Schuldnerberatung

Finanzen: Mit einem Haushaltsbuch den Überblick behalten

Britta Masuch von der Verbraucherzentrale empfiehlt gerne das Führen eines Haushaltsbuches. Dadurch bekommen Bürger einen Überblick über ihre Ausgaben. Allerdings erfordert dies Disziplin. Foto: Christian Beier
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Britta Masuch von der Verbraucherzentrale empfiehlt gerne das Führen eines Haushaltsbuches. Dadurch bekommen Bürger einen Überblick über ihre Ausgaben. Allerdings erfordert dies Disziplin.

Die Schuldnerberatungen sind auch in der Corona-Krise da.

Von Katharina Birkenbeul

Solingen. Durch die Corona-Krise sind viele Arbeitnehmer in Kurzarbeit geschickt worden oder haben vielleicht sogar ihren Job verloren. Die laufenden Ausgaben wie Miete oder Raten enden aber nicht, sondern müssen weiterhin gezahlt werden. Das könnte für einige Solinger zum Problem werden. Wer in Geldnot gerät, kann sich aber Hilfe holen – etwa bei der kostenlosen Schuldner- und Insolvenzberatung des Diakonischen Werkes des Evangelischen Kirchenkreises Solingen oder der Schuldnerberatung der Verbraucherzentrale Solingen. „Sobald ich das Gefühl habe, ich komme nicht mehr hinterher, sollte man sich melden“, sagt Britta Masuch von der Verbraucherzentrale.

Ein erhöhtes Anfrageaufkommen verzeichnen die beiden Beratungen bislang nicht. „Wir haben kaum Unterschied, aber die Art der Anfragen hat sich verändert“, sagt Masuch. Etwa 10 bis 15 Kunden würden sich in der wöchentlichen, zweistündigen offenen Sprechstunde melden. Beratungsbedarf gebe es nun hauptsächlich bei Pfändungskonten, Krediten und Dispokrediten. „Die Gläubiger nehmen, anders als gedacht, auf die derzeitige Situation keine Rücksicht“, so Ursula Ring von der Beratungsstelle der Diakonie. Sie gibt zu bedenken, dass es schwieriger ist, nur per Telefon oder Mail mit den Hilfesuchenden zu telefonieren. „Bei persönlichem Kontakt ist es einfacher, sich zu öffnen. Deshalb nehmen wir uns momentan besonders viel Zeit für die Beratung.“

„Gläubiger nehmen auf die derzeitige Situation keine Rücksicht.“

Ursula Ring, Schuldner- und Insolvenzberatung des Diakonien Werkes

Wer sich an die Schuldnerberatung wendet und nicht direkt durchkommt, wird schnellstmöglich zurückgerufen. Nach einem Telefonat müssen dann bestimmte Unterlagen eingereicht werden. Das dauert durch den Postverkehr momentan länger als sonst.

Solingen: Geldnot oder nicht – Beraterinnen empfehlen Haushaltsbuch

Egal ob in Geldnot oder nicht, ein paar Dinge können auch vorbeugend gemacht werden. Sowohl Britta Masuch als auch Ursula Ring empfehlen deshalb, ein Haushaltsbuch zu führen, um einen Überblick über die Ein- und Ausgaben zu bekommen. Das erfordere allerdings eine Menge Disziplin, sich jeden Abend hinzusetzen und alles nachzutragen. „Ein Kunde war ganz entsetzt, nachdem er das Buch geführt hat, denn ihm ist aufgefallen, dass seine Frau 90 Euro im Monat für Brötchen und Café to go ausgibt. Das war ihnen vorher nicht bewusst gewesen“, berichtet Masuch. Neben dem Haushaltsbuch empfehle sich, auch eine Schufa-Auskunft anzufordern, um zu sehen, wo man steht.

Wer bereits von seinen Gläubigern Post bekommt, soll sich nicht einschüchtern lassen, sondern das Ganze erstmal prüfen lassen. „Bei einer kostenlosen Schuldnerberatung“, betonen Ring und Masuch.

Die beiden Beraterinnen hoffen darauf, dass die Beratungsstellen bald wieder öffnen dürfen, allerdings glauben sie, dass die Anfragen dann steigen. „Sobald man sich wieder normal bewegen darf, werden Geldnöte massiv aufploppen. Jetzt trauen sich viele nicht, anzurufen, andere sind nicht genug ausgestattet“, erklärt Masuch. Grund dafür sei die dann erwartete steigende Anzahl an Kündigungen und Banken, die ihr Geld haben möchten. Ring erläutert zudem, dass die Soforthilfen nicht mehr ausgezahlt würden und dann auch die Selbstständigen Hilfe benötigen.

Kontakt zur Schuldner- und Insolvenzberatung

Die Schuldner- und Insolvenzberatung der Diakonie ist werktags von 8 bis 18 Uhr unter Tel. 28 72 00 zu erreichen. Die offene Sprechstunde der Schuldnerberatung der Verbraucherzentrale findet donnerstags zwischen 14 und 16 Uhr statt. Nehmen die Anfragen zu, könnten die Zeiten noch ausgeweitet werden, Tel. 22 65 76 08.

Die Corona-Pandemie zwingt die europäische Wirtschaft zur Vollbremsung. Die deutschen Exporte brechen ein: Stärkster Rückgang seit 1990.

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