planetarium unter einem Dach befindet. Vorsitzender und Schatzmeister des Vereins ist der promovierte Physiker Dr. Frank Lungenstraß, Präsident der Medizintechniker Guido Steinmüller.

galileum-solingen.de

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