ST vor Ort - die Stadtteilserie

Freizeitpark: Rechtsstreit geht in die nächste Runde

Grüne Wiese statt kühles Nass: Das ehemalige Freibad Aufderhöhe soll zu einem Freizeitpark mit Beachvolleyballfeldern und einer Minigolfanlage werden. Foto: Michael Schütz
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Grüne Wiese statt kühles Nass: Das ehemalige Freibad Aufderhöhe soll zu einem Freizeitpark mit Beachvolleyballfeldern und einer Minigolfanlage werden.

Seit 25 Jahren existiert der Förderverein, der sich für die Zukunft des Geländes im Josefstal einsetzt.

Solingen. Im Alter von 75 Jahren wollte Manfred Heim auf einer Bank im umgestalteten Freizeitpark Aufderhöhe sitzen. Inzwischen ist der Ehrenvorsitzende des Fördervereins 81. Bänke gibt es im Josefstal zwar, doch der Baustart für die geplanten Minigolf- und Beachvolleyballanlagen scheint noch in weiter Ferne. Die juristische Auseinandersetzung über das Projekt geht in die nächste Runde.

Die Pläne, das frühere Freibad in ein Freizeitgelände umzuwandeln, haben einen Rechtsstreit ausgelöst. Seit dem 10. Januar des vergangenen Jahres ist das aktuellste Verfahren beim Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster anhängig. Ein Anwohner, der seit Jahren juristisch gegen das Projekt vorgeht, hat eine Klage gegen den Bebauungsplan für das Grundstück eingereicht. Das OVG erklärt auf ST-Nachfrage: „Inzwischen hat sich ein neuer Anwalt für den Kläger bestellt, der auch die Antragsbegründung eingereicht hat“ – nach fast eineinhalb Jahren.

Nun habe die Stadt Solingen Gelegenheit zur Stellungnahme. Über den weiteren zeitlichen Ablauf des Verfahrens könne das OVG keine Aussage treffen. Im Solinger Rathaus ist die Antragsbegründung inzwischen eingegangen. Nach einer ersten groben Einschätzung scheine sie vor allem Argumente zu beinhalten, die aus dem bisherigen Verfahren bekannt sind, erklärt Stadtdirektor Hartmut Hoferichter. Die Fachanwälte, die die Verwaltung in dieser Angelegenheit vertreten, werten die Begründung nun im Detail aus. Es sei denkbar, bis Ende August Stellung zu nehmen. Für eine Einschätzung, welche inhaltlichen und zeitlichen Auswirkungen das neuerliche Verfahren auf die Pläne an der Höher Heide hat, sei es noch zu früh.

Geschäftsführer des Fördervereins Freizeitpark: „Die Situation bleibt unbefriedigend.“

„Die Situation bleibt unbefriedigend“, betont Dirk Wiebenga. Er ist der Geschäftsführer des Fördervereins Freizeitpark Aufderhöhe. Seit 25 Jahren setzt sich der Zusammenschluss für eine neue Nutzung des Areals ein. Wiebenga hofft, möglichst bald Klarheit zu haben. Das sei nicht nur für das Projekt selbst, sondern auch für den Verein wichtig. Neue Mitglieder zu gewinnen und bestehende zu motivieren, sei angesichts der vielen Unklarheiten schwierig. „Wir bewegen uns im luftleeren Raum.“

Das bemängelt auch Manfred Heim. Seit 1990 die letzte Badesaison an der Höher Heide endete, engagiert er sich für die Zukunft des idyllisch gelegenen Areals. Im März 1996 gründete sich zunächst der Förderverein Freizeit-, Sport- und Badegelände Aufderhöhe. Das Ziel der Ehrenamtler war, eine Bade- und Freizeitanlage im Ganzjahresbetrieb zu schaffen. Mehr als ein Jahrzehnt später folgte die Umbenennung in Förderverein Freizeitpark Aufderhöhe.

25-Jähriges Jubiläum soll gefeiert werden

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens möchte Heim in diesem Jahr zu einem kleinen Sommerfest auf dem Gelände einladen, sofern es die Corona-Situation zulässt. Die Pandemie hat dazu geführt, dass sich einige Kinder- und Jugendgruppen des TSV Aufderhöhe im ehemaligen Freibad anstatt in der Sporthalle austobten. Zusätzlich ist es dort wieder möglich, zweimal wöchentlich Boule und Bodenschach zu spielen.

„Wir haben schon viele Enttäuschungen erlebt“, sagt Manfred Heim. Auch über die neuerliche Verzögerung ärgere er sich. Aber da sei nichts zu machen. Der 81-Jährige hat die Hoffnung, dass das OVG Münster schnell eine Entscheidung trifft. „Vielleicht haben wir im kommenden Jahr Klarheit, dass wir loslegen können.“ Und wenn es anders kommt? Auch dann möchte Heim weitermachen: „Ich spüre eine große Verbundenheit zu diesem Gelände.“ Daran können die wiederholten Rückschläge nichts ändern.

Chronik

2009: Die Stadt beginnt mit der Arbeit an einem Bebauungsplan für das frühere Freibad-Gelände. Zwei Jahre später geht die erste Klage gegen das Vorhaben ein. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster erklärt den Bebauungsplan im August 2012 für nichtig.

2014: Die Stadt erarbeitet einen neuen, auf den Freizeitpark zugeschnittenen Bebauungsplan. Nach vielen Anpassungen tritt dieser Ende 2019 in Kraft. Wenige Wochen später geht beim OVG erneut ein Antrag auf Normenkontrollklage ein. Das Verfahren läuft noch.

Alle Folgen unserer Stadtteilserie gibt es hier.

ST vor Ort: Die große Stadtteilserie - diese Woche aus Aufderhöhe

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Themen der Woche: Die Verkehrssituation, das Freizeitpark-Projekt, das zweitälteste Gebäude der Stadt, das Leben im Börkhauser Feld und Tagespflege in Bethanien – diese Aufderhöher Themen behandelt das ST diese Woche.

Lesertelefon: Über Anregungen für Aufderhöher Themen freut sich Manuel Böhnke. Er ist heute zwischen 16 und 17 Uhr unter Tel. 299-133 erreichbar. Uhrzeitunabhängig können Sie gerne eine E-Mail schreiben: manuel. boehnke@ solinger-tageblatt.de

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