Schließung

Freizeitpark Ittertal bleibt geschlossen

Bruno Schmelter vom Freizeitpark Ittertal vor einem historischen Karussell.
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Bruno Schmelter vom Freizeitpark Ittertal vor einem historischen Karussell.

Für eine Wiedereröffnung fehlen Betreiber Bruno Schmelter Geld und Personal. Es gibt einen potenziellen Käufer.

Von Kristin Dowe

Der Kummer ist Bruno Schmelter ins Gesicht geschrieben, als er sich inmitten der nostalgischen Karussells und leicht verwitterten Märchenfiguren umschaut. Wie aus der Zeit gefallen wirkt die Kulisse. Ein Mann mit einem Laubbläser in der Hand säubert unermüdlich die Wege im Eingangsbereich des historischen Freizeitparks Ittertal. Wozu er das noch macht, weiß Schmelter auch nicht genau. Denn der alte Park in Wald bliebt nun dauerhaft geschlossen.

„Meine Frau und ich schaffen das einfach nicht mehr. Uns fehlt das Geld und vor allem auch das Personal“, bedauert der Freizeitpark-Chef. Aufgrund einer Borreliose-Erkrankung ist der 75-Jährige gesundheitlich stark angeschlagen. Entgegen der ursprünglichen Pläne hätten sich auch die beiden Töchter der Schmelters aus dem Freizeitpark-Geschäft zurückgezogen, um sich ganz auf ihre anderen Aktivitäten, etwa auf der Osterkirmes, zu konzentrieren. „Das stellt uns vor Probleme“, sagt Schmelter, der aus einer alten Düsseldorfer Schausteller-Familie stammt.

Eine vage Hoffnung, dass der Park nicht endgültig verschwindet, hegt Schmelter indes noch. Nach seinen Angaben gibt es einen Interessenten, der das Gelände erwerben möchte. Noch sei aber nichts in trockenen Tüchern. „Wir stehen kurz vor dem Notartermin“, sagt Schmelter. Was der potenzielle Käufer mit dem Gelände vorhat, wisse er nicht. Sicher sei nur, dass das historische Karussell erhalten werden müsse. Es steht unter Denkmalschutz.

Zwei Jahre lang hatte Schmelter nach einem Käufer für die historische Anlage gesucht, die sich im malerischen Ittertal auf rund 50 000 Quadratmeter erstreckt. Einige Interessenten habe es auch gegeben, seien aber vor den erforderlichen Investitionen abgeschreckt worden.

Schon seine Urgroßeltern besaßen Karussells, das Kirmes- und Freizeitparkgeschäft ist Schmelter eigentlich in die Wiege gelegt. Den etwa 150 Jahre alten Freizeitpark hat er vor rund 20 Jahren erworben und seitdem viel Geld und Mühe in das Projekt gesteckt. Vollkommen heruntergekommen war der alte Märchenwald mit seinen Figuren, den Schmelter liebevoll wieder aufgemöbelt hatte. „Ich habe hier verbrannte Erde vorgefunden“, erinnert er sich. Den nostalgischen Charme des Parks wollte Schmelter bewahren und spricht noch immer im Präsens, wenn er klarstellt: „Wir sind nicht das Phantasialand. Wir sind der historische Freizeitpark Ittertal.“

Negative Bewertungen im Internet schmerzen den Betreiber

„Reichtümer habe ich mit dem Park nie verdient“, gibt Schmelter zu. Jedes Jahr habe er bis zu 30 000 Euro investiert, um die Anlage instandzuhalten. Um so mehr schmerzt den Schausteller das Aus. Auch verletzten ihn oft despektierliche Kommentare in den sozialen Netzwerken, die sich über Überholungsbedarf des Parks auslassen.

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