Bundesweiter Warntag

Feuerwehr testet heute um 11 Uhr die Sirenen

+

Solingen beteiligt sich an einem bundesweiten Warntag, der die Sirenen für die Bevölkerung in Erinnerung ruft.

Von Manuel Böhnke und Björn Boch

Solingen. Um Punkt 11 Uhr heulen heute auch in der Klingenstadt die Sirenen. Grund zur Sorge besteht allerdings nicht. Die Stadt beteiligt sich am ersten bundesweiten Warntag. „Ziel der Sirenen ist, die Bevölkerung im Ernstfall zu warnen“, erklärt Solingens Feuerwehrchef Dr. Ottmar Müller – in Solingen sei das früher häufig der Fall gewesen, wenn zum Beispiel der Eschbach über die Ufer getreten ist.

Ist der Warntag eine neue Erfindung?

Nein. Bereits in den Vorjahren beteiligte sich die Stadt neben eigenen Tests an einer landesweiten Aktion. Nun findet der Warntag erstmals gleichzeitig in ganz Deutschland statt.

Was ist die Idee hinter dem bundesweiten Warntag?

Da vor allem in den 80er und 90er Jahren viele Sirenen vorübergehend abgeschafft worden seien, verfolgten solche Warntage zwei Ziele, sagt Solingens Feuerwehrchef: „Es geht darum, die Sirenen zu testen. Es geht aber auch darum, die Bevölkerung wieder daran zu gewöhnen, dass es diese Art der Warnung gibt“, betont Müller.

Wie läuft der heutige Warntag ab?

Sechs Kräfte der Feuerwehr sind im Einsatz, um die drei mobilen Sirenen der Stadt Solingen an die vorgesehenen Orte zu bringen. Laut Ottmar Müller werden die mobilen Sirenen heute vor allem im Westen der Stadt rund um Ohligs eingesetzt. Außerdem werden die rund 20 stationären Sirenen im ganzen Stadtgebiet vor der fiktiven Gefahr warnen.

Wie wird gewarnt?

Um 11 Uhr geht es zunächst los mit einem Dauerton, ehe ein Heulton auf eine Gefahr hinweist (| Grafik). Zum Abschluss erklingt erneut ein Dauerton zur Entwarnung. Das geschieht laut Pressestelle der Stadt in einem Zeitraum von rund fünf Minuten. Zeitgleich wird eine Meldung in der Warn-App Nina abgesetzt.

Was ist, wenn in meiner Nähe keine Sirene zu hören war?

„Wer keine Sirene hört, muss sich keine Sorgen machen. Wir benötigen auch keine Rückmeldung, sofern keine Sirene zu hören war“, erklärt Müller.

Sollte der Ernstfall eintreten, stehen neben den mobilen und stationären Sirenen bei Bedarf sechs weitere mobile Sirenen der Stadt Wuppertal zur Verfügung, um größere ländliche Bereiche abzudecken. Um die Abdeckung des Stadtgebiets weiter zu verbessern, seien außerdem drei weitere Sirenen bestellt, berichtet die Stadt.

Wie geht die Feuerwehr im Ernstfall weiter vor?

Die Feuerwehr wird dann vor Ort sehr kleinteilig aktiv. Je nach Lage werde an Haustüren geklingelt, außerdem werde über Lautsprecher an den Feuerwehrfahrzeugen zusätzlich mit Durchsagen gewarnt. Aus Gründen des Gesundheitsschutzes und mit Rücksicht auf die Verkehrssicherheit wird darauf heute verzichtet.

Welches Verhalten ist im Ernstfall nötig?

Ertönen die Sirenen in der Stadt abseits einer Übung, heißt es: Ruhe bewahren, Gebäude oder Wohnung aufsuchen und sich Informationen über „Warnmultiplikatoren“ wie das Lokalradio, die Tageblatt-Homepage und die Warn-App Nina einzuholen. Ottmar Müller hat mit dieser App gute Erfahrungen gemacht: „Die Information auf das Handy oder Tablet kommt sehr schnell“ – und, sofern die Ortungsdienste zugelassen seien, auch überall dort, wo man gerade unterwegs sei.

So läuft es in den Nachbarstädten

Wuppertal: Neben mobilen Sirenen, die im Ernstfall an Solingen ausgeliehen werden (die Städte betreiben eine gemeinsame Feuerwehr-Leitstelle), stehen derzeit 34 stationäre Sirenen in Wuppertal zur Verfügung. 13 weitere Standorte sind laut Angaben der Stadt bereits in Planung.

Remscheid: Bisher, erklärt Feuerwehr-Chef Guido Eul-Jordan, gebe es in Remscheid keine stationären Sirenen. Das soll sich ändern. Über ein entsprechendes Konzept werde verwaltungsintern diskutiert, ehe es seinen Weg in die politischen Gremien findet. Die stationären Anlagen bringen laut Ordnungsdezernentin Barbara Reul-Nocke einen höheren Wartungsaufwand mit sich. Gleichzeitig lassen sie sich jedoch im Ernstfall unmittelbar und mit geringem Personalaufwand von der Feuerwache aus steuern. Am heutigen Warntag fahren 25 Kräfte mit acht mobilen Sirenen 94 Warnpunkte in der Stadt ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona: 7-Tage-Inzidenz nur noch knapp über 50 - Stadt verhandelt
Corona: 7-Tage-Inzidenz nur noch knapp über 50 - Stadt verhandelt
Corona: 7-Tage-Inzidenz nur noch knapp über 50 - Stadt verhandelt
Katastrophe trifft gesamtes Stadtgebiet - Anwohner hadern weiter mit Schäden
Katastrophe trifft gesamtes Stadtgebiet - Anwohner hadern weiter mit Schäden
Katastrophe trifft gesamtes Stadtgebiet - Anwohner hadern weiter mit Schäden
Stadt Solingen warnt vor dem Betreten von Waldwegen
Stadt Solingen warnt vor dem Betreten von Waldwegen
Stadt Solingen warnt vor dem Betreten von Waldwegen
Nach Unfall mit hohem Sachschaden: Die L 74 ist wieder frei
Nach Unfall mit hohem Sachschaden: Die L 74 ist wieder frei
Nach Unfall mit hohem Sachschaden: Die L 74 ist wieder frei

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare