Handel

C&A in Solingen erstrahlt in neuem Licht

Bei der gestrigen Wiedereröffnungs des C&A am Neumarkt stürmten die Kunden um Punkt 11 Uhr regelrecht das Geschäft (oben). Auch eine Kaffeebar gibt es dort, wo Barista Selcun Karademir hinter dem Tresen steht (links unten). In einer ladeneigenen Schneiderei nimmt Schein Akar (rechts unten) Änderungswünsche entgegen. Fotos: Christian Beier
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Bei der Wiedereröffnung des C&A am Neumarkt stürmten die Kunden um Punkt 11 Uhr regelrecht das Geschäft.

Nach Renovierungsarbeiten öffnete das Bekleidungsgeschäft am Neumarkt wieder seine Pforten. Die Kunden standen Schlange.

Von Kristin Dowe

Kopfschüttelnd steht eine ältere Dame vor der minütlich länger werdenden Schlange vor dem Haupteingang von C&A. „Das ist ja absoluter Wahnsinn! Da stelle ich mich jetzt nicht an.“ Schon lange vor der Wiedereröffnung tummeln sich am Donnerstag am frühen Morgen die ersten Kunden vor der Filiale am Neumarkt. Grund für den Ansturm dürfte nicht zuletzt eine Werbe-Aktion von C&A sein, bei der die ersten 100 Besucher Warengutscheine erhielten. Der Plan geht auf. Mit Musik und unter rhythmischem Klatschen der Mitarbeiter erobern um Punkt 11 Uhr die ersten Besucher das Geschäft.

Auch eine Kaffeebar gibt es dort, wo Barista Selcun Karademir hinter dem Tresen steht.

Mehrere Wochen hatte C&A seine Pforten wegen Renovierungs- und Umbauarbeiten geschlossen. Optisch kann sich das neue Store sehen lassen. Die Räume wirken hell und freundlich, die Waren sind luftig drapiert. Jung, hip und modern will sich der Bekleidungshersteller inszenieren. Genaue Zahlen über die Investition will Unternehmenssprecher Jens Völmicke nicht nennen, doch sei ein „einstelliger Millionenbetrag“ in den Umbau geflossen.

C&A setzt auf technische Neuerungen

Die Digitalisierung macht sich in der Filiale in vielen Neuerungen bemerkbar: So sind die Kabinen mit Touchpads ausgestattet, über die der Kunde einen Verkäufer zur Beratung rufen oder eine andere Größe bestellen kann. In einer separaten Ecke können im Internet bestellte Waren abgeholt werden. Außerdem gibt es Selbstscanner-Kassen, wie sie in Deutschland etwa Ikea schon seit längerer Zeit anbietet. Dort können die Kunden ihre Waren selbst abkassieren und sich informieren, ob ein Artikel beispielsweise online verfügbar ist. „Da muss man die Leute natürlich ein wenig heranführen“, sagt Filialleiterin Sarah Vater. Sie sei zuversichtlich, dass das Angebot gut angenommen wird. Ein weiterer Service: In einer kleinen Änderungsschneiderei im Geschäft können Kunden ihre Hosen direkt vor Ort kürzen lassen.

In einer ladeneigenen Schneiderei nimmt Schein Akar (rechts unten) Änderungswünsche entgegen.

Völmicke ergänzt: „Wir modernisieren unsere Filialen laufend und probieren Dinge aus. Die Verbindung von Online und Offline ist ein Riesenthema für uns“, erklärt der Sprecher. Denn der Handel im Netz verschmelze immer stärker mit dem stationären Einzelhandel. Letzterer habe nicht nur in Solingen, sondern auch in anderen Städten zu kämpfen, sagt Völmicke. „Für uns ist der Umbau des Stores auch eine klare Zusage zum Standort Solingen.“

Standpunkt von Kristin Dowe

Großen Anklang bei den Kunden findet eine Kaffeebar, wo sie während des Einkaufs eine Pause einlegen können. Ein Barista versorgt dort die Gäste mit Kaffee und Gebäck. Bei der Aufteilung des Sortiments können die Solinger auf Bewährtes vertrauen: Unten befindet sich wie gehabt die Damenabteilung, oben die Bekleidung für Herren und Kinder. Eine weitere Besonderheit des Geschäfts: Kunden können sich T-Shirts mit ihrem Lieblingsmotiv oder einem Spruch vor Ort bedrucken lassen.

C&A AM NEUMARKT

GESCHICHTE Das Gebäude am Neumarkt, wurde 1977 erbaut und C&A war von Anfang an dort untergebracht.

REAKTIONEN Die meisten Kunden begrüßten auf Nachfrage die Wiedereröffnung von C&A mit Blick auf die zahlreichen Leerstände und den oft beklagten „schleichenden Niedergang“ in der Solinger Innenstadt.

Im Zuge des Umbaus hat die Filiale am Neumarkt auch personell aufgestockt: 20 Neueinstellungen habe es gegeben, so dass nunmehr 40 Beschäftigte im Verkauf tätig seien, berichtet Völmicke. Auch das Thema Nachhaltigkeit spiele bei C&A inzwischen eine große Rolle. War das Unternehmen gemeinsam mit anderen Branchengrößen wie H&M in der Vergangenheit immer wieder Kritik ausgesetzt, dass sie zu extrem günstigen Konditionen in Entwicklungsländern produzieren lassen, bekundet C&A zumindest den Willen zur Veränderung.. Völmicke: „C&A ist Mitbegründer eines Zusammenschlusses großer Marken, die sich gemeinsam für Nachhaltigkeit in der Produktion engagieren.“ 

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