Verbreiterung der Fahrbahn

Fünf Varianten für den Ausbau der A 3

Bei der aktuellen Baustelle auf der A 3 werden bis 2023 die Fahrbahnen saniert. Der achtstreifige Ausbau soll ab 2030 erfolgen. Foto: Christian Beier
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Bei der aktuellen Baustelle auf der A 3 werden bis 2023 die Fahrbahnen saniert. Der achtstreifige Ausbau soll ab 2030 erfolgen.

Autobahn wird zwischen Opladen und Hilden auf acht Streifen erweitert – wohl mit leicht veränderter Trasse.

Solingen. Eine Verbreiterung der Autobahn 3 zwischen Opladen und Hilden ist aus Sicht der Autobahngesellschaft notwendig. Das betonten Experten des zum Jahresbeginn gegründeten Bundesunternehmens im ST-Gespräch. Sie prüfen derzeit, wie die Trasse genau verlaufen soll. Auf Solinger Gebiet ist es wahrscheinlich, dass die Trasse um einige Meter in Richtung Langenfeld (Westen) verschoben wird, um das Naturschutzgebiet Ohligser Heide möglichst zu schonen.

Eine neue Anschlussstelle an der Haus Gravener Straße spielt bei den Planungen derzeit keine Rolle. Stattdessen wird die bestehende Anschlussstelle ab 2022 saniert.

Warum wird ausgebaut?

Die A 3 sei in diesem Bereich eine der am meisten befahrenen Straßen Deutschlands, erklärte der Leiter der Kölner Außenstelle der Autobahngesellschaft, Willi Kolks. Projektleiter Andreas Früh berichtete von 120 000 Autos am Tag. 2030, wenn der Ausbau starten soll, rechnet er mit 135 000 Fahrzeugen. Weil es wegen des hohen Verkehrsaufkommens bereits jetzt oft zu Staus komme, sei der Ausbau im Bundesverkehrswegeplan in der höchsten Prioritätenstufe vermerkt. Für die Baustelle sind 275 Millionen Euro eingeplant.

Welche Varianten gibt es?

Für die Trassenplanung haben die Fachleute der Autobahngesellschaft den betreffenden Abschnitt der A 3 noch einmal in sieben Unterabschnitte unterteilt. Für jeden Unterabschnitt wird laut Ingenieur Frederik Garbe geprüft, ob die Trasse auf der jetzigen Achse symmetrisch nach beiden Seiten erweitert, oder ob die Achse stärker (um rund 20 Meter) oder leichter (drei Meter) jeweils nach Osten oder Westen verlagert wird. So ergeben sich fünf Varianten.

Wie wird die Trasse verlaufen?

Während Garbe für die meisten Unterabschnitte einen symmetrischen Ausbau favorisiert, könnte es auf Solinger Gebiet leichte Änderungen an der Trasse geben. Im Bereich zwischen der Anschlussstelle Solingen in der Hardt und der Raststätte Ohligser Heide wird laut Garbe derzeit eine leichte Verlagerung in Richtung Westen favorisiert. Zwischen der Raststätte und der Brücke über die Bundesstraße 228 (Elberfelder Straße) in Hilden wird es wohl entweder einen symmetrischen Ausbau oder ein leichtes Verschwenken nach Westen geben. Laut Garbe sind diese Varianten am verträglichsten für die Natur in der Ohligser Heide und anderen Naturschutzgebieten.

Werden Standstreifen freigegeben?

Eine zeitweise Freigabe der Standstreifen für den Verkehr in Stoßzeiten – dies ist eine Forderung der Ausbaugegner – kann laut Ingenieur Ahmet Ben Moallem aus rechtlichen Gründen keine Dauereinrichtung sein. Sie dürfe nur als Übergangslösung eingerichtet werden, wenn ein Ausbau geplant sei. Bei hohen Kosten – unter anderem müsste eine Videoüberwachung installiert werden – brächte sie nur eine Reduzierung der Staus um etwa 18 Prozent. Beim achtstreifigen Ausbau wären es 85 Prozent. Zu prüfen ist laut Projektleiter Früh, ob sich eine solche Investition für die sieben Jahre zwischen Ende der derzeit laufenden Fahrbahnsanierung und dem geplanten Beginn des Ausbaus lohne.

Wird die A 3 nach 2030 staufrei?

Auch nach dem Ausbau ist laut Autobahngesellschaft noch mit Staus zu rechnen. Es würden aber deutlich weniger sein. Laut Andreas Früh wird geprüft, ob zusätzlich elektronische Verkehrsregelungsanlagen – wie jetzt auf dem Kölner Autobahnring – installiert werden müssen.

Gegner

Gegen den achtstreifigen Ausbau der A 3 regt sich vor allem aus Umweltschutzgründen Widerstand. In Langenfeld und Hilden hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, auch der Bund Umwelt- und Naturschutz hat protestiert. Solingen und andere Anrainerstädte haben Bedenken angemeldet. In der jüngsten Stellungnahme spricht sich die Stadt Solingen generell gegen den Ausbau aus.

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