Bauarbeiten

Fassade wird erneuert: Bald ist die Lutherkirche dicht

Jeweils zwei kürzere Stahlträger in den Fialentürmen dienen als Auflage für das lange Stück, an dem das Hängegerüst befestigt wird.
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Jeweils zwei kürzere Stahlträger in den Fialentürmen dienen als Auflage für das lange Stück, an dem das Hängegerüst befestigt wird.

Dritter Bauabschnitt am Gotteshaus nimmt Fahrt auf. An der Hof- und Rückseite des Gotteshauses stehen in den kommenden Monaten Fassadenerneuerungen an.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Stück für Stück zieht der Kran den Stahlträger in die Höhe. Fünf Zentimeter fehlen, ruft einer der Arbeiter. Mehr als 20 Meter über dem Boden kommt es auf Genauigkeit an. Nach einiger Zeit ist der Träger in der richtigen Position angelangt und kann befestigt werden. Er dient als Basis für das Hängegerüst, das in den kommenden Tagen an der Lutherkirche angebracht wird.

Mit den Arbeiten am Donnerstag hat der dritte Bauabschnitt Fahrt aufgenommen. An der Hof- und Rückseite des Gotteshauses stehen in den kommenden Monaten Fassadenerneuerungen an. „Danach ist die Außenhaut endlich dicht und wir haben keine Probleme mit Feuchtigkeitsschäden mehr“, hofft Hansjörg Schweikhart. Er ist der Vorsitzende des Lutherkirchen-Bauvereins.

Konkret geht es um jeweils zwei Natursteinflächen an beiden Seiten. Deren Bauart begünstige das Eindringen von Feuchtigkeit, was wiederum das darunterliegende Gewölbe belaste, erklärt Heike Geschwind. Die Architektin arbeitet für das Ohligser Unternehmen Richard Architekt, das mit dem Projekt betraut ist. Fachleute sind in den kommenden Monaten damit beschäftigt, die Fugen aufzubohren und zu erneuern. Außerdem bringen sie kleine Kupferschienen an, damit das Regenwasser in Zukunft besser ablaufen kann.

Im Anschluss, kündigt die Architektin an, sollen die umliegenden Bereiche der Fassade auf Schäden untersucht werden. Läuft alles nach Plan, ist der Sanierungsschritt im April 2022 abgeschlossen.

Lutherkirche in Solingen: Bauverein hat seit 1994 mehr als 1,3 Millionen Euro gesammelt

„Das ist ein besonderes Projekt“, betont Geschwind. Unter anderem kommen an der Lutherkirche erstmals Hängegerüste zum Einsatz, um Schäden an den anliegenden Dächern zu verhindern. Die Alternative: In die Fensteröffnungen der Fialentürme wurden gestern jeweils zwei kleinere Stahlträger gezogen. Auf diesen liegen die beiden Grundträger auf, an denen wiederum das Gerüst befestigt wird.

Ein Kran hat die Stahlträger auf mehr als 20 Meter Höhe gebracht. Vor allem an der Rückseite der Lutherkirche brauchte es dafür eine ruhige Hand.

Die Kosten für die drei Bauabschnitte liegen Schweikhart zufolge bei jeweils rund einer halben Million Euro. Ein Teil der Summe kommt von Land und Bund. Einen entscheidenden Beitrag leistet zudem der Lutherkirchen-Bauverein

Mehr als 1,3 Millionen Euro haben Schweikhart und seine Mitstreiter der Gemeinde seit 1994 zur Verfügung gestellt. Der Vorsitzende hat bereits die nächsten Projekte im Blick. „Wenn wir im Außenbereich fertig sind, gibt es in der Kirche einige Baustellen.“

Dabei denkt Schweikhart vor allem an die teils über 100 Jahre alte Elektrik und die Heizung. Auch der Eingangsbereich soll überarbeitet werden. Zudem brauche es eine neue Toilettenanlage und Investitionen in den Brandschutz. Damit verfolgt der Bauvereins-Vorsitzende das Ziel, das Gotteshaus langfristig als attraktiven Veranstaltungsort zu etablieren.

Hansjörg Schweikhart ist der Vorsitzende des Lutherkirchen-Bauvereins. Er hat bereits die Sanierung des Innenbereichs der Kirche im Blick.

Ob und in welchem Rahmen die für Herbst und Winter geplanten Termine stattfinden können, steht aufgrund der Corona-Pandemie noch nicht fest. „Wir hoffen, bald wieder richtig loslegen zu können“, sagt Schweikhart. Die Veranstaltungen sind für den Bauverein eine wichtige Möglichkeit, Geld für die Kirchensanierung zu sammeln. Und das wird dringend gebraucht. Der Vorsitzende geht davon aus, dass die Maßnahmen im Innen- ähnlich teuer werden wie die im Außenbereich. Fördermittel sollen wieder dabei helfen, die mehr als eine Million Euro zusammenzubekommen. Schweikhart ist vorsichtig optimistisch: „An den entscheidenden Stellen kennt man mich inzwischen.“

Geschichte

Die Geschichte der Lutherkirche geht auf das Jahr 1895 zurück. Zwei Jahre später wurden die ersten Pläne für das Gotteshaus vorgelegt. Der Bau begann 1898 und dauerte rund drei Jahre. Ab November 1944 war die Lutherkirche zwischenzeitlich nicht mehr nutzbar: Das Gebäude nahm bei der unachtsamen Sprengung eines Blindgängers schweren Schaden. Seit 1994 setzt sich der Bauverein für die Kirche ein.

www.luki.de

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