Nach dem Hochwasser

Flutopfer in Solingen ringen um Ersatz ihrer Schäden

Oliver Bruhns hat zwei kaputte Häuser an der Müngstener Straße. Gutachterin Nicole Molinari hilft, Mittel aus dem Wiederaufbaufonds zu beantragen. Das ist kompliziert. Die Hochwasserhilfe der Stadt berät zum Antragsverfahren: 46 wurden bisher mit ihrer Hilfe eingereicht. Foto: Christian Beier
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Oliver Bruhns hat zwei kaputte Häuser an der Müngstener Straße. Gutachterin Nicole Molinari hilft, Mittel aus dem Wiederaufbaufonds zu beantragen. Das ist kompliziert. Die Hochwasserhilfe der Stadt berät zum Antragsverfahren: 46 wurden bisher mit ihrer Hilfe eingereicht.

Nach dem Jahrtausendhochwasser sind entlang der Flüsse und Bäche viele Solinger noch mitten im Wiederaufbau.

Von Philipp Müller

Solingen. Ein Handwerkerteam verschraubt Heizungsrohre im Haus von Oliver Bruhns. An der Müngstener Straße wurde es in der Nacht des 15. Juli 2021 vom Wupper- und Eschbachhochwasser bis ins Erdgeschoss überschwemmt. Wie rund 30 weitere Bewohner in Unterburg kann er noch nicht wieder zu Hause einziehen.

Derweil steht ihm mit der Bausachverständigen Nicole Molinari eine Gutachterin zur Seite, die Bruhns beim Antragsverfahren aus dem Wiederaufbauhilfefonds betreut. Da ist auch das Rathaus Partner und berichtet, bisher seien mit Hilfe der Stadt 46 Anträge beim Land eingereicht worden. Dem Land liegen nach Auskunft des Bauministeriums NRW 69 Solinger Anträge vor, 49 befinden sich im Prozess der Bewilligung.

Das Land NRW entscheidet, ob es Ansprüche aus dem Fonds gibt. Auf 420 antragsberechtigte Personen und Haushalte schätzt das Rathaus die Zahl der unmittelbaren Opfer der Hochwassernacht. Die Beantragung aus dem Fonds ist für viele ein Problem. Daher bleibt die Hochwasserhilfe der Stadt Solingen (Tel. 290 67 00) erreichbar, um bei der Erstellung eines Antrags zu helfen.

Ein Gutachten zu erstellen ist aufwendig

Nicole Molinari betreut mehr als 30 der Antragsberechtigten. Sie erklärt, dass sie dann zum Einsatz komme, wenn der Schaden höher liege als 50 000 Euro. Darunter reichen für die Anträge Angebote der Handwerker und die Glaubhaftmachung der Schäden – mitunter schwierig, wenn Unterlagen durch die Flut zerstört wurden.

Das Tageblatt hat Menschen und Orte an der Wupper besucht

Die nächste Hürde muss dann Molinari nehmen. Sie errechnet zunächst, was es kosten wird, den früheren Zustand als Neubau zu errichten. Im vielseitigen Gutachten muss sie auch zusätzlich die entstandenen Schäden taxieren und belegen. Dabei ist sie eigentlich auf die Belege angewiesen, die es nach der Flut manchmal nicht mehr gibt. Das mache die Erstellung der Gutachten nicht leichter. Es würde Wochen dauern, alles so zusammenzutragen, das am Ende auch eine Antragsstellung mit Aussicht auf Erfolg erfolgen kann, erklärt sie.

Versicherungen verlangen meist zwei Kostenvoranschläge

Es gibt Geschädigte, die eine Elementarschutzversicherung gegen Hochwasser haben. Hier rechnen die Versicherungen mit den Geschädigten direkt ab. Dass dabei in der Regel zwei Angebote für die Leistungen einzureichen seien, sei der übliche Weg, berichtet auf Anfrage der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Betroffene kämpfen gegen Folgen des Hochwassers

Das Tageblatt hat Menschen und Orte an der Wupper besucht.
Das Tageblatt hat Menschen und Orte an der Wupper besucht. © Christian Beier
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Eine Sprecherin erklärt, Versicherungsnehmer hätten nicht breitflächig mit einer Kündigung im Anschluss an die Schadensregulierungen zu rechnen. Auch nach den Hochwasserereignissen 2002 und 2013 in den östlichen Bundesländern habe es das nicht gegeben. Was vereinzelt vorkommen könne sei, dass Risiken neu bewertet würden. Das führe aber nicht automatisch zu einer Erhöhung der Prämien. Vielmehr werde von den Versicherungen untersucht, ob Altverträge alle aktuellen Gefahren auch berücksichtigen. Falls nicht sei es besser, Neuverträge abzuschließen.

Unter den Versicherungsnehmern existiert die Gruppe, die „unterversichert“ ist. Dann wird die Schadenssumme nur anteilig erstattet. Nicole Molinari und die GDV-Sprecherin betonen, dass es dann die Möglichkeit gebe, aus dem Wiederaufbauhilfefonds die fehlenden Beträge für die Sanierungen zu beantragen. Gute Kunde vom Land: Für den Wiederaufbaufonds werden die Versicherungsgutachten zur Abwicklung akzeptiert.

Hochwasserhilfe

Soforthilfe: Rund eine Million Euro wurde über die Gerd-Kaimer-Bürgerstiftung aus Spenden direkt an die Opfer ausgezahlt. Weitere Soforthilfe leistete das Land NRW.

Aufbauhilfe: Aus einem Fonds von Bund und Land NRW können Betroffene finanzielle Mittel beantragen. Einen Rechtsanspruch gibt es darauf nicht. Bei den Anträgen hilft die Stadt Solingen.

Standpunkt: Folgen kaum bewältigt

Kommentar von Philipp Müller

philipp.mueller@ solinger-tageblatt.de

Auch wenn die meisten Bautrockner nach dem Sommerhochwasser 2021 schon abgebaut sind, es stehen immer noch Hürden auf dem Weg des Wiederaufbaus. Jetzt wird deutlich klarer, wie kompliziert das Verfahren ist, Geldmittel aus dem Fonds des Bundes und des Landes NRW zu erhalten. Das strapaziert die eh schon angeschlagenen Seelen entlang von Wupper, Itter, Eschbach & Co. zusätzlich. Schon zum Jahresende hatte das Rathaus berichtet, die Hochwasserhilfe aufrechtzuerhalten. Das ist der richtige und wichtige Weg. Denn noch sind mit 69 Anträgen längst nicht alle Geschädigten mit dem Verfahren durch. Bei der Rundreise des Tageblatts entlang der Orte des Hochwassers und zu den betroffenen Menschen zeigte sich: Die Belastung und die Bilder aus der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 sind alles andere als verarbeitet. Einige schaffen es besser, andere weniger, die Nächste ist schweigsam, der Übernächste redet sich alles wieder von der Seele und umgekehrt. Das muss unsere Gesellschaft im Blick halten – so wie es in den ersten Tagen größte Hilfsbereitschaft gab.

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