Förderschule

Erika-Rothstein-Schule wartet auf Lösungen

Die Erika-Rothstein-Schule hat vier Klassen an das Schulgebäude Rennpatt in Ohligs ausgelagert.
+
Die Erika-Rothstein-Schule hat vier Klassen an das Schulgebäude Rennpatt in Ohligs ausgelagert.

Teilauslagerung von Erika-Rothstein-Schule und Gymnasium Schwertstraße soll verlängert werden.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Die Stadt Solingen treibt die Sanierung und den Ausbau ihrer Schulen voran. In den kommenden Jahren sollen nach Angaben der Verwaltung rund 290 Millionen Euro investiert werden. Für andere Schulen wird immer noch nach Lösungen gesucht. So ist die Erika-Rothstein-Förderschule seit zwei Jahren auf drei Standorte verteilt: an der Fritz-Reuter-Straße in Höhscheid, an der Deller Straße in Wald und am Rennpatt in Ohligs. Das Modell soll verlängert werden: Die Stadtverwaltung will die „Teilauslagerung“ bis zum Schuljahr 2026/2027 fortführen. Am Gymnasium Schwertstraße soll der Zweitstandort Schützenstraße verlängert werden. Am Dienstag diskutiert der Schulausschuss darüber.

Gesamtschule Höhscheid: Nach fünf Jahren Bauzeit ist alles perfekt

An der Erika-Rothstein-Schule werden Kinder mit Förderbedarf vor allem beim Lernen unterrichtet. Primarstufe (Klassen 1 bis 4), Unterstufe (5 bis 7) und die Jahrgänge 7 bis 10 sind jeweils auf ein Gebäude verteilt. Für die Lehrkräfte sei die Hin- und Herfahrerei zwischen den Standorten extrem belastend, sagt Rektorin Susanne Baratti-Wywiol. „Das ist gesundheitsgefährdend.“ In der Regel pendelten sie zwischen zwei Gebäuden der Schule. Da sie in unterschiedlichen Stadtteilen liegen, betrage die Fahrtzeit jeweils rund 15 bis 20 Minuten. Und: Während in Wald und Höhscheid Barratti-Wywiol oder die Konrektorin vor Ort seien, gebe es am Standort Rennpatt keine Schulleitung.

Hintergrund der unbefriedigenden Drei-Standorte-Lösung ist der gestiegene Platzbedarf der Förderschule. Das Gebäude Deller Straße ist zwar frisch saniert. Im vor der Sanierung genutzten Dachgeschoss dürfen ohne weiteren Ausbau jedoch keine Klassen mehr unterrichtet werden. Hinzu kommt: Die Schülerzahlen an den Förderschulen steigen. „Wir werden nach den Sommerferien erstmals über 230 Schüler haben“, sagt Barratti-Wywiol. Im kommenden Schuljahr werde deshalb eine weitere Klasse eingerichtet. „Und auch unterjährig nehmen wir immer Kinder auf, die in der Inklusion an Regelschulen nicht klar kommen.“ Die Schule brauche schnell Unterstützung, sagt die Rektorin. „Wir hoffen sehr, dass sich zeitnah eine Lösung für die Gebäudesituation findet.“

Auch in Offenen Ganztagsschulen fehlen viele Plätze

Gebäude Wittkuller Straßewird als Standort geprüft

Die räumliche Situation an der Erika-Rothstein-Schule sei schwierig, räumt Oliver Vogt, Leiter des Stadtdienstes Schulen, auf Anfrage ein. Durch die Corona-Pandemie habe es Verzögerungen gegeben. Außerdem seien die Förderschulen nicht im Schulentwicklungsplan von 2019 berücksichtigt worden. „Deshalb wurden auch keine Mittel eingestellt.“ Die Förderschulen würden nun aber „mit Priorität angepackt“, betont er.

In einer Machbarkeitsstudie prüfe die Stadt nun, ob die Erika-Rothstein-Schule künftig zwei Standorte in Wald haben könnte: neben der Deller Straße das Schulgebäude Wittkuller Straße. Dort ist derzeit die von der Flut 2021 betroffene Leichlinger Förderschule untergebracht. Vogt: „Der Bau müsste erweitert werden.“ Daneben werde geprüft, das Gebäude Deller Straße weiter auszubauen. Der Standort Fritz-Reuter-Straße hingegen soll künftig für einen weiteren Ausbau der Gesamtschule Höhscheid genutzt werden.

Eines ist jedoch klar: Das wird dauern. „Wann die Lösung mit zwei Standorten realisiert wird, lässt sich noch nicht sagen“, erklärt Vogt. Vorsorglich wolle man daher den Standort Rennpatt bis 2026/2027 genehmigen lassen.

Die Aufteilung auf zwei Standorte soll auch für das Gymnasium Schwertstraße verlängert werden. Weil wegen zusätzlichen Raumbedarfs noch ein Anbau errichtet wird, soll die Auslagerung von Klassen an die Schützenstraße bis zum Schuljahr 2023/2024 fortgeführt werden. Die Stadt beziffert die zusätzlichen Kosten für Schülerbeförderung und Mensa auf bis zu 660 000 Euro. „Wir gehen aber davon aus, dass wir 2023 mit einem Teil der Schülerschaft wieder ins Hauptgebäude einziehen können“, sagt die kommissarische Schulleiterin Cornelia Kasper.

Baumaßnahmen an Schulen

Pläne: In den kommenden Jahren will die Stadt Solingen weitere Schulen erweitern. Insgesamt rund 290 Millionen Euro sollen neben dem Schulzentrum Vogelsang mit Gymnasium und Realschule (geplanter Baubeginn 2026) in die Alexander-Coppel-Gesamtschule, die Albert-Schweitzer-Realschule, die Theodor-Heuss-Schule und die Friedrich-Albert-Lange-Schule fließen. Zudem sind Erweiterungen an acht Grundschulen geplant: Aufderhöhe, Gerberstraße, Katternberger Straße, Kreuzweg, Schützenstraße, Uhlandstraße, Weyer und Bogenstraße (Neubau für zwei weitere Grundschulzüge in Ohligs).

Standpunkt von Anja Kriskowski: Schief gelaufen

Anja Kriskowski

Die Stadt Solingen will in den kommenden Jahren 290 Millionen Euro in ihre Schulen investieren. Die Förderschulen? Tauchen in diesen Plänen bislang nicht auf. Die Lehrkräfte der Erika-Rothstein-Schule pendeln seit zwei Jahren zwischen den drei Gebäuden der Förderschule, die auch noch weit auseinander in verschiedenen Stadtteilen liegen. Das gibt es an keiner anderen Solinger Schule.

Es kann nicht sein, dass ausgerechnet Sonderpädagogen, deren Schüler besonders intensive Begleitung brauchen, viel Zeit und Nerven fürs Pendeln aufbringen müssen. Auch den Kindern und Jugendlichen wird man nicht gerecht, wenn man ihre Schule auf drei Standorte im Stadtgebiet verteilt.

Dass da etwas schief läuft, scheint man beim Stadtdienst Schulen inzwischen erkannt zu haben. Auch an den drei Solinger Förderschulen steigen die Schülerzahlen. Darauf müssen die Gebäude ausgelegt werden. Schulverwaltungsleiter Oliver Vogt will dem nun Priorität einräumen. Es ist höchste Zeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Open-Air-Konzert: Einige Helfer nutzten ihre Freikarte nicht
Open-Air-Konzert: Einige Helfer nutzten ihre Freikarte nicht
Open-Air-Konzert: Einige Helfer nutzten ihre Freikarte nicht
Corona: Viele offene Fragen zur 3-Euro-Regel für Bürgertests
Corona: Viele offene Fragen zur 3-Euro-Regel für Bürgertests
Corona: Viele offene Fragen zur 3-Euro-Regel für Bürgertests
Pläne für Veloroute lösen Debatte um Parkplätze aus
Pläne für Veloroute lösen Debatte um Parkplätze aus
Pläne für Veloroute lösen Debatte um Parkplätze aus
Corona: So geht es mit den Zugangsregeln im Rathaus weiter
Corona: So geht es mit den Zugangsregeln im Rathaus weiter
Corona: So geht es mit den Zugangsregeln im Rathaus weiter