Traumberuf Feuerwehrmann

Ralf Wichmann war 37 Jahre bei der Feuerwehr Solingen

Ralf Wichmann leitete gut zehn Jahre die Feuer- und Rettungswache I. Nun geht er nach 37 Jahren bei der Feuerwehr Solingen in den Ruhestand.
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Ralf Wichmann leitete gut zehn Jahre die Feuer- und Rettungswache I. Nun geht er nach 37 Jahren bei der Feuerwehr Solingen in den Ruhestand.

Ralf Wichmann leitete lange die Wache I bei der Feuerwehr Solingen – nun geht er in den Ruhestand.

Von Kristin Dowe

Solingen. Beim ST-Gespräch entschuldigt sich Ralf Wichmann gleich für die angebliche Unordnung, obwohl sein Büro eigentlich recht akkurat aussieht. In der Ecke stehen Kisten, die randvoll mit Aktenordnern bepackt sind. „Ich ziehe gerade aus“, sagt der langjährige Wachleiter der Feuer- und Rettungswache I an der Katternberger Straße, der an diesem Wochenende seine letzte Schicht hat. Nach seinem Urlaub geht der 59-Jährige in den Ruhestand. Eine echte Zäsur, denn von seinen insgesamt 44 Berufsjahren hat Wichmann 37 bei der Feuerwehr Solingen verbracht.

Das Loslassen falle ihm relativ leicht – auch weil er sich nun auf die vor ihm liegende, freie Zeit freue. „An Langeweile werde ich sicherlich nicht leiden“, ist er überzeugt. Aber ein komisches Gefühl werde ihn wahrscheinlich schon überkommen, wenn er seine Kollegen, die er jahrelang jeden Tag gesehen hat, nun nicht mehr so regelmäßig trifft.

An Langeweile werde ich sicherlich nicht leiden.

Ralf Wichmann, langjähriger Leiter der Feuer- und Rettungswache I

Die Feuerwehr habe ihn damals gereizt, als er nach seiner ersten beruflichen Laufbahn als Karosseriebauer beim früheren BMW-Händler Voos und dem Wehrdienst bei der Bundeswehr das Bedürfnis nach einer neuen beruflichen Herausforderung verspürte. „Ich war in meinem alten Beruf zwar nicht unglücklich, konnte mir aber nicht so recht vorstellen, das die nächsten Jahrzehnte zu machen“, so Wichmann. Die Feuerwehr versprach für ihn Abwechslung.

Und diese Erwartung wurde erfüllt. Auf Anhieb bestand er – gemeinsam mit drei weiteren Kollegen – den anspruchsvollen Eignungstest, der neben einer umfangreichen schriftlichen Prüfung auch einen psychologischen und einen sportlichen Part umfasste. Gut die Hälfte der angehenden Feuerwehrleute scheitert an dieser Hürde.

Den anschließenden Ausbildungslehrgang absolvierte er in der Feuerwache III, wo sich heute noch die Feuerwehrschule befindet. „Die Räumlichkeiten waren früher fast genauso wie heute, da hat sich nicht viel verändert“, blickt Wichmann zurück. Später wurde der Solinger zunächst zum Wachabteilungsleiter und schließlich zum Wachleiter der Feuerwache I befördert, in der er nahezu seine gesamte Feuerwehrlaufbahn verbracht hat.

Ein Einsatz sei ihm angesichts der dramatischen Umstände in besonderer Erinnerung geblieben: das Hochwasser in Unterburg im Juli vergangenen Jahres. Nachdem die Situation bei der ersten Fahrt zum Einsatzort zunächst beherrschbar erschien, eskalierte die Situation plötzlich, als das Wasser der Wupper innerhalb kürzester Zeit über die Ufer schoss und den Stadtteil meterhoch überflutete.

„Ich hatte vorher in all den Jahren als Feuerwehrmann noch nie eine Situation erlebt, in der ich den Menschen kaum noch helfen konnte“, so Wichmann. Das sei eine neue Erfahrung gewesen. Gleichzeitig habe ihn aber auch die Welle der Hilfsbereitschaft berührt, als teilweise völlig ortsfremde Menschen nach Unterburg fuhren, um Schlamm zu schippen und die Helfer mit Essen und Getränken zu versorgen. „Das hat mich sehr beeindruckt.

Einen besonderen Dank spricht Wichmann nicht nur seinen Kollegen der Berufsfeuerwehr, sondern auch den Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr für die langjährige gute Zusammenarbeit aus. „Ohne die würde es nicht gehen!“ Nun wünsche er „allen Kollegen, dass sie allezeit heil aus dem Einsatz zurückkehren“. Denn er selbst kann seine Uniform nun mit einem guten Gefühl in den Schrank hängen.

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