Pandemie

Fahrgästemangel in Stadtwerke-Bussen

Ende des Monats wird es Kunststoffscheiben in allen Bussen der Verkehrsbetriebe geben. Foto: Christian Beier
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Ende des Monats wird es Kunststoffscheiben in allen Bussen der Verkehrsbetriebe geben.

Ab Ende dieses Monats soll der Ticketverkauf wieder in allen Fahrzeugen der Verkehrsbetriebe möglich sein.

Von Moritz Jonas

Zwar werden aktuell immer mehr Mitarbeiter von ihren Betrieben ins Homeoffice geschickt, um Begegnungen in der Öffentlichkeit zu vermeiden. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass der öffentliche Personennahverkehr gänzlich überflüssig wird. Es gibt immer noch genügend Menschen, die auf das Bus-Angebot der Stadt angewiesen sind. Auch wenn es deutlich weniger sind, als in den Jahren zuvor.

Trotz aller bestehenden und geplanten Sicherheitsvorkehrungen sei die Zahl der Busfahrgäste 2020 deutlich zurückgegangen, berichtet Silke Rampe, Sprecherin des Verkehrsbetriebs der Stadtwerke. Auch wenn es hierzu noch keine genauere Statistik gebe, erklärt sie: „Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Zahl der Bus fahrenden Menschen gesunken ist. Das bekommen wir täglich zu sehen.“ In einer Pressemitteilung betonen die Stadtwerke aber, dass der gewohnte Fahrplan trotz Corona wie üblich fortgeführt werden kann.

Solingen: Ticketverkauf bald wieder in allen Linienbussen

Außerdem werde intensiv daran gearbeitet, dass der Ticketverkauf bald wieder in allen Bussen möglich sei, erklärt Rampe. Zurzeit ist dieser ausschließlich in den O-Bussen möglich. Bis Ende des Monats sollen aber alle Fahrzeuge mit Trennscheiben ausgestattet sein – und dadurch für den Verkauf von Tickets freigegeben werden. Eigentlich sollte diese Umstellung schon im Dezember vollzogen sein, aber wie so oft in diesen Tagen, sei das durch Corona ausgebremst worden, sagt Rampe. Allerdings empfehlen die Verkehrsbetriebe, auch nach der Umstellung – wenn möglich – von einem Erwerb des Fahrscheins im Bus abzusehen, um direkte Kontakte zu vermeiden.

Tickets könnten auch im Vorverkauf und über andere Verkaufskanäle erworben werden, beispielsweise kontaktlos über die Handy-Ticket-App, am Fahrkartenautomaten an den Bahnhöfen oder in einer der Vorverkaufsstellen. Die Kundencenter an der Kölnerstraße sowie am Hauptbahnhof seien geöffnet.

Solingen: Das ändert sich bei Abonnements und Ticketlaufzeiten

Auch bei den Abo- und Ticketlaufzeiten gibt es ein paar Änderungen. Abonnements können nun jeweils zum 15. eines Monats zum Monatsende gekündigt werden. Neu sei, dass bei einer Kündigung in den ersten zwölf Monaten eine Gebühr von einmalig 20 Euro erhoben werde, unabhängig von der Nutzungsdauer in diesem Zeitraum. Ab dem zweiten Vertragsjahr gelten die bestehenden monatlichen Kündigungsregelungen weiterhin. Dann sei eine Kündigung des Abos jederzeit zum 15. eines Monats zum Monatsende ohne weitere Kosten möglich, erklärt Rampe. 4er- und 10er-Tickets, sowie 24- und 48-Stunden-Fahrscheine sowie Zusatz-Tickets aus dem vergangenen Jahr seien noch bis zum 31. März 2021 gültig und können für Fahrten mit Bus und Bahn im jeweiligen Geltungsbereich genutzt werden.

Auch im neuen Jahr wird nicht weniger Wert auf die Hygiene und Sauberkeit in den Fahrzeugen gelegt. Die Busse würden weiterhin regelmäßig gereinigt werden, ganz besonders würden dabei sämtliche Berührungsflächen berücksichtigt. Zudem würden die Busse immer durchgelüftet, sobald die Möglichkeit dazu bestünde, sagt Rampe.

Die Maskenpflicht, die bereits seit April in den Bussen gilt, wird laut Rampe nach wie vor sehr gut eingehalten: „Ich kann sogar sagen, die Masken werden mittlerweile noch besser angenommen, es ist schon zur Normalität geworden.“

Ganz selten sei es der Fall, dass die Kontrolleure oder Fahrer mal einen Fahrgast darauf aufmerksam machen müssten, eine Mund-Nase-Maske zu tragen – oder gar von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und den Fahrgast des Busses verweisen müssten.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert.

Hintergrund

Eigentlich waren ab dem 11. Januar 15 Zusatzbusse eingeplant, diese sollten den morgendlichen Schulverkehr entzerren. Nach der Umstellung auf Homeschooling sind die zusätzlichen Fahrzeuge erstmal nicht notwendig. Allerdings sei man stets bereit, die Busse wieder zu reaktivieren, wenn sie gebraucht würden, sagt Silke Rampe von den Verkehrsbetrieben. Innerhalb von vier bis sieben Tagen könnten die Busse wieder bereitgestellt werden.

Standpunkt

redaktion@solinger-tageblatt.de

Ein Kommentar von Moritz Jonas

Wohl niemand wird es einem aktuell übelnehmen, wenn er sich lieber alleine in sein Auto setzt, als in einen öffentlichen Bus. Und das, obwohl die Verkehrsbetriebe aktuell alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Fahrt mit dem Bus so sicher wie möglich zu gestalten. Schuld am Fahrgäste-Rückgang ist alleine die Entwicklung, dass viele von uns derzeit wegen der Corona-Pandemie jegliche Art von Menschenansammlungen meiden. Man geht eben lieber selbst auf Nummer sicher bei der Frage, ob alles virenfrei ist. Es fehlt ein Gefühl von Sicherheit, dass vor einiger Zeit noch ganz selbstverständlich war. Nichtsdestotrotz, egal wie prekär die Lage aktuell auch ist und vielleicht noch wird: Es wird immer Menschen geben, die darauf angewiesen sind, dass die Busse fahren. Und diese Personen werden es zu schätzen wissen, dass so explizit auf die Hygiene in den Fahrzeugen geachtet wird. Und irgendwann wird auch der Rest wieder lieber entspannt im Bus sitzen, als sich selbst durch den Verkehr zu kämpfen. Dafür bedarf es nur wieder eines Gefühls von Sicherheit. Das wird allerdings noch Zeit brauchen.

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