Prozess am Landgericht

Ex-Freundin vergewaltigt – drei Jahre Haft für Angeklagten

Das Landgericht in Wuppertal.
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Das Landgericht in Wuppertal.

Das Landgericht verurteilt einen 34-Jährigen aus Solingen für die Vergewaltigung seiner Ex-Freundin.

Von Dirk Lotze

Solingen. Für die Vergewaltigung seiner Ex-Freundin (26) und für weitere Gewalt in der früheren Beziehung des Solinger Paares soll ein 34 Jahre alter Angeklagter ins Gefängnis. Das Landgericht Wuppertal verurteilte den nicht vorbestraften Selbstständigen wegen Vorwürfen aus 2016 zu drei Jahren und sechs Monaten Haft. Bewährung gibt es bei dieser Höhe nicht.

In dem mehrtägigen Prozess hatte als letzter der Vater (62) der Geschädigten ausgesagt. Er erklärte den Richterinnen und Richtern, er habe erst jetzt von seiner mittlerweile geschiedenen Frau erfahren, was damals vorgefallen sein soll: „Dass er sie vergewaltigt und zu ersticken versucht hat und dass er dann noch mehrfach Gewalt angewendet hat – wenn ich das früher gewusst hätte, dann wäre inzwischen was passiert.“ Die Tochter habe sich womöglich geschämt, ihm zu sagen, um was es in dem Verfahren ging.

Laut Urteil kam es im Mai 2016 zu erster Gewalt des Angeklagten aus Eifersucht, in einer Diskothek. Eine Bekannte des Paares rief die Polizei.

Die Vergewaltigung soll sich an einem Morgen des folgenden Septembers ereignet haben. Ort war das Zimmer der Frau in ihrem Elternhaus. Die Mutter sagte aus, sie halbe Schreie „Mama, Hilfe!“ gehört und sei zur Tochter geeilt. Der Angeklagte habe die verschlossene Tür geöffnet und habe gesagt: „Ich habe nichts gemacht.“ Am Abend folgte die Anzeige bei der Polizei.

Die Geschädigte hat ausgesagt, die Beziehung mit mehreren Trennungen sei „vergiftet“ gewesen. Der Angeklagte habe sie beherrschen wollen. Vor der Vergewaltigung sei sie ihn mit Handy-Nachrichten angegangen, damit er sich trennen sollte: Sie habe ihm vorgespielt, sie wolle sich prostituieren. In ihrem Zimmer habe er ihr Handy kontrolliert und sie als „Hure“ und „Nutte“ beschimpft. Er habe sie auf ihrem Bett festgehalten und ihr Geschlechtsverkehr aufgezwungen. Das Gericht geht davon aus, dass er Macht demonstrieren wollte.

„Wir haben keinen vernünftigen Zweifel.“

Vorsitzender Richter

Handy-Nachrichten des Mannes zufolge nahm er bei laufenden Ermittlungen vier Wochen später erneut Kontakt auf. Es kam erneut zu Treffen und Party-Besuchen. Drei der Verabredungen führten zu neuen Strafverfahren gegen den Mann wegen Körperverletzung. In einem Fall soll er der Geschädigten in einem Hotelzimmer ein Kissen aufs Gesicht gedrückt haben.

Die Strafe übertrifft den Antrag der Staatsanwaltschaft um drei Monate. Der Vorsitzende Richter stellte klar: „Wir haben keinen vernünftigen Zweifel.“ Die Aussage der Frau werde durch Beweise und neutrale Zeugen gestützt.

Der Angeklagte ist auf freiem Fuß. Das Urteil kann er angreifen.

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