Aktion

Wiederaufforstung: Erste Spenden für „Blauer Wald“ fließen

Das Fällen toter Fichten hat auch in Gräfrath kahle Stellen entstehen lassen. Dort setzt sich Georg Meyer mit der Aktion „Blauer Wald“ für die Wiederaufforstung ein. Fotos: Christian Beier
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Das Fällen toter Fichten hat auch in Gräfrath kahle Stellen entstehen lassen. Dort setzt sich Georg Meyer mit der Aktion „Blauer Wald“ für die Wiederaufforstung ein.

Solinger Unternehmer Georg Meyer setzt sich für Wiederaufforstung ein.

Von Philipp Müller

Nach Angaben der Stadt stehen auf 100 Hektar des Solinger Waldes Fichten, die zum großen Teil abgestorben sind, gefällt wurden oder werden. Ein Aufforsten der kahlen Waldbereiche hatte die Stadt bereits angekündigt. Hilfe kommt im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements „Blauer Wald“ jetzt durch den Unternehmer Georg Meyer, der sich selbst „Klima-Schorsch“ nennt. Denn die Kostenfrage für die neuen Bäume ist alles andere als geklärt.

Seine persönliche Motivation ist dabei klar: „Ich bin in dem Wald aufgewachsen.“ Im Winter fielen die toten Fichten an vielen Hügeln der Solinger Wälder unter lautem Getöse der Kettensägen. Sogar die Verbindungsstraße zwischen Remscheid und Solingen wurde dazu in Müngsten gesperrt. Beim Nachhaltigkeitstag der Stadt Solingen hatte der Solinger schon die Idee seiner Aktion „Blauer Wald“ am 26. Juni vorgestellt.

Georg Meyer hat die Aktion „Blauer Wald“ ins Leben gerufen.

Sie trägt den Namen, weil er mit dem Begriff „Blau“ an den Blauen Planeten erinnern will, den es zu erhalten gelte. Jetzt zieht er in Sachen Spendenbereitschaft die erste Bilanz: „Obwohl wir noch keine Werbung gemacht haben, sind schon 10 000 Euro eingegangen.“ Hilfe habe der Kreishandwerkermeister Arnd Krüger angekündigt, der die Handwerksbetriebe anschreiben wolle. Meyer selbst und seine Mitstreiter verteilen zusätzlich Flyer in Firmen in Gräfrath und Mitte. Er sucht dafür noch Unterstützer für die anderen Stadtteile.

„Ich bin in dem Wald aufgewachsen.“

Georg Meyer, „Blauer Wald“

Georg Meyer bewegt sich gerne im Wald und war über die Ausmaße der Baumfällaktion in Gräfrath kurz hinter dem Ende der Oberen Holzstraße Richtung Wupper entsetzt. Er rief die Aktion „10 000 Bäume in 100 Tagen“ ins Leben. Auf seiner Homepage gibt „Klima-Schorsch“ sogar das Ziel 100 000 Bäume aus.

Die Stadt Solingen mit dem Stadtdienst Natur und Umwelt unterstützt die Aktion. So gibt es ein Spendenkonto bei der Stadt (| Kasten), auf das Geld für die Bäume überwiesen werden kann. 3,50 Euro ist der Fixbetrag für jeden Setzling. Doch das werde für die Aufzucht nicht reichen, erklärt Stadtsprecherin Sabine Rische. „Die jungen Pflanzen brauchen am Anfang Pflege, das wird zusammen mit dem Bäumchen jeweils rund zehn Euro kosten.“ Das ist auf fünf Jahre bezogen.

Das Rathaus begrüßt die Aktion. Denn mindestens 50 der 100 betroffenen Hektar Fichtenwald sollen wieder mit Setzlingen aufgeforstet werden. Laut Meyer braucht man dafür 100 000 Setzlinge. Ziel ist dabei ein Mischwald mit heimischen, möglichst Trockenheit aushaltenden Bäumen. Auf den weiteren 50 Hektar soll beobachtet werden, was dort bereits natürlich nachwächst. Auch das werde durch die richtige Pflege unterstützt, erläutert Rische.

Waldstück in Solingen-Gräfrath wird zum „Ort der Nachhaltigkeit“

Zugleich wird das Waldgebiet, in dem die ersten Bäume aus der Aktion von „Klima-Schorsch“ gepflanzt werden, einer der Orte der Nachhaltigkeit. Meyer arbeite dabei auch mit Revierförster Benjamin Klask zusammen. Die Nachhaltigkeitsbeauftragte der Stadt, Ariane Bischoff, hatte angekündigt, dass es mittelfristig viel mehr dieser markanten Punkte in Solingen geben soll. Die Nachhaltigkeitsstrategie will einen deutlich schonenderen Umgang mit natürlichen Ressourcen erreichen – und das möglichst in allen Feldern des täglichen Lebens.

In Sachen „Blauer Wald“ kann aber eine Euphorie über einen schnellen Erfolg nicht ausbrechen. Stadtsprecherin Rische verweist darauf, dass Saatgut und Setzlinge für das Wiederaufforsten nicht leicht zu bekommen sind. „Die Baumschulen haben sehr gut zu tun.“ Doch erste Neupflanzungen gibt es bereits, so hatten die Stadtwerke als Betreiberin der Sengbachtalsperre dort mehr als 10 000 Bäume im Frühjahr gesetzt. Und Meyer ist auch nicht untätig. Er sucht jetzt in Solingen Erfinder, die für die jungen Bäume einen „Verbiss-Schutz“ gegen Wildtiere erfinden, der sich nach drei Jahren selbst auflöst und zu Dünger wird.

Spendenaktion

Die Stadt hat für „Blauer Wald“ ein Konto eingerichtet und stellt auch Spendenquittungen aus: Stadtkasse Solingen, IBAN: DE85 3425 0000 0000 0027 66, Verwendungszweck: 89920000016832.

Meyer selbst verzichtet in seiner Firma Smart-Klima darauf, Pakete an Kunden kostenlos zu verschicken. Die eingenommenen Versandkosten spendet er.

www.klimaschorsch.de/der-blaue-wald

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