Letzte Ruhe

Friedhofskultur rückt in den Mittelpunkt

Oberbürgermeister Tim Kurzbach (r.) eröffnete am Freitag den Memoriam-Garten gemeinsam mit dem Initiator Rudolf Breuer (2. v. l.) von der gleichnamigen Friedhofsgärtnerei sowie den beiden Söhnen.
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Oberbürgermeister Tim Kurzbach (r.) eröffnete am Freitag den Memoriam-Garten gemeinsam mit dem Initiator Rudolf Breuer (2. v. l.) von der gleichnamigen Friedhofsgärtnerei sowie den beiden Söhnen.

Auf dem Waldfriedhof in Ohligs wurde ein Memoriam-Garten eröffnet.

Von Katharina Birkenbeul

Solingen. Die Friedhofskultur ist eine der wichtigsten in der Kultur des Menschen. Mit den Jahren verändert sich diese. Vor etwa zwanzig Jahren wurden die meisten Toten in Särgen bestattet, heute geht der Trend zur Urnenbestattung. Interessant für Angehörige sind aber auch Gemeinschaftsgräber, bei denen Friedhofsgärtner die Dauerpflege übernehmen. Genau so ein Grab ist gestern auf dem Waldfriedhof in Ohligs eröffnet worden. Der sogenannte Memoriam-Garten wurde seitens der Friedhofsverwaltung der Technischen Betriebe Solingen mit der Friedhofsgärtnerei Breuer eingerichtet.

Der Memoriam-Garten besteht aus sechs kleinen Flächen, die bereits voll begrünt sind. Zwei davon bieten insgesamt Platz für 30 Särge, auf die anderen vier Flächen passen etwa 120 Urnen. „Die individuelle Gestaltung ist wichtig für die Trauerverarbeitung der Angehörigen. Und manche Angehörige können die Pflege eines Grabes nicht mehr stemmen, den Aufwand nehmen wir den Angehörigen ab“, erklärt Rudolf Breuer, Seniorchef der gleichnamigen Friedhofsgärtnerei, die Idee hinter dem Memoriam-Garten. Mit dem Gemeinschaftsgrab will man deshalb bewusst weg vom Schachbrettmuster. Der Steinmetz Globisch in Solingen hat bei der Gestaltung geholfen. Das Unternehmen ist für die Grabsteine zuständig.

„Die Bestattung muss auch immer mit der Einstellung der Menschen zusammenpassen, und dabei stellt der Memoriam-Garten eine gute Möglichkeit dar“, betont Andreas Brühne von der Friedhofsverwaltung der Stadt. Ein ähnliches Grab gibt es bereits seit 2009 in Gräfrath. Da dieses bald voll ist, werden derzeit Überlegungen angestellt, wie ein weiteres Grab dieser Art angelegt werden kann.

Neben der Eröffnung des Memoriam-Gartens stand der Tag auf dem Waldfriedhof ganz im Zeichen des „Immateriellen Kulturerbes der Friedhofskultur“. Ein Schild mit dieser Aufschrift ziert nun die Kapelle des Friedhofes. Es soll aufmerksam auf die Bedeutung eines Friedhofes und dessen Kultur machen. „Wir stellen damit das Thema endlich mal in den Mittelpunkt, denn auch wenn der Tod mit Trauer verbunden ist, gehört der Friedhof zum Leben dazu“, erklärt Andreas Brühne. Damit gehört Solingen zu einem bundesweiten Netzwerk von über 100 Städten, die sich seit März dieses Jahres als immaterielles Kulturerbe der Friedhofskultur betiteln können. Möglich ist das, weil die Unesco den Friedhof im Allgemeinen in das Verzeichnis der Kulturerbe aufgenommen hat.

Über einen QR-Code gibt es Informationen über Friedhöfe

Das Schild, das an allen städtischen Friedhöfen aufgehangen wird, ist mit einem QR-Code versehen, den Interessierte scannen können. Sie erhalten Informationen zum Kulturerbe an sich, aber auch über die Natur, über das Erinnern und über die Geschichte des Friedhofs. Auch Oberbürgermeister Tim Kurzbach liegt das Thema am Herzen. „Die Würde des Menschen endet nicht mit dem Tod und schöne Friedhöfe wie der Ohligser Waldfriedhof geben den Menschen Halt.“

Eckdaten

In Solingen gibt es drei städtische Friedhöfe: den Waldfriedhof in Ohligs, den Parkfriedhof in Gräfrath und einen Friedhof in Burg. Der Waldfriedhof umfasst 18 Hektar, auf denen 900 Gräber Platz finden.

Noch vor 20 Jahren wurden nur wenige Solinger in Urnen bestattet. „Heute sind es auf dem Evangelischen Friedhof Ohligs mehr als 60 Prozent“, erklärt Klaus Hammes, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Ohligs.

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