Öffentliche Feier

Solingen feiert jüdisches Chanukkafest

An der Malteserstraße wird das Chanukkafest begangen.
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An der Malteserstraße wird das Chanukkafest begangen.

Die Veranstaltung findet am 19. Dezember an der ehemaligen Synagoge und im Gymnasium Schwertstraße statt.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Jüdische Traditionen in Solingen wieder sichtbar zu machen, das haben sich die Stadt und die Jüdische Kultusgemeinde gemeinsam zum Ziel gesetzt. „Wir möchten die Schönheiten des jüdischen Lebens wieder mehr in den Vordergrund stellen, die Traditionen, die Herzlichkeit, den Gesang und das leckere Essen“, so Oberbürgermeister Tim Kurzbach gestern bei einem Pressegespräch. Deshalb haben Stadt und jüdische Kultusgemeinde Wuppertal in diesem Jahr erstmals eine öffentliche Feier zum jüdischen Chanukkafest organisiert.

Am 19. Dezember, dem zweiten Tag des traditionell achttägigen Festes, findet die Veranstaltung an der ehemaligen Synagoge an der Malteserstraße statt. Nach einem Gebet des Rabbiners Chaim Kornblum und einer Ansprache von Oberbürgermeister Tim Kurzbach werden der Kammerchor Solingen-West und ein speziell gegründeter Projektchor des Gymnasiums Schwertstraße singen.

„Wir freuen uns sehr über die Idee, an der Gestaltung des Festes mitzuwirken“, betont Kirsten Dicke, Leiterin des Gymnasiums Schwertstraße, die Religions- und Kunstlehrer der Schule in die Vorbereitungen eingebunden hat. Unter der Leitung von Ralf Eumann sei so ein kleiner Chor entstanden, der die hebräischen Lieder einstudiert hat, die gemeinsam mit dem Kammerchor Solingen-West gesungen werden. In den sechsten Klassen haben Projekttage zu jüdischen Festen stattgefunden. „Zudem haben die Unterstufenschüler Kunstwerke rund um den jüdischen siebenarmigen Leuchter, die Menora, geschaffen, die an dem Abend in der Aula ausgestellt werden.“ In der Aula der Schule findet dann auch der musikalische Ausklang des Festes statt.

Chanukkafest in Solingen: Jeden Abend wird eine weitere Kerze angezündet

Die Tradition, Lichter zu entzünden gibt es in vielen Religionen. Auch beim jüdischen Chanukkafest stehen die Lichter im Mittelpunkt. So wird auf dem speziellen neunarmigen Chanukkaleuchter an jedem Tag des achttägigen Festes eine Kerze angezündet. „Die neunte Kerze zündet die jeweils anderen an“, erklärt Leonid Goldberg, Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde.

Gefeiert wird das Fest seit knapp 2200 Jahren, erklärt Goldberg. Damals wurden die Juden vertrieben, der Tempel entweiht. „Der Überlieferung nach dauerte es acht Tage, bis der Tempel wieder geweiht werden konnte“, erzählt Leonid Goldberg. Das letzte verbliebene Kännchen mit koscherem Lampenöl habe auf wundersame Weise für acht Tage ausgereicht – daher das achttägige Fest. Chanukka (hebräisch für „Einweihung“) beginnt jedes Jahr am 25. Tag des jüdischen Monats Kislew, in diesem Jahr dauert es vom 18. bis 26. Dezember.

Die speziellen Chanukka-Lieder, die zum Fest gesungen werden, haben auch der Kammerchor Solingen-West der katholischen Gemeinde St. Sebastian und die Schwertstraßen-Schüler einstudiert. „Das ist eine schöne Bereicherung für unseren Chor, auch wenn die hebräische Sprache eine große Herausforderung war“, erklärt Chorleiter Wolfgang Kläsener.

Auszeichnung für Tim Kurzbach

Beim Neujahrsempfang (Rosh ha-Shana) der jüdischen Kultusgemeinde in Wuppertal war OB Tim Kurzbach im Oktober mit der Goldenen Menora ausgezeichnet worden. Damit ehrt die Gemeinde Persönlichkeiten, die sich um den Dialog zwischen den Religionen verdient machen. „Versöhnung ist für mich neben der persönlichen immer auch eine kommunalpolitische Aufgabe. Deshalb werde ich nicht müde, die Bürgerinnen und Bürger aufzufordern, sich mit Antisemitismus in ihrem beruflichen und privaten Umfeld zu beschäftigen“, sagte Kurzbach anlässlich der Auszeichnung, die ihn stolz und glücklich mache.

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