„Lost Place“

Fotowalk durch das ehemalige Rasspe-Gelände fasziniert Instagrammer

Seltene Einblicke für 20 Instagramer: Sie durften das ehemalige Rasspe-Gelände bei einem Foto-Walk der „Bergischen Drei“ begehen.
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Seltene Einblicke für 20 Instagramer: Sie durften das ehemalige Rasspe-Gelände bei einem Foto-Walk der „Bergischen Drei“ begehen.

„Die Bergischen Drei“ rufen zu „Fotowalks“ auf. Am Sonntag trafen sich die Teilnehmer bei Rasspe.

Von Stefanie Knupp

Kaputte Scheiben, Staub, rot-weißes Flatterband und jede Menge Schutt sind am Sonntagnachmittag zu beliebten Fotomotiven geworden. Das ehemalige Gelände der Firma Rasspe in Stöcken gilt als sogenannter „Lost Place“, als verlassener Ort, der Fotofans fasziniert. Etwa 20 Personen hatten sich für einen Fotowalk, organisiert von „Die Bergischen Drei“, angemeldet. Mit Genehmigung der Wirtschaftsförderung Solingen, der das Gelände seit 2015 gehört, durften die Teilnehmer durch die ehemalige Fabrik schweifen.

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Sylke Lukas und der ehemalige Rasspe-Mitarbeiter Arnold Jentsch freuten sich über die rege Teilnahme und standen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Als kleine Einführung wies Arnold Jentsch den Teilnehmern den Weg. 1967 hatte er mit damals 14 Jahren seine Lehre bei Rasspe angefangen, arbeitete fast 50 Jahre im Betrieb. Er kennt das Gelände wie seine Westentasche. Um 5 Uhr morgens habe er als Lehrling aufstehen müssen, um mit dem Bus zur Arbeit zu fahren. Hunderte Anekdoten hätte der ehemalige Mitarbeiter wohl erzählen können. Von Turmfalken, die bei Rasspe nisteten bis zu Filmdreharbeiten mit den Millowitschs. „Herzschmerz“ verspüre er beim Anblick der heruntergekommen Gebäude aber nicht. „Das ist halt so“, betrachtete Jentsch die Sache nüchtern. Mit der Aufgabe des Geländes und dem Umzug nach Wermelskirchen habe man „alles richtig gemacht“.

Jeder Fotograf hat seinen ganz eigenen Blick und sucht sich seine Motive.

Herzklopfen hingegen verspürte sicherlich der ein oder andere Teilnehmer des Fotowalks. Die morbide Szenerie dieses verlassenen Ortes hatten sich viele gewünscht. Das erklärte Sylke Lukas, bei „Die Bergischen Drei“ für Tourismusmarketing verantwortlich. Denn der Fotowalk ist bereits die zweite Veranstaltung dieser Art. Der erste hatte eine Gruppe in die Ohligser Heide geführt. „Trotz 35 Grad waren wir mit 15 Leuten unterwegs“, sagte sie.

60 Prozent lassen sich von Instagram inspirieren

Nicht nur die Teilnehmer profitieren von den Fotowalks, sondern am Ende soll die ganze bergische Region bekannter werden. Möglich macht das das Fotonetzwerk Instagram. Dort werden Aufnahmen von den Teilnehmern geteilt, als langlebiger Beitrag oder in den sogenannten Storys, die nur 24 Stunden sichtbar sind. Über ein Hashtag werden alle Beiträge miteinander verbunden. „60 Prozent der 25- bis 45-Jährigen lassen sich durch Instagram inspirieren, wo der nächste Urlaub oder Ausflug hingeht“, erklärte Lukas. Das besagt eine Statistik des Landesverbands Tourismus NRW, bei dem „Die Bergischen Drei“ Mitglied sind. Gerade die Tagesausflügler seien wichtig für die Region, fügte Lukas hinzu und möchte mit den Fotos der Teilnehmer zeigen: „Hier ist es schön, ihr müsst nicht weit weg.“

INSTAGRAM

DIE BERGISCHEN DREI Hier werden die schönsten Bilder aus dem Städtedreieck gesammelt unter #diebergischendrei.

SOLINGER TAGEBLATT Auch das ST pflegt seinen Instagram-Kanal mit stimmungsvollen Bildern aus der Stadt - hier geht es zu unseren Insta-Fotos. Die Fotos vom Fotowalk bei Rasspe gibt es in Kürze in den Story-Highlights.

Jeder Fotograf habe einen ganz eigenen Blick, suche sich seine Motive. Bei den Beiträgen, die Lukas für den Kanal der „Bergischen Drei“ übernimmt, achtet sie, trotz der vielen Bearbeitungs- und Filtermöglichkeiten, die Instagram bietet, darauf, dass die Bilder natürlich sind. „Wir bekommen 99,9 Prozent positives Feedback.“

Über die Instagram-Story rufen „Die Bergischen Drei“ zu neuen Veranstaltungen auf, angemeldet wird sich über eine einfache Nachricht. Die Teilnahme an den Walks ist kostenlos. Die Gegenleistung ist eher ein Wunsch, meinte Lukas. Die Teilnehmer versehen ihre Beiträge mit #diebergischendrei, damit sie für andere Nutzer auffindbar sind. Das sei keine Verpflichtung. Trotzdem kommen die meisten Teilnehmer dem Wunsch nach.

So wie Teilnehmerin Heike Pommerenke, die zum zweiten Mal dabei war, zum ersten Mal überhaupt an einem „Lost Place“. „Da muss man sich neu reinfinden“, sagte sie und war sich sicher, auch beim nächsten Fotowalk dabei zu sein. Ganz anders dagegen Janine Gwinn, die „Lost Places“ liebt. „Solche Locations machen Riesenspaß“, verriet sie. Sie ist Instagramerin der ersten Stunde, hat auf ihrem Kanal fast 1200 Beiträge geteilt. Mit den Fotowalks soll es weitergehen. Entsprechende Anfragen sind bereits gestellt. Ein Ort in Remscheid oder Wuppertal werde es sein. Mehr wollte Lukas noch nicht verraten. Aber: „Wir stoßen mit unseren Anfragen bei den Verantwortlichen auf sehr viel Gegenliebe.“

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