Ausbildung

Für 2022 sind noch 400 Lehrstellen frei

Für 2022 gibt es noch mehr als 400 freie Lehrstellen im bergischen Städtedreieck.
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Für 2022 gibt es noch mehr als 400 freie Lehrstellen im bergischen Städtedreieck.

Aller Krisen zum Trotz bilden viele Betriebe weiterhin aus.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Elektroniker für Geräte und Systeme, Kaufleute für Büromanagement, Zerspanungsmechaniker, Köche, Fachinformatiker, Kanalbauer – sie alle werden noch gesucht. Mehr als 400 Ausbildungsstellen sind im bergischen Städtedreieck frei, allein für dieses Jahr. Trotz der wirtschaftlich angespannten Lage bemühen sich Betriebe aus nahezu allen Branchen um Nachwuchskräfte. „Wir bekommen immer noch neue Stellen für 2022 gemeldet“, berichtet Gabriele Naurath-Prangel von der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal. Die Chancen für unversorgte Jugendliche stehen gut, kurzfristig eine Lehrstelle zu finden.

„Eigentlich haben sie die Qual der Wahl, manche muss man aber etwas an die Hand nehmen“, sagt Maria Carroccio Ricchiuti von der Stabsstelle „Kein Abschluss ohne Anschluss“. Sie war gestern an der Kamper Straße vertreten. Auf dem Gelände der Agentur für Arbeit fand eine sogenannte Nachvermittlungsaktion statt. Dabei verfolgt der Bergische Ausbildungskonsens das Ziel, Bewerber und Betriebe nach Beginn des Ausbildungsjahres zusammenzubringen. Dem Bündnis gehören unter anderem die Bergische Industrie- und Handelskammer, Arbeitgeber- und -nehmervertreter, das Handwerk sowie Agentur für Arbeit und Jobcenter an.

Wer noch 2022 eine Lehre aufnehmen möchte, sollte sich beeilen. „Die Inhalte der Berufsschule müssen logischerweise nachgeholt werden“, erläutert Maria Carroccio Ricchiuti. Das bestätigt Sascha Bomann, Abteilungsleiter Ausbildung der Kreishandwerkerschaft Solingen-Wuppertal: „Noch haut das gut hin.“ Starte die Ausbildung noch später, werde es kompliziert, den Prüfungsrhythmus der Mitschüler einzuhalten. „Wir versuchen aber, das Beste rauszuholen“, betont Bomann.

Er rät Jugendlichen, die sich für eine Ausbildung interessieren, zu Praktika. Die seien der beste Weg, um herauszufinden, „was einem Spaß macht und was nicht“. Zudem komme man bei Probearbeiten mit Betrieben in Kontakt. Gabriele Naurath-Prangel wirbt zudem dafür, die Beratungsangebote des Bergischen Ausbildungskonsenses wahrzunehmen, ob in Schulen oder an anderer Stelle: „Wir können bei vielen Fragen weiterhelfen.“

Der Bedarf an Fachkräften ist in vielen Betrieben groß

Ob in Handwerk, Pflege und Industrie – Angebot ist ausreichend vorhanden. Rund 800 freie Stellen wurden seit Oktober 2021 in Solingen gemeldet, im Städtedreieck sind es mehr als 3100. Die wirtschaftlich angespannte Lage führe bislang nur vereinzelt dazu, dass Unternehmen das Thema Ausbildung zurückstellen. Gabriele Naurath-Prangel, Maria Carroccio Ricchiuti und Sascha Bomann vermuten, dass sich das im kommenden Ausbildungsjahr trotz der schwierigen Situation vieler Unternehmen nicht signifikant ändern wird. Zu groß sei in den meisten Betrieben der Bedarf an Fachkräften. „Wer heute nicht ausbildet“, macht Bomann deutlich, „ist in ein paar Jahren verloren.“

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