Abriss im Spätsommer

Wohnen am Fronhof: Der Weg für den Neubau ist frei

Die Mitglieder der Bezirksvertretung Mitte und des Stadtplanungsausschusses konnten sich vor der Sitzung ein Modell anschauen, wie der Neubau zwischen Fronhof und Clemens-Galerien aussehen wird. Beide Gremien stimmten den Plänen einstimmig zu und ersetzen altes Baurecht durch einen städtebaulichen Vertrag zwischen Stadt und Investor. Foto: Christian Beier
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Die Mitglieder der Bezirksvertretung Mitte und des Stadtplanungsausschusses konnten sich vor der Sitzung ein Modell anschauen, wie der Neubau zwischen Fronhof und Clemens-Galerien aussehen wird. Beide Gremien stimmten den Plänen einstimmig zu und ersetzen altes Baurecht durch einen städtebaulichen Vertrag zwischen Stadt und Investor.

Planungsausschuss und Bezirksvertretung Mitte stimmten Projekt aus der Feder Hamburger Architekten zu.

Von Philipp Müller

Solingen. Mit einem Modell und einer Vorschau auf der Leinwand präsentierte der Hamburger Architekt Alf M. Prasch wie der Neubau auf den Grundstücken von Kaufhof und P & C aussehen wird. Der Bauleiter des Hamburger Büros Prasch, Buken und Partner, Felix Weiss, erklärte, dass 81 Wohnungen entstehen werden und die Clemens-Galerien durch eine Passage durch den Neubau mit dem Fronhof verbunden werden.

Alles zu den Plänen an den Clemens-Galerien

Diese Pläne waren im Walder Stadtsaal Basis für eine jeweils einstimmige Abstimmung durch die Bezirksvertretung Mitte und den Stadtplanungsausschuss, dafür das Baurecht zu ändern. Der alte Bebauungsplan wurde aufgehoben, und an seine Stelle tritt ein städtebaulicher Vertrag zwischen der Stadt Solingen und der Solingen Fronhof GmbH. Sie ist Eigentümer und künftiger Bauherr.

Die Zusammenarbeit mit den Investoren war sehr gut.

Andreas Budde, Planungsdezernent

Für die Investoren-Gesellschaft trat auch Udo Stocker in der gemeinsamen Sitzung der Bezirksvertretung und des Ausschusses auf. Stocker ist sowohl für die Fortentwicklung der Clemens-Galerien als auch als Macher im Hintergrund des Neubauprojekts tätig. Er kündigte an, dass gegen Ende des Sommers mit dem Abriss der alten Immobilien begonnen werden soll und Mitte 2024 der Neubau stehen soll.

So soll der Neubau aussehen

Felix Weiss stellte mit einer 3D-Animation das Projekt vor. Es wird im Wesentlichen fünf Geschosse hoch sein. Jedoch fällt es zur Seite Klosterwall und Fronhof auf drei Geschosse herunter. Mit dieser Terrassenform passt sich der Neubau an die anliegenden Gebäude an. Markant ist auf der Seite, wo jetzt Kaufhof steht, dass sich dort ein großer Innenhof befindet, der begrünt wird.

Im September 2021 tagten beide Gremien bereits zu den Plänen. Dabei wurde die geplante Passage als möglicher Angstraum kritisiert. Das haben die Architekten aufgegriffen und auf eine Überdachung bis auf einen kurzen Durchgang durch das Gebäude verzichtet. Die Läden für Handel, Gastronomie und Dienstleistungen bekommen jetzt Vordächer, die die Besucher vor Regen schützen sollen, ansonsten bleibt der Blick zum freien Himmel offen. Einziehen wird unter anderem ein Lebensmittelmarkt. Dafür seien aber laut Felix Weiss „noch mehrere Anbieter im Rennen.“

Die 81 Wohnungen richten sich vorwiegend an die älteren Generationen, machte Udo Stocker deutlich. Es gibt Bereiche für Wohngruppen, solche für betreutes Wohnen, aber auch andere Mieter werden einziehen können. Wann die Vermarktung beginnt, blieb in der Sitzung offen. Solingens neuer Planungsdezernent Andreas Budde (parteilos) begleitete die Pläne nur noch in der Endphase und erklärte dazu den Sitzungsteilnehmenden: „Die Zusammenarbeit mit den Investoren war sehr gut.“

Aus den Ausführungen von Alf M. Prasch und Felix Weiss wurde erkennbar, wie tief in die Details die Planungen gegangen sind, die alle in einem städtebaulichen Vertrag mündeten. Darin ist beispielsweise geregelt, dass viele Flächen auf den Dächern, Balkonen und Terrassen begrünt werden. Zugleich gibt es ein Niederschlagswasser-Management, dass Wassermassen bei Starkregen abführt. Photovoltaik holt Sonnenenergie ins Haus. Mit Kraft-Wärmekopplung kommt modernes Heizen zum Einsatz.

Andreas Budde erklärte noch, wie es jetzt weitergeht. Der notwendige Bauantrag liege bereits vor. Nach der Zustimmung durch den Ausschuss und die Bezirksvertretung werde unmittelbar der Vertrag zwischen Stadt und Fronhof GmbH erfolgen. Ein weiterer Vertrag wird die Umgestaltung des Klosterwalls umfassen, um die Wegebeziehungen zu verbessern. Udo Stocker gab sich zudem zuversichtlich, dass sich Clemens-Galerien und Neubau gegenseitig befruchten werden.

Neubau-Details

Wohnungen: Diese sind zwischen 40 und 85 Quadratmeter groß. 22 Prozent verfügen über 1,5 Zimmer, weitere 22 Prozent über 3 Zimmer, den Rest machen 2-Zimmer-Wohnungen aus. 12 Wohnungen zwischen 58 und 68 Quadratmetern sind mit 8,80 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche preisgebunden.

Parken: Eine Tiefgarage wird an die Clemens-Galerien angebunden.

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