Eine weitere Tote

78 Freiwillige springen ein und sichern die Impfungen

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Der Solinger Allgemeinmediziner Dr. Werner Klur impfte die erste Bewohnerin.

Abstimmungsprobleme zwischen Kassenärzten und Heimen – Impftermin auf 2. Januar verlegt.

Von Björn Boch

Solingen. Die zweite Impfrunde am Dienstag in den Solinger Altenheimen sorgte für Probleme: Offenbar hatte die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo), zuständig für die Organisation, vor Weihnachten nicht ausreichend Helfer gefunden. Das Ärztenetzwerk Solimed sorgte auf Initiative von OB Tim Kurzbach (SPD) und dem ehrenamtlichen Solinger KV-Vorsitzenden Dr. Stephan Lenz dafür, dass die Impfungen doch wie geplant stattfinden konnten.

„Wir sind ein sehr persönliches Netzwerk, von den meisten Ärzten sind die Privatnummern hinterlegt“, berichtet Dr. Stephan Kochen von Solimed, der am Dienstag im Einsatz war. Er zeigte sich im Gespräch mit dem ST „tief beeindruckt“ von der Hilfsbereitschaft. 30 Ärzte und 48 Assistenzkräfte konnten binnen 36 Stunden für die Impfaktion gewonnen werden. „Dazu kamen die Mitarbeiter sowie Freiwillige in den Heimen. Dort war alles super vorbereitet“, so Kochen. Man habe die Impfungen reibungslos durchführen können und wertvolle Erfahrungen gesammelt. „Und alle, die dabei waren, wollen für weitere Einsätze eingeplant werden.“

Die Impfungen in den Altenheimen sollten am Donnerstag weitergehen, sind aber auf 2. Januar verschoben worden. Dann werden sie wieder mit der Hilfe von Solimed durchgeführt. Die KVNo bezeichnete den Prozess der Organisation als „extrem komplex“. Vor allem der Start am Sonntag sei sehr gut gelungen, in der Region Nordrhein seien mehr Menschen geimpft worden als irgendwo sonst in Deutschland. Zu Solingen hieß es auf Anfrage: „Für den 31. Dezember lagen uns leider keine Meldungen von zu beliefernden und aufzusuchenden Einrichtungen vor, die wir aber rechtzeitig brauchen, um den Impfstoff in der benötigten Menge bestellen zu können. In Solingen wussten auch Heime, die uns von der Kommune mitgeteilt worden waren, nichts davon, dass sie uns genaue Bedarfe melden und entsprechende Vorbereitungen treffen müssen.“ An solchen „kommunikativen Klippen“ werde gefeilt.

Die Stadt betont, die Listen der Heime früh geliefert zu haben – und sieht die Ursache in Kommunikationsproblemen zwischen KVNo und den Einrichtungen. Die Pressestelle teilte am Mittwochabend mit, dass Dr. Stephan Lenz und der Leiter des Impfzentrums, Udo Stock, eine engere Kooperation vereinbart haben, um die Düsseldorfer Zentrale der KV bei der Vorbereitung der Impfaktionen besser unterstützen zu können. Dazu gehöre unter anderem der Aufbau eines Teams von Solinger Ärzten, die Impfungen durchführen. „Wie sich gezeigt hat, lassen sich die Impfaktionen besser organisieren, wenn den lokalen, ehrenamtlichen Strukturen der KV vor Ort eine größere Aufgabe zugewiesen wird, als ihnen vom Land NRW ursprünglich zugedacht war.“

Die kurzzeitige Verschiebung des Termins stelle kein großes Problem dar, weil die für Solingen bestimmten Impfdosen der Stadt auf jeden Fall erhalten blieben. Nach der nächsten Lieferung, die nun am 2. Januar erfolgen soll, wird es laut Plan des Landes NRW wohl erst am 18. Januar weitere Impfdosen geben.

Indes ist eine weitere Frau, Jahrgang 1939, im Zusammenhang mit Corona gestorben. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle in Solingen auf 95.

Aktuelle Informationen zur Corona-Situation in Solingen erhalten Sie in unserem Corona-Blog.

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