Gerd-Kaimer-Stiftung erhält 414 000 Euro

Feuerwehreinsatz in Unterburg endet

Die Aufräumarbeiten gehen weiter: Auf der Wupperinsel wird der Schutt in Containern gesammelt und abgefahren. Foto: Michael Schütz
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Die Aufräumarbeiten gehen weiter: Auf der Wupperinsel wird der Schutt in Containern gesammelt und abgefahren.

Krisenstab aufgelöst – Geschädigte können Soforthilfe beantragen

Solingen. Das Hochwasser ist abgeflossen oder abgepumpt, der Anschluss an Gas, Strom und Wasserleitungen hergestellt: „Weiterhin sind die Technischen Betriebe dabei, Sperrgut und Schutt abzuholen und die Straßen von Schlammresten zu befreien“, erklärte der Chef der Solinger Feuerwehr, Dr. Ottmar Müller, am Montagnachmittag für den Krisenstab der Stadt. Auch in Obenrüden und im Friedrichstal sei der Strom wieder angeschaltet. Die Erreichbarkeit Unterburgs und anderer Stadtteile bleibt aber wegen der Aufräumarbeiten stark eingeschränkt.

Von rund 700 Einwohnern Unterburgs, die von der Evakuierung betroffen waren, hatte die Stadt etwa 200 in Hotels und Notunterkünften einquartiert. Etwa die Hälfte davon habe die Unterkünfte inzwischen verlassen, teilte die Stadt am Montagabend mit. „Wer Unterburg unmittelbar nach der Flut gesehen hat, hätte sicher nicht für möglich gehalten, wie schnell der Stadtteil wieder in Gang kommt“, so Feuerwehrchef Müller, der den Einsatz in Unterburg und an der Wupper für die Feuerwehr für beendet erklärte. Der Krisenstab der Stadt, seit Mittwochabend im Dienst, wurde daraufhin offiziell entlassen.

Bis zum Mittag schon 50 Anträge auf bis zu 3000 Euro Soforthilfe

Neben Aufräumarbeiten läuft die Organisation der Hilfen weiter. Über die Gerd-Kaimer-Stiftung können Geschädigte finanzielle Soforthilfe von bis zu 3000 Euro beantragen. Schon 50 entsprechende Formulare seien bis Montagmittag im Bauwagen in Unterburg ausgefüllt worden, teilte Stadtsprecherin Stefanie Mergehenn auf ST-Anfrage mit. Inhaltlich gesichtet worden seien die Anträge noch nicht. Geld soll noch in dieser Woche fließen, Kriterien seien das Ausmaß des Schadens und die Notwendigkeit „sofortiger Hilfe“. Belegt werden könne das mit Fotos und, falls vorhanden, Quittungen.

Seit Montag berät die Stadt in Unterburg in dem Bauwagen Hochwasser-Geschädigte. Der Stadtteil wurde besonders hart vom Hochwasser getroffen. Für Geschädigte, die nicht in Unterburg, sondern im Bereich Rüden / Glüder / Wipperaue wohnen, werde der Bürger-Bauwagen am Donnerstag und Freitag im Bereich Rüden vor Ort Hilfe anbieten.

414 000 Euro Spenden für Flutopfer sind bereits zusammengekommen

Der Kontostand der Gerd-Kaimer-Stiftung wächst unterdessen an. Um 18.30 Uhr am Montag meldete die Stadt Spenden von fast 414 000 Euro – allein Walbusch kündigte eine Spende über 100 000 Euro an . Das Geld wird dringend gebraucht, für Sachspenden gibt es derzeit hingegen weder Platz noch Bedarf

In vom Hochwasser betroffenen Häusern, in denen die elektrische Anlage unter Wasser stand, seien die Hausanschlusssicherungen nicht zugeschaltet worden, teilen die Stadtwerke (SWS) mit. „In diesen Fällen muss zunächst ein konzessionierter Elektriker die elektrische Anlage überprüfen“, so Lisa Nohl, Sprecherin der Stadtwerke. Die Gasversorgung sei gesichert, in einigen Fällen seien private Heizungsanlagen beschädigt worden. Nohl: „Auch hier muss ein konzessionierter Handwerksbetrieb kontaktiert werden.“

Kehrmaschinen fahren nur eingeschränkt, Papiertonnen werden nicht geleert

Die Technischen Betriebe Solingen (TBS) sind seit Tagen in betroffenen Gebieten im Einsatz und bitten um Verständnis dafür, dass die Kehrmaschinen ihre üblichen Strecken nicht oder nur eingeschränkt fahren. Auch Papierkörbe würden nicht im gewohnten Maße geleert, der Grünschnittcontainer werde für die Entsorgung von Sperrmüll gebraucht.

Im Müllheizkraftwerk können bis auf weiteres keine Anlieferungen von Privatkunden entgegengenommen werden, außer von Betroffenen aus den Hochwassergebieten. „Aktuell kommen laufend Entsorgungsfahrzeuge und Container an. Bevor das Sperrgut, das sie dort gesammelt haben, in den Bunker geworfen wird, muss es gesichtet und sortiert werden. Metallschrott und große Elektrogeräte dürfen nicht in die technischen Anlagen geraten. Dafür wird der Platz vor dem Bunker gebraucht“, so Stadtsprecherin Sabine Rische.

Hilfe

Koordination: Hilfeersuchen und Hilfsangebote werden unter Tel. 14 91 22 30 oder per E-Mail koordiniert: hochwasserhilfe@solingen.de

Spendenkonto Gerd-Kaimer-Bürgerstiftung: Iban DE97 3425 0000 0001 6633 84, „Hochwasser-Hilfe Solingen“

Infohotline zum Hochwasser: Tel. (02 02) 5 63-20 00

Walbusch

Spende: Das Modeunternehmen Walbusch will „besonders zur lokalen Unterstützung“ beitragen und spendet 100 000 Euro. Das teilte das Unternehmen mit. 50 000 Euro gehen an den für betroffene Unternehmen eingerichteten Fonds der IHK, weitere 50 000 Euro an die Gerd-Kaimer-Bürgerstiftung der Stadt. Das Unternehmen wünscht allen Betroffenen „alles Gute und viel Kraft bei der Überwindung persönlicher und materieller Verluste“ sowie beim Wiederaufbau. Der Dank gelte allen ehrenamtlichen und hauptberuflichen Ersthelfern und Einsatzkräften.

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