Jubiläum

Familienbetrieb setzt auf Qualität und Kontinuität

Feiern gemeinsam das 50-jährige Bestehen des Familienbetriebs Fliesen Koch, wenngleich kein großes Fest geplant ist: Saskia Schmidt (r.), Sandra Worring und Hans Paul Koch. Foto: Christian Beier
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Feiern gemeinsam das 50-jährige Bestehen des Familienbetriebs Fliesen Koch, wenngleich kein großes Fest geplant ist: Saskia Schmidt (r.), Sandra Worring und Hans Paul Koch.

Fliesen Koch feiert 2021 sein 50-jähriges Bestehen.

Solingen. Als Sandra Worring 1986 ihre Ausbildung zur Fliesenlegerin begann, nahmen das nicht alle ernst. „Viele dachten, ich sei eine Eintagsfliege“, erinnert sich die Solingerin grinsend. Doch sie blieb in der Männerdomäne Handwerk am Ball, schloss erst ihre Lehre und drei Jahre später die Meisterschule ab. 2004 übernahm sie von ihrem Vater die Geschäftsführung der Fliesen und Baustoffe H. P. Koch GmbH. Der Familienbetrieb feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen.

Wobei ein großes Fest coronabedingt ausfallen muss. Stattdessen haben sich Worring und ihre Schwester Saskia Schmidt entschieden, lediglich mit den Mitarbeitern auf das Jubiläum anzustoßen. Und die Opfer der Flut Mitte Juli mit einer Spende zu unterstützen.

Ein halbes Jahrhundert ist es her, das Hans Paul Koch den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Das Geschäft startete in zwei Garagen seines Wohnhauses an der Gräfrather Straße. „Ich war es leid, als Geselle rumzulaufen“, erinnert sich der heute 81-Jährige. 15 Jahre später erfolgte der Umzug des Unternehmens an die Demmeltrather Straße. Dort befinden sich bis heute Lager, Werkstatt und Ausstellung.

Azubis und Fachkräfte zu finden, gestaltet sich kompliziert

Nicht nur beim Standort setzt das Handwerksunternehmen auf Kontinuität. „Wir sind ein Familienbetrieb – da zählen wir auch unsere langjährigen Mitarbeiter zu“, betont Saskia Schmidt. Sie ist für den kaufmännischen Teil zuständig. Hinzu kommen drei gewerbliche Beschäftigte und ein Bauhelfer. Dass die Gesichter in der Belegschaft nicht oft wechseln, schätzen auch die meisten Kunden. Mit vielen pflegen die Solinger eine lange Beziehung. „Bei manchen Familien haben wir schon zum dritten Mal das Bad gemacht“, blickt Hans Paul Koch zurück. „Teilweise sieht man die Kinder aufwachsen“, ergänzt Worring.

Seit 35 Jahren verfolgt sie in der ersten Reihe, wie sich der Kundengeschmack und das Handwerk verändern. Heutzutage werde im Bad beispielsweise nicht mehr so hoch gefliest wie noch vor einigen Jahren. Zum Einsatz kommen dabei vor allem große Fliesen, derzeit stehen Beton- und Holzoptik hoch im Kurs. „Die Arbeit hat sich ziemlich stark gewandelt, die Bauchemie ebenso“, erklärt Worring. Einfacher habe das den Beruf nicht gemacht. Die 53-Jährige legt Wert darauf, dass ihre Firma ein Meisterbetrieb ist.

Dieses Qualitätsversprechen mache sich auch in der Corona-Krise bezahlt. „Die Menschen haben in ihr Eigentum investiert“, sagt Saskia Schmidt. Die Auftragslage sei gut. Eher gestalte es sich schwierig, allen Kunden zeitnah gerecht zu werden. Bedarf für zwei weitere Gesellen habe Fliesen Koch. Doch neue Mitarbeiter zu finden, sei kaum möglich. Auch Lehrlinge scheint die körperlich anstrengende Arbeit abzuschrecken.

Sandra Worring hat den Schritt ins Handwerk nie bereut: „Man sieht am Abend, was man geschafft hat.“ Und dass eine Maschine den Job eines Tages übernimmt, müsse auch niemand fürchten, ist ihr Vater überzeugt. Fliesensetzmaschinen habe es bereits vor 50 Jahren gegeben. „Bis die eingestellt waren, hatte ich die Wand fertig.“

Familienbetrieb

Seit 1971 existiert Fliesen Koch in Solingen-Wald. Gründer Hans Paul Koch hat das Unternehmen 2004 in die Hände seiner Tochter Sandra Worring übergeben. Seitdem ist die Fliesenleger-Meisterin Geschäftsführerin. Unterstützung im Verkauf erhält sie von ihrer Schwester Saskia Schmidt.

www.fliesen-koch-solingen.de

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