Mühlenplatz

Frank Decker ist die Seele hinter dem Weihnachtsmarkt

Seit Donnerstag ist der Weihnachtsmarkt auf dem Mühlenplatz geöffnet. Organisiert wird er traditionell von Frank Decker. Der 68-jährige Schausteller setzt dabei auf seine große Glühweinbude, die seit vielen Jahren ein Treffpunkt im Advent ist.
+
Seit Donnerstag ist der Weihnachtsmarkt auf dem Mühlenplatz geöffnet. Organisiert wird er traditionell von Frank Decker. Der 68-jährige Schausteller setzt dabei auf seine große Glühweinbude, die seit vielen Jahren ein Treffpunkt im Advent ist.

Seit 30 Jahren veranstaltet der Schausteller Weihnachtsmärkte in Solingen. Er liebt und lebt die Marktatmosphäre. Seine Familie ist schon seit 90 Jahren im Geschäft.

Von Philipp Müller

Solingen. Am Donnerstag wurde auf dem Mühlenplatz der Weihnachtsmarkt eröffnet. Ausgerichtet wird er von Frank Decker. Seit 30 Jahren veranstaltet er im Advent solche Märkte in Solingen. Zwar habe sich in all den Jahren einiges an den Bedingungen geändert, doch ist er sicher, dass Weihnachtsmärkte Zukunft haben.

Heute gehe der Trend zwar mehr Richtung Show und Entertainment, aber der eigentliche Zweck, sich auf einem Weihnachtsmarkt für einen Plausch beim Glühwein zu treffen, sei nach wie vor sehr gefragt.

Weihnachtsmärkte in Solingen starten - Öffnungszeiten und Termine

Eigentlich war es vor Jahrzehnten noch nicht sicher, ob Frank Decker überhaupt Schausteller wird. Er studierte zunächst Wirtschaftswissenschaften. Doch es zog ihn zurück in den Familienbetrieb. „Ich habe schon als Kind immer geholfen.“ Allen Warnungen der Eltern zum Trotz, doch „etwas Anständiges zu lernen“, siegten am Ende Schaustellerblut und Gene.

Schaustellerfamilie: So entwickelte sich Frank Deckers Geschäft

„Mein Großvater hat 1932 angefangen. Er zog noch abends mit gebrannten Mandeln auf dem Tablett durch die Kneipen“, erzählt er heute. Sein Vater habe später auf die Produktion von Kräuterbonbons umgestellt, die er zunächst auf Wochenmärkten und später auf der Kirmes verkauft hatte.

Als er zurück in den Familienbetrieb kam, war dem Studenten der Wirtschaft eins sofort klar: „Wir brauchen ein zweites Standbein.“ Das wurde der Kirmesbetrieb. Er schaffte sogar vor 27 Jahren ein Karussell an und war da längst mit seinem Geschäftspartner Klaus Schürg Veranstalter des alljährlichen Zöppkesmarkts.

Im Scherz sagt er heute, dass er sich „ein Imperium“ geschaffen habe. Es hat ihn bis heute gut ernährt, und ein paar Jahre will er auch noch weitermachen.

Auch mit dem Weihnachtsmarkt will er noch nicht aufhören, denn der 68-Jährige sagt: „Weihnachtsmärkte hat es immer geben und wird es auch in Hunderten Jahren noch geben.“ Das liege in der Natur der Sache. Die Leute würden sich gerne auf einen Glühwein treffen. Das müsse er aber heute auch entsprechend begleiten. Die Besucher hätten Erwartungshaltungen in Sachen Entertainment.

Freitags lässt er Partymusik auf dem Mühlenplatz laufen. Am Samstag, so auch heute, wird es mehr Richtung deutscher Schlager gehen. Als „Hüttenzauber“ bezeichnet Decker das Angebot seit vielen Jahren.

An Bedeutung verliere hingegen der Verkauf von Geschenken auf den heutigen Märkten. „Wer Holzspielzeug oder Christbaumschmuck will, der fährt heute eher in den Baumarkt“, sagt er. Das war nicht immer so. Als er in den 1990er Jahren mit seinem Weihnachtsmarkt auf dem Fronhof und dem Alten Markt begann, da gab es entsprechende Angebote noch.

Bergisches Land: Diese Weihnachtsmärkte finden 2022 statt

Christbaumkugeln aus der Kaufhalle fürs Dreifache verkauft

Und es gab dabei auch einen pfiffigen Händler, wie er mit einer Anekdote erzählt. Der gute Mann habe nur die Erstausstattung an Weihnachtsschmuck in seine Verkaufsbude mitgebracht. Nachschub habe er sich aus der nahen Kaufhalle und dem Woolworth geholt. „Die Kugeln hat er dann nett in dekorierter Umgebung ausgestellt und fürs Dreifache verkauft.“

Heute gebe es solche Typen nicht mehr, weil das alles nicht mehr gefragt sei. Wenn man Weihnachtsschmuck auf den Weihnachtsmärkten bekomme, dann würden ihn die Veranstalter wegen des Flairs in der Regel selbst verkaufen. Das findet laut Decker dann vor allem auf den Märkten in den großen Metropolen statt. Mit Köln oder Düsseldorf könne Solingen auch nicht mithalten. „Dort werden am Wochenende die Kunden mit Bussen aus den Niederlanden und sogar Frankreich hingebracht.“ Er bleibt aber Solingen treu, wie es die Familie Decker nun seit 90 Jahren macht. Und das mit viel Herzblut.

Öffnungszeiten

Der Weihnachtsmarkt auf dem Mühlenplatz hat an diesen Tagen geöffnet: Sonntag bis Donnerstag jeweils von 11 bis 20 Uhr.

An Freitagen und Samstagen ist von 11 bis 22 Uhr geöffnet. Am Totensonntag, 20. November, bleibt der Weihnachtsmarkt geschlossen. 22. Dezember ist der letzte Tag. Partymusik gibt es Freitag und Samstag ab 18 Uhr zum „Hüttenzauber“.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Solingerin bei Unfall in Haan verletzt
Solingerin bei Unfall in Haan verletzt
Solingerin bei Unfall in Haan verletzt
Viehbachsammler: Das ist der aktuelle Stand
Viehbachsammler: Das ist der aktuelle Stand
Viehbachsammler: Das ist der aktuelle Stand
Rurik Gislason von „Let‘s Dance“ verklagt Solinger Agentur
Rurik Gislason von „Let‘s Dance“ verklagt Solinger Agentur
Rurik Gislason von „Let‘s Dance“ verklagt Solinger Agentur
Die Nutzung von Regenwasser hat in Solingen Regeln
Die Nutzung von Regenwasser hat in Solingen Regeln
Die Nutzung von Regenwasser hat in Solingen Regeln

Kommentare