Kosten

Experte gibt Tipps zum Energiesparen

Einige Tipps zur Hand hatte Energieberater Rudolf Klapper beim Vortrag in der Stadtbibliothek.
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Einige Tipps zur Hand hatte Energieberater Rudolf Klapper beim Vortrag in der Stadtbibliothek.

Wer wissen will, wie viel Strom Geräte nachts verbrauchen, sollte abends und morgens den Zähler ablesen.

Von Daniela Neumann

Solingen. Über die neue Reihe „Treffpunkt Bibliothek+“ bietet die Solinger Stadtbibliothek mit dem Seniorenbüro verlässliches Wissen. Dabei geben Fachleute Tipps zu Themen, die derzeit viele Menschen bewegen. Diese Woche ging es im Lichtraum der Bibliothek an der Mummstraße ums Energiesparen. Als Experte sprach Architekt Rudolf Klapper, Energieberater der Verbraucherzentrale.

Lage: Stromzähler checken und Temperaturen messen

Als erstes habe er von Hause aus einen Blick auf das individuelle Gebäude, sagte Klapper in seinem Vortrag. Auch zum Thema Sanierung berät entsprechend die Verbraucherzentrale. Aktuell gehe es bei vielen vorrangig um Fragen von laufenden Kosten rund um das Sparen von Heizenergie und Strom.

Um hier grundsätzlich eigenes Einsparpotenzial zu ermitteln, könne eine einfache Erhebung gemacht werden: „Lesen Sie mal abends vor dem Zubettgehen und dann wieder morgens nach dem Aufstehen den Stromzähler ab.“ Nutzen: „Dann kriegt man raus, wie viel Strom verloren geht ohne direkten Verbrauch.“

Rudolf Klapper erläuterte, dass darüber der sogenannte Stand-by-Betrieb offenbart wird. Abgesehen von elektrischer Warmwasserbereitung liege der höchste Stromverbrauch mit 28 Prozent durchschnittlich bei der Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik. Und die fresse im Stand-by-Modus, also dem dauerhaften Bereit- und Angeschaltetsein, meist unnötig Strom.

Oft genutzte Geräte könnten über eine Steckerleiste angeschlossen sein; seltener genutzte sollten hingegen, beispielsweise über eine Schaltsteckleiste, bei Nichtgebrauch ganz abgeschaltet werden vom Netz. Ob das etwa bei einem Router fürs Internet über Nacht Sinn ergebe oder bei Druckern übers Wochenende, solle im Einzelfall über die Art des Gerätes überprüft und abgesprochen werden.

Wie man Energie sparen kann – und wie nicht

Selbst bei prozentual weniger stromziehenden Bereichen wie Beleuchtung bringe die Umrüstung auf LED jede Menge: Sie brauchen nur knapp ein Zehntel, konkret sechs bis acht statt 60 Watt im Vergleich zu einer Glühlampe.

Bei allen Haushaltsgeräten lohne grundsätzlich eine Überprüfung auf mögliche Energiesparweise und die Energieeffizienzklasse. Es komme immer an auf die Frage, wie man leben wolle und könne, sensibilisierte Klapper. Wer einen PC nutze, könne überlegen, irgendwann zu einem 70 Prozent weniger stromziehenden Laptop zu wechseln. Geräte wie Waschmaschine oder Geschirrspüler könnten grundsätzlich im Eco-Modus zum Energiesparen laufen. Hier gehe es aber auch um Hygiene, stellten er und ein Zuhörer heraus: Ab und an 60 Grad zum Säubern seien dabei nötig.

Eine Grenze beim Sparen von Heizenergie liegt hingegen bei 16 Grad Celsius. Das bedeutet im Durchschnitt: „Das Thermostat bitte nicht unter 2 stellen“, empfiehlt Rudolf Klapper. Kühlten Räume zu sehr aus, drohe Schimmelbildung. Auch hier hänge die konkrete Leistung von den individuellen Einstellungen ab, sprich dem Ventil unter dem Thermostatknopf am Heizkörper. Stichwort für eine Überprüfung sei der sogenannte hydraulische Abgleich durch einen Fachbetrieb – und selbst mal die Temperatur in den Räumen zu messen. Dafür gibt es bei der Verbraucherzentrale kostenlos ein Messkärtchen (siehe auch Kasten).

Die ideale Raumtemperatur liege allgemein in einem genutzten Bad bei 21 bis 22 Grad, in der Küche bei 18 Grad, im Schlafzimmer bei 16 bis 18 Grad und im Wohnzimmer bei 20 bis 21 Grad. Stufe 3 am Thermostat sei normalerweise gleichzusetzen mit erreichbaren 20 Grad, zum Vergleich: Stufe 4 für 24 Grad.

Ob selbst oder mit Fachleuten – auch diese Maßnahmen helfen: Lüfttipps beachten, Rolladen/Vorhänge nutzen, Fenster abdichten, Zugluftstopper an Tür, Heizung entlüften, Heizkörper innen entstauben, Bereiche dämmen.

Lesen Sie auch: Krisen kosten die Stadt 380 Millionen Euro

Informationen

Bei der Verbraucherzentrale kann ein Verbrauchsmessgerät gratis ausgeliehen werden. Kostenlos gibt es auch Temperaturmesskärtchen, Checklisten, Beratung.

Zentrale: Tel. 02 11 33 99 65 55

Stichwort Energiepreiskrise/Energielotse: verbraucherzentrale.nrw

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