Neues Album

Farfarello krönt 40 Jahre Bandgeschichte

Mani Neumann – Frontmann von Farfarello – und Urs Fuchs.. Foto: Christian Beier
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Mani Neumann – Frontmann von Farfarello – und Urs Fuchs.

Trio stellte auf dem Weihnachtskonzert in der Cobra sein neues Album vor.

Von Susan Jörges

Solingen. Es sind die akustischen Gegensätze und die grenzenlose Energie, die die Aufmerksamkeit des Farfarello-Publikums fesseln: zarte oder aufdringliche Geigenklänge, wuchtige und zurückhaltende Bass-Läufe, harmonische sowie disharmonische Gitarrenakkorde im Wechsel. So entsteht eine nahezu grenzenlose Klangvielfalt, für die Farfarello nationale und internationale Aufmerksamkeit erfährt.

Seit fast zwei Monaten ist das 21. Album „Krönung“ auf dem Markt, am Sonntagabend wurde es in der Cobra erstmals vor Publikum gespielt. Das ST präsentierte das Konzert, das mit gut 130 Gästen unter den geltenden Pandemie-Regelungen nahezu ausgebucht war. Gut drei Stunden hielt der Geigenbogen von Farfarello-Kopf Mani Neumann kaum still und führte neben zahlreichen Best-Off-Stücken durch einige der 14 neuen Kompositionen, die Neumann gemeinsam mit dem Gitarristen und Band-Kollegen Ulli Brand entwickelt hat. Mit gleich vier verschiedenen elektro-akustischen Westerngitarren spielte Letzterer mit flinken Fingern in Symbiose mit Neumann. Bassist Urs Fuchs vervollständigt das Trio und ist Mitautor der CD.

Der Name des Albums spricht für sich: Es soll das i-Tüpfelchen der Bandgeschichte sein, die 1982 begann und sich in mehr als zwanzig Alben manifestiert. Doch wie komponieren Musiker ein Album, das die eigene musikalische Geschichte vervollkommnen soll? „Aufgrund der Pandemie konnten wir nur wenige Konzerte spielen. Da haben sich viele Melodien im Kopf angesammelt, die nun endlich niedergeschrieben werden mussten“, erklärt Neumann. In einem Berliner Tonstudio hat die Band die Stücke aufgenommen und dabei interessante Menschen getroffen, die gleich mit aufs Album mussten. So ist der Song „Hope never dies“ – einer der wenigen mit Gesang – aus einer Kooperation mit dem irischen Songwriter Steven Eli entstanden.

„Dafür lohnt es sich zu leben“ ist eine Koproduktion mit dem ehemaligen Sänger und Gitarristen der Ost-Rock-Band Puhdys, Dieter Quaster Hertrampf, und wird auf der im nächsten Jahr erscheinenden Vinyl-Version von „Krönung“ zu hören sein.

Albumpremiere mit besonderen Gästen

Dass sich die anspruchsvolle Farfarello-Musik auch auf anderen Instrumenten spielen lässt, bewies die Mundharmonika-Gruppe Aerotones, die die gesamte Palette der Instrumentenfamilie ausreizte und unter anderem das neue Farfarello-Stück „Hoppegarten“ vertonte.

Leadplayer Hilmar Enkhardt gibt auf der chromatischen Mundharmonika die Melodie vor. Helmut Brand sorgt mit der Akkordmundharmonika für den nötigen Rhythmus. Rainer Wolter ist mit dem Mundharmonika-Bass für die tiefen Töne zuständig und Ulli Brand, Farfarello- und Aerotones-Mitglied, ergänzt mit chromatischer Mundharmonika und Gitarre. Auch Cover-Lieder wie „Viva la Vida“ von Coldplay oder „Spiel mir das Lied vom Tod“ holten das Maximum aus den Harmonikainstrumenten heraus.

Leidenschaft und Kontinuität – ein Erfolgsrezept? Während Streaming-Anbieter im Musikgeschäft an Bedeutung gewinnen und einzelne Hits mit vielen Aufrufen in der Logik der Musikindustrie tendenziell mehr zählen als die Veröffentlichung von Alben, hält das Farfarello-Trio an den herkömmlichen Spielregeln des Musikgeschäftes fest: „Unsere Fans wollen uns live sehen, uns treffen oder zumindest unsere vollständige CD in den Händen halten“, erklärt Neumann. Konzertbesucherin Marita Schröter aus Wülfrath kennt Farfarello seit mehr als 20 Jahren, damals habe die Band in kleinen, engen Clubs gespielt, doch die Leidenschaft und Intensität sei schon immer erkennbar gewesen. „Ihre Musik ist handgemacht und unverwechselbar, sie Leben dafür und strahlen das bei jedem Konzert aus.“

Gerade wegen der Fan-Bindung ist die anstehende Tournee von großer Bedeutung. Trotz der unsicheren Aussichten lasse man sich nicht unterkriegen und behalte sich den Optimismus: „Alles kommt und geht, wir bleiben; und das seit 40 Jahren“, bekräftigt Neumann.

Farfarello in Corona-Zeiten

Eigentlich hätte das Jubiläum schon 2020 mit einer Konzerttournee gefeiert werden sollen. Wie die Band trotz der Hürden Energien gebündelt hat, dokumentierte der Filmproduzent Christoph Felder. Über eine Gruppenfinanzierung konnten finanzielle Mittel für den Filmdreh generiert werden. Sobald möglich, soll dieser auf einem größeren Konzert im kommenden Jahr präsentiert werden. Weitere Informationen zu CD, DVD und Konzerten:
www.farfarello.de

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