Ende nach fünf Jahren

Friedensmahnwachen enden mit ökumenischer Feierstunde

Organisator Hermann Josef Dörpinghaus begrüßte Mitstreiter in der Apsis von St. Clemens. Foto: Christian Beier
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Organisator Hermann Josef Dörpinghaus begrüßte Mitstreiter in der Apsis von St. Clemens.

Vor fünf Jahren riefen Ursula und Herrmann Josef Dörpinghaus erstmals zu Demonstrationen auf dem Neumarkt auf.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. „Frieden in Europa“, „Frieden in Afghanistan“ oder auch „Frieden ist Nahrung für alle“ war auf den Schildern zu lesen – am späten Donnerstagnachmittag nicht wie sonst auf dem Neumarkt in sichtbarer Öffentlichkeit, sondern in der Apsis der Clemenskirche. Dort, an einem für die Organisatoren ungewöhnlichen Ort fand zum wahrscheinlich letzten Mal die „Mahnwache für den Frieden“ statt, die seit fünf Jahren einmal monatlich in der Innenstadt für Aufmerksamkeit gesorgt hat.

Rund 20 Menschen, katholische wie evangelische Christen und Muslime, waren gekommen, um erneut weltweit der Kriegsopfer zu gedenken und den Frieden zu beschwören.

„Wir möchten diese Aktion mit einer ökumenischen Feierstunde in der bisher bestehenden Form beenden“, sagte dazu Herrmann Josef Dörpinghaus, der die besondere Form der Demonstration vor fünf Jahren mit seiner Frau Ursula auf den Weg gebracht hatte. Anlass war der aufwühlende Post zweier syrischer Kinder, die sich in einem vom Krieg bereits zerstörten Haus versteckten und zumindest ihr Handy dabei hatten. So konnten sie über die sozialen Medien einen Hilferuf in die Welt schicken: „Morgen sind wir vielleicht schon tot, so wie unsere Eltern es schon heute sind“. Da entstand die Idee, „rauszugehen und wachzurütteln“, erklärte Dörpinghaus. Und zumindest sichtbar zu werden, um so zu signalisieren, dass man ganz und gar nicht damit einverstanden ist, dass kriegerische Auseinandersetzungen nach wie vor überall auf der Welt für unvorstellbares physisches wie psychisches Leid sorgen – das war der Antrieb der Gruppe um das Ehepaar Dörpinghaus.

Schnell ging es nicht mehr nur um den Syrien- Krieg, sondern „jedes Mal habe ich mit einem aktuellen Thema einen neuen Schwerpunkt der jeweiligen Zusammenkunft gegeben“, sagt Dörpinghaus. Nach fünf Jahren aber wolle man sich neu aufstellen. Viele der Mit-Mahner seien inzwischen verstorben, lebten altgeworden in Senioren-Einrichtungen oder hätten durch die Pandemie nun aktuelle soziale Aufgaben übernommen, die ihre Teilnahme an der Mahnstunde verhinderten. Ob es eine Nachfolgeveranstaltung geben werde, steht noch nicht fest.

Mit der religionsübergreifenden Andacht in der Apsis der Clemenskirche aber wolle man einen respektvollen Punkt hinter das Ganze setzen. Texte wurden vorgetragen, Gebete gesprochen, auch auf Arabisch wie etwa von Haiat Chanfouh, der Vorsitzenden des Internationalen Frauenzentrums, die ihre berührenden Worte danach ins Deutsche übersetzte.

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