Historisches Foto

Wer erkennt diesen Ort?

Was suchen wir heute? Wo befindet sich der gesuchte Ort auf dem Foto?
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Was suchen wir heute? Wo befindet sich der gesuchte Ort auf dem Foto?

Das Denkmal der Liëwerfrau am Fronhof wurde vergangene Woche von vielen ST-Lesern erkannt.

Von Katharina Birkenbeul

Solingen. Obwohl sie schon einige Zeit in Koblenz wohnt, hat Karin Fetz das Denkmal, das sich auf dem historischen Foto noch im Bau befindet, direkt erkannt. „Die gesuchte Person ist die Liëwerfrau.“ Geschaffen hat das Kunstwerk der Bildhauer Erlefried Hoppe. Eingeweiht wurde die bronzene Skulptur am 13. September 1958, weiß Elke Steinhaus. Zu finden ist es am Treppenaufgang vom Kirchplatz zum Fronhof in der Innenstadt. ST-Leserin Ute Schulz bezeichnet die Liëwerfrau als „wichtigste Plastik mit Bezug zur Solinger Industrie“.

„Ich glaube aber, dass das Foto nicht die Enthüllung bei der Einweihung zeigt, sondern ich kann mich erinnern, dass die Liëwerfrau mal zu ihrem Schutz abgedeckt wurde wegen Bauarbeiten oder Baumfällarbeiten“, fragt sich Steinhaus. An dem Schürzensaum, der jedoch unter der Verhüllung hervorlugt, erkannte auch Regina Mengel die Figur.

„Die Liëwerfrau war die Ehefrau eines Heimarbeiters. Sie trug die Halb- und Fertigware von einem Kotten an der Wupper den Berg hinauf zu den Betriebsstätten der Fabrikanten. Dort erfolgte die Entlohnung“, beschreibt Norbert H. Posthum die Tätigkeit einer Liëwerfrau, die sie bei jedem Wind und Wetter durchführen musste. Zudem sei nebenbei der Haushalt zu führen gewesen. Freizeit hatten die Liëwerfrauen deshalb keine.

„Es ist die wichtigste Plastik mit Bezug zur Solinger Industrie.“
ST-Leserin Ute Schulz

Die Kleidung der Frau sei typisch für eine Liëwerfrau, schreibt Ute Schulz. Auf dem Kopf habe sie den Lieferkorb auf einem Lieferring (Kopp-pölf) zum Warentransport. „Dieser Korb hatte die Bezeichnung „Gedrag“. Das Fassungsvermögen lag bei 304 Teilen, nämlich 25 mal ein Dutzend plus 4 Zugabe. Bei den Heimarbeitern wurde die Liefermenge stets in Dutzend ausgedrückt“, weiß Norbert H. Posthum.

Heute steht die Liëwerfrau, bereits seit vielen Jahren dem Wetter trotzend, immer noch am Treppenaufgang zum Fronhof.

„Noch bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts waren sie im Stadtbild vertreten. Nach dem Liefern an die verschiedenen Lieferanten, den Einkäufen für den Haushalt, traf man sich am Wetzheiler Bahnhoff, dem Café Kramer in der Stadt“, so Ute Schulz weiter.

Regina Mengel hingegen erinnert sich, dass dann immer vom „Witzheldener Bahnhof“ die Rede war.

Der Bildhauer Erlefried Hoppe, der die Plastik kreierte, wurde als Sohn des Solingers Ferdinand Otto Hoppe 1910 in Nürnberg geboren. Nach dem Besuch der Metallfachschule bei Professor Paul Woenne studierte er an der Düsseldorfer Kunstakademie unter anderem bei Ewald Mataré. 1948 trat Erlefried Hoppe in die Dombauhütte des Kölner Doms ein, wo er 30 Jahre als Dombildhauer tätig war. Er starb 1992.

„Als Schüler musste ich eine Zeichnung der Liëwerfrau fertigen. Ich habe damals das Objekt in Augenschein genommen und vor Ort eine grobe Skizze gefertigt“, erinnert sich Norbert H. Posthum an seine Schulzeit.

„Zum Zöppkesmarkt war sie immer ein beliebter und bekannter Treffpunkt, wenn man sich mit jemandem verabredet hatte. Zu einem Zöppkesmarkt entwarf mein Chef, Goldschmiedemeister Werner Winckemann, eine kleine Liëwerfrau, nur 1,5 cm groß, und ließ diese mehrfach in Silber gießen. Diese kleinen Anhänger wurden verkauft, und jeder Lehrling und Geselle bekam so einen Anhänger geschenkt. Mein damaliger Chef lebt schon lange nicht mehr, aber die kleine Liëwerfrau steht noch heute in meinem Setzkasten“, freut sich Elke Steinhaus.

Das neue Rätselbild

Was suchen wir heute? Wo befindet sich der gesuchte Ort auf dem Foto? Welche Erinnerungen verbinden Sie damit oder mit der Umgebung? Senden Sie uns Ihre Antworten bis kommenden Donnerstag, 15. Oktober, mit dem Vermerk „Historisches Foto“ an Solinger Tageblatt, Redaktion, Mummstraße 9, 42651 Solingen oder per E-Mail an die Redaktion. Foto:

redaktion@solinger-tageblatt.de

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