Kultur

Freier Eintritt ins Industriemuseum für ST-Leser

Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Konsums: Was haben Sie als Jugendlicher unbedingt gebraucht? Worauf können Sie heute auf keinen Fall verzichten?
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Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Konsums: Was haben Sie als Jugendlicher unbedingt gebraucht? Worauf können Sie heute auf keinen Fall verzichten?

Leser-Aktion zu „Must Have“ startet.

Von Alexandra Dulinski

Solingen. Wer erinnert sich nicht an die Musiktruhe der Großeltern, das erste eigene Fahrrad, an den ersten Walkman oder an den begehrten iPod. Über Jahrzehnte hinweg hat sich nicht nur die Technik verändert, sondern auch das Bedürfnis nach Produkten. Das zeigt die Sonderausstellung „Must Have: Geschichte, Gegenwart, Zukunft des Konsums“, die in der Gesenkschmiede Hendrichs im Industriemuseum zu sehen ist.

Museumsleiterin Nicole Scheda präsentiert die Must Haves der Jahrzehnte. Sie möchte Besucher auch dazu anregen, über den eigenen Konsum nachzudenken.

„Wir zeigen Objekte, die für die Menschen wichtig waren und die sie brauchten“, berichtet Museumsleiterin Nicole Scheda. Der Besucher unternimmt dabei eine Zeitreise vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit. „Vor dem Fabrikzeitalter hatten die Menschen nur wenig Kleidung. Da wurde gesponnen, verwoben und geflickt“, erklärt Scheda. Ein Spinnrad und ein Butterfass seien die Must Haves – die Dinge, die jeder haben musste – vor dem Industriezeitalter gewesen.

Der Konsum hat sich über Jahrzehnte hinweg verändert. Trug man früher nur selbstgenähte Kleidung, steht man heute in Bergen von Verpackungsmüll.

Erst mit Beginn der Massenproduktion seien die Produkte deutlich preiswerter geworden. Durch die Industrialisierung kamen Markenartikel wie Nivea oder Maggi auf den Markt. Die Marken mussten sich zunächst ein Image aufbauen. „Damit kam auch die Werbung ins Spiel und das Verkaufen wurde plötzlich wichtig“, sagt die Museumsleiterin. Fußgängerzonen und Kaufhäuser entwickelten sich. Die heutige Hauptstraße sei unter dem Namen Kaiserstraße eine lebhafte Einkaufsmeile gewesen.

„Sie können Einfluss nehmen auf die Ausstellung und die Wahrnehmung des Objektes verändern.“
Nicole Scheda, Museumsleiterin

In den Notzeiten der Weltkriege sei es dann nur noch wichtig gewesen, ein Stück Brot zu besitzen. Ab den 50er Jahren, zur Zeit des Wirtschaftswunders, habe das Konsumdenken der Menschen dann wieder angefangen. „Die Leute hatten Geld in den Taschen für Dinge, die sie sich vorher nicht leisten konnten wie Reisen oder Fahrzeuge“, sagt Nicole Scheda.

Die Victoria Kr 25 Aero von 1950: Das Motorrad löste mit der Zeit das Fahrrad ab. Für viele Motorrad-Freunde musste es dieses eine Modell sein.

Mit der Ausstellung möchte sie den Besuchern die Möglichkeit geben, über ihr eigenes Konsumverhalten nachzudenken. Denn genau dort, in der Gegenwart, endet die Ausstellung mit bergeweise Verpackungsmüll. Die Exponate haben alle eine Geschichte zu erzählen, sagt Scheda. Sie selbst erinnere sich daran, wie sie als Jugendliche unbedingt eine Levis-Jeans besitzen wollte.

Um diese Geschichten zu erleben, gibt es in den kommenden zwei Wochen eine gemeinsame Aktion von Industriemuseum und Solinger Tageblatt. Ab heute, 25. Juli, bis einschließlich Sonntag, 9. August, erhalten Sie als ST-Leser inklusive Ihrer Begleiter kostenlosen Eintritt in das Museum, wenn Sie Zeitungsseite mit diesem Artikel (gedruckt oder als E-Paper auf dem Handy) an der Kasse vorzeigen. Im Gegenzug erhalten Sie einen Fragebogen über die Ausstellungsstücke, den Sie bitte ausfüllen und anschließend an der Kasse abgeben.

Suchen Sie sich eines der Exponate aus. Woran erinnert Sie das Objekt? Fällt Ihnen dazu eine persönliche Geschichte oder eine Erinnerung ein? Hat das Objekt Sie dazu angeregt, über Ihren eigenen Konsum nachzudenken?

Solingen: Erinnerungen werden in der Ausstellung und im ST veröffentlicht

„Eine Besucherin sah das Tonbandgerät und erzählte mir, wie sie mit dem gleichen Modell ihren Eltern beweisen konnte, dass ihre Klavierlehrerin ihr auf die Finger hieb“, berichtet Nicole Scheda. Erzählen Sie dem Museum und uns etwas über Ihre Verbindung zu den Must Haves. Denn die besten Einsendungen werden sowohl in der Sonderausstellung als auch im ST veröffentlicht.

„Sie können Einfluss nehmen auf die Ausstellung und mit Ihrem eigenen Beitrag die Wahrnehmung des Objektes verändern“, erklärt die Museumsleiterin. Dass der Besucher mitbestimmen könne, sei ein Teil moderner Museumsarbeit. Die Ausstellung läuft bereits seit Februar und sei vor der Corona-Krise ein Publikumsschlager gewesen, so Scheda. Zu sehen sind die Must Haves noch bis April 2021. Die Ausstellung wird aber vermutlich verlängert.

Aktion

Die Tageblatt-Aktion läuft ab heute, 25. Juli, bis zum 9. August. Das Museum hat täglich von 11 bis 17 Uhr für Sie geöffnet, nur montags bleibt es geschlossen. Der Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren ist ebenfalls frei.

https://t1p.de/zcto

Gesenkschmiede Hendrichs, Merscheider Straße 289-297

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