Folgen des Toilettenpapiermangels

Feuchttücher machen Probleme im Kanal

Schwer zersetzbare Stoffe werden in Kläranlagen aussortiert. Foto: cb
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Schwer zersetzbare Stoffe werden in Kläranlagen aussortiert.

Kläranlagen sind noch nicht beeinträchtigt.

Von Andreas Tews

Solingen. Der Aufruf der Technischen Betriebe Solingen (TBS) ist bereits einige Wochen alt: Wer wegen des Toilettenpapiermangels auf Taschen- oder Feuchttücher zurückgreifen müsse, solle diese nicht in die Toilette werfen. Dieser Appell habe aktuelle Ursachen gehabt, berichtet Rathaussprecherin Birgit Wenning-Paulsen. Im Kanal seien vermehrt Rückstände aufgefallen, die auf Stoffe zurückzuführen seien, die sich im Wasser nicht so leicht zersetzen wie Klopapier.

Dem Aufruf der TBS schloss sich der Wupperverband zwar an. In dessen Kläranlagen sei aber noch kein erhöhtes Aufkommen an Küchen-, Taschen- oder Feuchttüchern beobachtet worden, berichtet Sprecherin Ilona Weyer.

Solingen: Taschen- oder Feuchttücher gehören in die Restmülltonne

WC-Papier zersetzt sich im Wasser relativ schnell. Weil Feuchttücher diese Eigenschaft nicht haben, können sie Pumpen in der Kanalisation oder in Kläranlagen verstopfen. Das nicht zersetzte Material verdrehe sich darin zopfartig und sorge für Verstopfungen, schildert Weyer. In diesen Fällen müssten die Pumpen jeweils per Hand auseinandergebaut und gereinigt werden, berichtet sie. Dies verursache Kosten und könne sich langfristig auf die Abwassergebühren auswirken.

Für den Einsatz von Taschen- oder Feuchttüchern raten die Technischen Betriebe laut Wenning-Paulsen, sie zu sammeln und in der Restmülltonne zu entsorgen. Auch Speisereste, Öle und Fette sowie Farbreste gehören laut TBS nicht in die Toilette, sondern in den Rest- oder sogar in den Sondermüll. Von WC-Duftsteinen raten sie generell ab, weil sie das Wasser belasten.

Solingen: Desinfektionsmittel haben keine negativen Folgen für das Abwasser

Keine oder nur geringe Auswirkungen auf die Abwasseranlagen hat nach Weyers Angaben der vermehrte Verbrauch von Desinfektionsmitteln. Dies begründet sie damit, dass bei den Handdesinfektionsmitteln der größte Anteil auf der Haut bleibe oder verdunste. Außerdem werde bei vielen Desinfektionsmitteln Alkohol als Wirksubstanz eingesetzt, der in der Abwassermenge stark verdünnt und in den Kläranlagen des Wupperverbandes biologisch abgebaut werde.

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