Grenzwerte werden überschritten

10.100 Solinger leiden - Tempo 40 soll für Lärmschutz sorgen

Für Anwohner der Schützenstraße ist die Lärmbelastung besonders hoch. Experten empfehlen Tempo 30 oder 40. Foto: Michael Schütz
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Für Anwohner der Schützenstraße ist die Lärmbelastung besonders hoch. Experten empfehlen Tempo 30 oder 40.

Für den städtischen Aktionsplan gegen hohe Geräuschbelastung liegt ein Entwurf vor.

Von Andreas Tews

Solingen. 10.100 Solinger leiden ganztägig unter hohen Lärmbelastungen. Für 12.400 übersteigt die Geräuschbelastung die für nachts geltenden Grenzwerte. Auf diese Zahlen aus dem Jahr 2018 reagiert die Stadt mit einem Lärmaktionsplan. Ein Entwurf der vom Rathaus beauftragten Experten liegt jetzt vor. Er sieht vor allem für die Hildener-, Eller- und Bonner-, Cronenberger- sowie die Schützenstraße Fahrbahnsanierungen und Tempolimits von 30 oder 40 Stundenkilometern vor. Dies soll jetzt öffentlich diskutiert werden.

Städte sind gesetzlich dazu verpflichtet, Lärmaktionspläne aufzustellen und dabei die Öffentlichkeit zu beteiligen (siehe unten). Das Ziel sei, „die Umweltqualität in Bezug auf den Umgebungslärm zu verbessern“, erklärt Rathaussprecherin Sabine Rische. Mit der Erstellung des Plans hatte die Stadt das Aachener Verkehrsingenieurbüro Aviso beauftragt. Das hat mit dem Akustik- und Umweltschutz-Ingenieurbüro Stocker (Haltern am See) zusammengearbeitet.

Die Lärmkartierung weist 10130 Menschen mit ganztägig hohen Belastungen aus.

Aus dem Lärmaktionsaktionsplan

In den ersten Schritten der Planung hatte die Stadtverwaltung den Verkehrslärm im Stadtgebiet erfasst und in Karten festgehalten. Rische: „Es wurden Straßenabschnitte ermittelt, an denen eine hohe Einwohnerdichte und eine starke Lärmbelastung zusammentreffen.“ Von sehr hoher Lärmbelastung sind in diesen Bereichen ganztägig 1990 Solinger betroffen; nachts sind es 3730.

Diese liegen in erster Linie an den beiden Bundesstraßen 224 und 229, im Bereich Kronprinzen- und Kuller Straße, an den Hauptverkehrsstraßen in Aufderhöhe sowie in Wald im Bereich Weyer- und Rembrandtstraße und in Ohligs an Hildener-, Eller- und Bonner Straße. Auf der Basis dieser Erkenntnisse haben die externen Ingenieure für die Stadt Vorschläge erarbeitet, wie die Lärmbelastung für Anwohner, aber auch im Bezug auf Schulen oder andere öffentliche Einrichtungen gemindert werden kann.

Hildener Straße: Für die Hildener Straße versprechen sich die Experten nicht nur von der bereits erfolgten Sanierung der Fahrbahndecke eine Entlastung. Die Stadtverwaltung solle auch prüfen, ob die Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 40 Stundenkilometer herabgesetzt werden kann.

Cronenberger Straße: Auch für die Cronenberger Straße soll ein entsprechendes neues Tempolimit geprüft werden. Zudem empfehlen die Experten eine Fahrbahnsanierung und die Prüfung einer verbesserten Fahrradinfrastruktur.

Schützenstraße: Für die Schützenstraße empfehlen die Ingenieure den städtischen Verkehrsplanern ebenfalls, grundsätzlich Tempo 40 in Betracht zu ziehen. Für die Bereiche vor Altenheimen, der IHK-Lehrwerkstatt und an Schulen raten sie zu einer Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern. Gegenüber dem Lärmmessungszeitraum im Jahr 2018 erhoffen sie sich auch von der bereits erfolgten Fahrbahndeckenerneuerung im östlichen Bereich der Schützenstraße Verbesserungen zwischen Stockkamp und Burger Landstraße.

Bürgerbeteiligung

Der Lärmaktionsplan kann bis Montag, 31. Januar, auf der Homepage der Stadt eingesehen werden. Wer keinen Internetzugang hat, kann sich unter Tel. 2 90 65 52 melden. Bis Montag, 7. Februar, können Bürger Vorschläge schriftlich abgeben. Per Mail an umweltplanung@solingen.de oder per Post an Stadt Solingen, Bonner Straße 100, 42687 Solingen.
www.solingen.de/laermaktionsplan

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