Corona-Lockerungen

Freibäder: Die Betreiber in Solingen sind optimistisch

Kein Job für Feiglinge: Betriebsleiter Thomas Czeckay vom Freibad Ittertal testet schon mal vorsichtig mit den Zehen die Wassertemperatur. Am Wochenende öffnet die Anlage in Wald ihre Pforten für Besucher. Foto: Christian Beier
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Kein Job für Feiglinge: Betriebsleiter Thomas Czeckay vom Freibad Ittertal testet schon mal vorsichtig mit den Zehen die Wassertemperatur. Am Wochenende öffnet die Anlage in Wald ihre Pforten für Besucher.

Anlagen müssen bei Öffnung Corona-Schutzbestimmungen einhalten.

Solingen. Noch ziert sich der Sommer im Bergischen ein wenig, doch glaubt man den Wetterprognosen, könnte das Thermometer zumindest in der kommenden Woche zwischenzeitlich die 30-Grad-Marke knacken. Für alle, die zurzeit nicht ihre Koffer für den Urlaub packen können, dürfte der erste Freibadbesuch des Jahres trotz der immer noch geltenden Beschränkungen wohl eine willkommene Abwechslung sein. Da auch die Zahl der Corona-Infektionen in der Klingenstadt einen deutlichen Abwärtstrend erkennen lässt, blicken die Betreiber optimistisch auf die Saison.

Im Heidebad ist der Startschuss bereits Mitte der vergangenen Woche gefallen. „Am ersten Öffnungstag konnten wir schon zwischen 80 und 100 Badegäste begrüßen“, bilanziert Kirsten Olsen-Buchkremer, Geschäftsführerin der Solinger Bädergesellschaft. „Damit sind wir sehr zufrieden.“ Da die Inzidenzzahl in Solingen aktuell seit mehr als fünf Werktagen unter 50 liegt, dürfen die Freibäder nun auch ihre Liegewiesen öffnen. Diese waren am ersten Öffnungstag im Heidebad noch geschlossen, zumal angesichts des eher durchwachsenen Wetters momentan ohnehin nur Hartgesottene ihre Bahnen zögen, so Olsen-Buchkremer. „Das Becken wird nicht beheizt. Da es die letzten Tage noch recht frisch war, ist das Wasser mit 20 Grad noch relativ kalt.“

Solingen: Heidebad verlängert Öffnungszeiten mit steigenden Temperaturen

Deshalb habe das Heidebad die Öffnungszeiten zunächst auf 10.30 bis 16 Uhr beschränkt. „Sobald es wärmer wird, werden wir die Öffnungszeiten auch ausweiten“, verspricht Olsen-Buchkremer. Derweil wird für den Besuch in beiden Solinger Freibädern entsprechend der Corona-Schutzverordnung noch ein aktueller Schnelltest oder ein Geimpft- beziehungsweise Genesenennachweis benötigt. Diese Beschränkung entfällt erst, wenn die Inzidenzzahl stabil unterhalb des Schwellenwerts von 35 liegt. Auch müssen Besucher des Heidebads entweder auf einer Liste ihre Kontaktdaten hinterlassen oder über die Luca-App einchecken, die bei der Eröffnung laut Olsen-Buchkremer schon intensiv genutzt worden sei. Eine Anmeldung über „Solingen Live“ sei zurzeit noch nicht notwendig – auf diese Regelung greife man erst zurück, wenn die Besucherzahlen bei höheren Temperaturen wieder anstiegen.

Das Team des Freibads Ittertal tastet sich derweil langsam an die Eröffnung heran. „Vielleicht öffnen wir erst mal das Schwimmerbecken und ziehen dann das Nichtschwimmerbecken nach“, sagt Betriebsleiter Thomas Czeckay. „Alle hoffen, dass die Zahlen so bleiben.“ In den kommenden Tagen müsse noch eine Wasserprobe labortechnisch untersucht und die Umwälzungsanlage testweise in Betrieb genommen werden.

Wasserprobe wird vor Eröffnung im Labor untersucht - Erst dann kann geöffnet werden

Je nachdem, wann das Ergebnis von der Wasserprobe vorliegt, werde das Freibad Ittertal „spätestens am Sonntag, vielleicht aber auch schon am Samstag“ für Besucher öffnen, ergänzt Hartmut Lemmer, Vorsitzender des Fördervereins Ittertal. Eine Online-Anmeldung wie im Heidebad werde es nicht geben. „Die Leute können sich vorab auf unserer Homepage informieren, wie stark das Freibad besucht ist und ob Plätze frei sind. Dann kann man auch ohne Anmeldung einfach vorbeikommen.“ An Werktagen sei aber noch nicht mit einem übermäßigen Andrang zu rechnen.

Die Zeit der Pause hat das Team des Fördervereins Ittertal für Wartungsarbeiten im Freibad genutzt. So wurden etwa einige Lecks an Gussrohren repariert und eine Dusche im Technikraum eingebaut, da die Auflagen des TÜVs dies vorschreiben. Finanziell ist der Förderverein dringend auf eine gute Sommersaison im Freibad angewiesen, betont Lemmer. „Die Wintersaison ist ja quasi komplett ins Wasser gefallen“, sagt er mit Blick auf die Eislaufbahn. Er hoffe auch, dass beizeiten die Testpflicht entfällt, da es ein hoher organisatorischer Aufwand sei, die Tests kontrollieren zu müssen. Insgesamt sei er zuversichtlich, dass die Eröffnung sicher und corona-konform über die Bühne gehe. „Das haben wir im vergangenen Jahr auch ganz gut hinbekommen.“

Hintergrund

Badegäste, die mit dem Fahrrad zum Heidebad kommen möchten, finden dort neue Fahrradständer – auch Pedelecs und E-Bikes finden in Ohligs jetzt Platz. In beiden Freibädern gibt es ein gastronomisches Angebot, das ebenfalls verfügbar sein wird.

Standpunkt: Ein Stückchen Normalität

Kommentar von Kristin Dowe

kristin.dowe@ solinger-tageblatt.de

An der frischen Luft ein paar Bahnen ziehen und anschließend auf dem Liegetuch ein leckeres Eis genießen – es sind solche kleinen Stückchen Normalität, die wir im Sommer 2021 mehr zu schätzen wissen als in der Zeit vor der Corona-Pandemie. Zwar muss fürs echte Freibadgefühl der Sommer (der ja kalendarisch auch erst am 21. Juni beginnt) noch ein paar Grad zulegen, doch stehen die Chancen dafür in den kommenden Tagen nicht schlecht. Möglich sind die Öffnungen nur, weil die Infektionszahlen rückläufig sind und das Infektionsrisiko dementsprechend sinkt. Nachdem die Pandemie den Betreibern im Sommer 2020 ordentlich die Bilanz verhagelt hat, ist ihnen nun eine gute Saison von Herzen zu gönnen, zumal in knapp vier Wochen schon wieder die Sommerferien vor der Tür stehen. Spätestens dann freuen sich sicherlich auch die Kinder und Jugendlichen, die im Zuge der Pandemie bislang viele Einschränkungen hinnehmen mussten, auf einen Freibadbesuch. Wenn sich alle weiterhin an die Maßnahmen halten und im Umgang mit dem Virus Vorsicht walten lassen, steht ungetrübtem Badespaß nichts mehr im Wege – und wir dürfen die Lockerungen reuelos genießen.

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