Probe

Feuerwehr übt Eisrettung am Stiehls Teich

Geduldig wartet Timo im Loch. Der Spezialanzug schützt ihn vor dem eiskalten Wasser.
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Geduldig wartet Timo im Loch. Der Spezialanzug schützt ihn vor dem eiskalten Wasser.

Die Wachgruppe Ohligs nutzte die Minustemperaturen der vergangenen Tage

Von Christian Beier

Solingen. Ein hörbares Knacken wird durch das Eis übertragen, als Feuerwehrmann Timo beherzt auf die weiße Fläche springt. „Noch zwei Meter weiter, aber bleib im Schatten der Bäume, da wird dich das Eis noch tragen. In der Sonne könnte es zu dünn sein“, ruft ihm ein Kollege vom Ufer zu. Der Feuerwehrmann auf dem Eis setzt eine Kettensäge an. Der Zweitaktmotor der Säge kreischt und ein großes Stück Eis wird aus der sonst unversehrten Oberfläche des Stiehls Teich in Ohligs gesägt.

Für die Rettungsübung am Stiehls Teich werden die Einsatzkräfte der Feuerwehr mit Seilen gesichert.

Gesichert wird Feuerwehrmann Timo bei der Übung von einem Kollegen mit einem langen Seil. Auf dem Eis trägt er einen orangefarbenen Spezialanzug, der im Wasser von innen trocken bleibt. „Diese Anzüge werden sonst auf Bohrinseln in der Nordsee eingesetzt.“ Es ist soweit: Timo gleitet über die Kante des Lochs in das etwa vier Grad kalte Nass. Er hat Kontakt zum Grund und kann sogar stehen.

Notwendige Materialien für die Rettung aus dem Eis werden bereitgestellt.

Am Ufer bereiten sich die Kollegen derweil auf die Rettung vor. Auf einem gelben „Spineboard“ bewegt sich Daniel auf dem Bauch liegend über das Eis. Mit den Armen bewegt er sich fort und nähert sich seinem Kollegen, der recht entspannt auf ihn wartet.

Für diese Übung hatte sich die Mannschaft „Eispickel“ gebaut. Ein Griffstück mit einem Nagel, der sich ins Eis bohrt und so ein schnelles Vorankommen ermöglicht. Am Loch angekommen, zieht Daniel mit gekonnten Griffen Timo aus dem Wasser und legt ihn auf das Rettungsgerät. Er selbst hängt sich hinten dran und lässt sich von der restlichen Mannschaft an Seilen zum Ufer ziehen. Einsatzleiter Gottfried Kreuzberg ist zufrieden mit dem Verlauf der Übung.

Das Einsatzfahrzeug der Ohligser Wache kann nah an den Stiehls Teich herangefahren werden.

Die Wachgruppe hatte gestern spontan die Idee, eine Eisrettung zu proben. „Oft kommt es nicht vor, dass wir so viele kalte Tage hintereinander haben und das Eis diese Dicke aufweist. Der Stiehls Teich gehört zum Einsatzbereich der Ohligser Wache. Deshalb haben wir ihn für die Übung ausgesucht.“

Schilder weisen an den Solinger Teichen auf die Gefahr hin

Kreuzberg berichtet, dass es die Menschen oft aufs Eis zieht. Folgendes Szenario sei denkbar: Ein kleines Kind läuft unbedacht auf die zugefrorene Fläche. Es ist leicht und wird von der dünnen Eisschicht getragen. Doch die Eltern, die dem Kind hinterherlaufen, sind zu schwer und brechen ein. „In so kaltem Wasser ist man nach einer Minute bewegungsunfähig. Innerhalb kürzester Zeit ist der Körper unterkühlt, die Überlebenschancen sinken sehr schnell.“

Die Feuerwehr warnt davor, das Eis auch bei langanhaltenden Minusgraden zu betreten, auch wenn es noch so sicher aussieht. Niemand wisse, wie dick die Schicht ist. Es besteht Lebensgefahr. Wer beobachtet, wie eine Person durchs Eis bricht, sollte umgehend die Feuerwehr informieren.

An Solinger Teichen stehen Hinweisschilder, die das Eislaufen und das Betreten des Eises verbieten. In Städten wie München kann dies anders gehandhabt werden. Wenn das Eis mindestens zehn Zentimeter dick ist, kann die Kommune eine Freigabe erteilen.

Feuerwehr probt Eisrettung am Stiehls Teich

Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt.
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt. © Christian Beier
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt.
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt. © Christian Beier
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt.
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt. © Christian Beier
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt.
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt. © Christian Beier
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt.
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt. © Christian Beier
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt.
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt. © Christian Beier
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt.
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt. © Christian Beier
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt.
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt. © Christian Beier
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt.
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt. © Christian Beier
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt.
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt. © Christian Beier
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt.
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt. © Christian Beier
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt.
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt. © Christian Beier
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt.
Die Feuerwehr Solingen hat am Stiehls Teich eine Eisrettung geprobt. © Christian Beier

Rettung

Die Feuerwehr rät: Wer es sich zutraut, kann sich dem Eingebrochenen liegend auf einer großen Auflage – etwa einer Leiter– nähern. An der Einbruchstelle ist das Eis sehr brüchig. Die Person mit Kleidung, Stangen oder Seil herausziehen. Sofort die Feuerwehr alarmieren!

Erst am Mittwochabend hatte die Feuerwehr ausrücken müssen. In Gräfrath stürzte ein Pferd auf glattem Untergrund. Das Tier musste eingeschläfert werden.

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