Flagge Israels geschändet

4. Kippa-Tag: „Jetzt erst recht“

Bernd Krebs verurteilt die Schändung der Flagge Israels vor dem Solinger Rathaus.
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Bernd Krebs verurteilt die Schändung der Flagge Israels vor dem Solinger Rathaus.

Freundeskreis Ness Ziona: 4. Kippa-Tag und Wanderausstellung geplant.

Solingen. Nein, dass so etwas in Solingen geschehen könnte, das habe er sich bisher nicht vorstellen können, sagt Bernd Krebs. Der Vorsitzende des Freundeskreises Ness Ziona zeigt sich bestürzt, nachdem Unbekannte die israelische Flagge vor dem Solinger Rathaus angezündet und verbrannt haben. Die Tat sei „verwerflich“.

Israelische Flagge in Solingen verbrannt: Fahne sollte an einen Meilenstein der Geschichte erinnern

Krebs erinnerte daran, aus welchem Grunde die israelische Flagge vor dem Solinger Rathaus gehisst worden war: Am 12. Mai 1965 hatten Deutschland und Israel diplomatische Beziehungen aufgenommen - ein Meilenstein auf dem Weg zur Aussöhnung nach den Verbrechen des Holocaust. Daran sollte die gehisste Flagge erinnern; der Städte- und Gemeindebund habe den Kommunen diesen symbolischen Akt vorgeschlagen. Es sei eine „tolle Geste von OB Kurzbach gewesen, dass die Stadt Solingen sowas macht“, sagt Krebs.

Dass ausgerechnet dieses Zeichen heruntergeholt und verbrannt wurde, sei ein „schändliches Vorgehen“: „Der Freundeskreis Solingen-Ness Ziona verurteilt dieses schändliche Vorgehen, das gegen die gesamte Stadtgesellschaft gerichtet ist, insbesondere aber gegen die Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens, denen aktuell in diesen Tagen unsere besondere Solidarität gilt.“

4. Kippa-Tag in Solingen am 24. August: „Jetzt erst recht“

Zudem zeige es, wie wichtig die Bekämpfung von Antisemitismus, Ausgrenzung und Rassismus sei. Bereits seit einiger Zeit sei für den 24. August der 4. Solinger Kippa-Tag vor dem Rathaus geplant - ein Zeichen der Solidarität mit jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern. „Den werden wir durchführen - jetzt erst recht“, betont Bernd Krebs. OB Kurzbach, Superintendentin Dr. Ilka Werner und Leonid Goldberg, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Wuppertal, seien in die Planungen eingebunden.

Vorfälle wie der aktuelle zeigten, „dass es anscheinend nicht reicht, was wir bisher gemacht haben“. Schon seit langem sei geplant, die Wanderausstellung „1948 - Wie der Staat Israel entstand“ nach Solingen zu holen. Coronabedingt wurde der Termin mehrfach verschoben. „Sobald es wieder möglich ist, wollen wir diese Ausstellung zeigen, vor allem mit einem Schwerpunkt auf jungen Menschen“, sagt Bernd Krebs.

Solinger Freundeskreis Ness Ziona

Ness Ziona ist Solingens Partnerstadt, gelegen im Großraum Tel Aviv. Der Freundeskreis Ness Ziona pflegt seit Jahren Kontakte dorthin und setzt sich für Verständigung ein. Den aktuell wieder aufgeflammten Konflikt im Nahen Osten zwischen Palästinensern und Israelis beurteilt der Vorsitzende gleichwohl differenziert. Einerseits verurteilt Bernd Krebs die Angriffe auf Israel. Andererseits „dürfen wir nicht vergessen, dass auch die israelische Politik viele Fehler gemacht hat“.

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hatte sich in den vergangenen Tagen wieder zugespitzt. Militante Palästinenser feuerten nach Angaben der israelischen Armee seit Montag mehr als 1600 Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel ab. Israels Luftwaffe habe ihrerseits hunderte Ziele in dem abgeschotteten Küstengebiet attackiert. Seit der Eskalation der Gewalt starben zahlreiche Menschen. neu (mit Material von dpa)

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