Bund genehmigt Förderantrag der Stadt Solingen

Freibad Ittertal wird mit sechs Millionen Euro saniert

Besucher aller Altersgruppen suchen im Ittertal Abkühlung.
+
Backen und Technik werden im Ittertal saniert.

Mit den 6 Millionen ist vorgesehen, die beiden Schwimmbecken mit Edelstahl auszukleiden.

Von Philipp Müller

Solingen. Hartmut Lemmer, der Vorsitzende des Trägervereins der Sport- und Freizeitanlage Ittertal, war am Mittwoch hocherfreut ob der Kunde aus Berlin. In der Bundeshauptstadt wurde ein Antrag der Stadt genehmigt. Das Freibad erhält demnach 6 Millionen Euro Zuschuss für eine Sanierung. Die Stadt muss nun noch den Eigenanteil von voraussichtlich knapp 2,6 Millionen Euro zur Verfügung stellen, damit der Baustart erfolgt.

Hartmut „Hucky“ Lemmer sagte: „Das ist eine riesige Chance für das Ittertal.“ Seit 1975 sei das Freibad nicht mehr grundlegend saniert worden. Mit den knapp 8,6 Millionen Euro ist vorgesehen, die beiden Schwimmbecken mit Edelstahl auszukleiden – das sei heutzutage üblich. Auch werde es eine neue, energiesparende Technik geben. Weiterhin hofft der Ittertal-Verein noch auf Mittel aus der Fluthilfe, um das im Juli überspülte Außengelände instandsetzen zu können.

Ingo Schäfer, SPD-Bundestagsabgeordneter aus Solingen, berichtete von „harten und zähen Verhandlungen“, die er um den Antrag habe führen müssen. Mit 6 Millionen Euro aus dem 476-Millionen-Topf fließe eine sehr große Summe nach Solingen. Remscheid erhält 5,4 Millionen Euro für das Freibad Eschbach aus diesem Topf. Schäfer erklärte: „Im Ittertal-Bad müssen die Flutschäden vom Hochwasser 2021 beseitigt und Schutzmaßnahmen vor künftigen Extremwetterereignissen ergriffen werden. Auch soll das Bad barrierefrei werden, um für alle Bürgerinnen und Bürger soziale Teilhabe zu gewährleisten.“ Lemmer dankte Schäfer entsprechend für dessen Einsatz.

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete für Solingen und Remscheid, Jürgen Hardt, zeigte sich erfreut über den Beschluss im Haushaltsausschuss des Bundestages: Beide Freibäder könnten jetzt die dringend notwendigen Sanierungsmaßnahmen durchführen.

Was das „Jetzt“ für das Ittertal bedeutet, erklärte Ernst Lauterjung (SPD), Vorsitzender des Solinger Sportausschusses. Die 2,6 Millionen Euro Eigenanteil würden sich nicht im Haushalt für 2023 befinden, der heute in den Rat eingebracht wird. Es müsse verhandelt werden, welcher Anteil trotzdem bereits für das kommende Jahr bereitgestellt werden könne. Auch eine Verteilung auf das Jahr 2024 sei denkbar. Lauterjung sagte zudem, dass die seit Sommer laufenden Verhandlungen rund um den Antrag sehr konstruktiv gewesen seien. So sei ein starker Antrag entstanden. Das sahen nun auch die Abgeordneten in Berlin so.

Sportdezernentin Dagmar Becker (Grüne) sagte: „Das ist eine tolle Nachricht fürs Ittertal.“ Nun werde der Förderbescheid abgewartet, der genaue Eigenanteil berechnet und die daraus resultierende Finanzplanung auch mit der Bezirksregierung Düsseldorf abgestimmt.

Standpunkt von Björn Boch: Nicht selbstverständlich

bjoern.boch@solinger-tageblatt.de

Mehr als 8 Millionen Euro für das Freibad Ittertal: Wäre es nicht so kalt, man wollte planschen gehen vor Freude. Bei derart guten Nachrichten macht Berlin gerne mit: Nicht nur Ingo Schäfer und Jürgen Hardt meldeten sich am Mittwoch sofort zu Wort, sondern auch Bundestagsabgeordnete von Grünen und FDP aus Wuppertal. So viel Einigkeit wünscht man sich häufiger.

Unstrittig ist: Freizeitangebote gehören zu einer lebenswerten Stadt unbedingt dazu. Bei aller Freude über die Bundesmittel dürfen aber zwei Dinge nicht vergessen werden: Nur aufgrund engagierter Ehrenamtler gibt es das Ittertal überhaupt noch. Und: Wir leben in einem Land, in dem Bäderfinanzierung keinesfalls mehr selbstverständlich ist. Sondern beantragt, begründet und gefördert werden muss. Es ist an Politikern aller Parteien und Verwaltungen auf allen Ebenen, dies wieder zu ändern.

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Unfall: Eine Person verletzt
Unfall: Eine Person verletzt
Unfall: Eine Person verletzt
Aus einem Rettungseinsatz wird ein Gasalarm
Aus einem Rettungseinsatz wird ein Gasalarm
Aus einem Rettungseinsatz wird ein Gasalarm
Das Landhaus Kovelenberg wird indisch
Das Landhaus Kovelenberg wird indisch
Das Landhaus Kovelenberg wird indisch
Ohligser bangen um ihr Dürpelfest
Ohligser bangen um ihr Dürpelfest
Ohligser bangen um ihr Dürpelfest

Kommentare