Historisches Foto

Erkennen Sie, was wir heute suchen?

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Erkennen Sie, was wir heute als historisches Foto suchen?

Das Rätselbild der vergangenen Woche zeigte den Landeplatz. Dort kamen Patienten aus der gesamten BRD an – heute steht dort das Radprax-Gebäude.

Von Moritz Jonas

Solingen. In unserem historischen Foto der vergangenen Woche suchten wir den ehemaligen Hubschrauberlandeplatz an der St. Lukas Klinik in Ohligs. Viele Leser haben den Anfang der Siebzigerjahre errichteten Landeplatz wiedererkannt.

Für manch einen führte sogar der tägliche Weg zur Arbeit über den Landeplatz am Ohligser Klinikum. So zum Beispiel für Dorothea Unger. Die dort ansässige kieferchirurgische Abteilung unter der Leitung von Dr. Dr. Haneke habe damals auch über die Stadtgrenzen Solingens hinaus einen hervorragenden Ruf genossen, berichtet Unger. Für Kinder aus der gesamten Bundesrepublik, die eine Gaumenspalten-Operation benötigten, sei sie ein echter Segen gewesen, erzählt Unger. Zumeist seien diese Fälle dann mit dem Hubschrauber in die Klinik eingeflogen worden. Genauso wie Unfallopfer der nahe liegenden Autobahn. Aber auch Kinder, sowie Schwerstverletzte aus Kriegsgebieten, wurden über den Landeplatz in die Klinik eingeliefert, weiß Unger.

Mit beginn der Siebziger landeten hier Patienten, die im Klinikum behandelt werden sollten.

Doch nicht nur für die schnellstmögliche Versorgung von Patienten wurde der Hubschrauberlandeplatz bemüht. Auch die lokale Prominenz setzte dort am Boden auf, wie Norbert H. Posthum weiß. Bernd Wilz, welcher von 1974 bis 1983 Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Solingen war, sowie später Mitglied im Bundestag und parlamentarische Staatssekretär beim Bundesministerium der Verteidigung, sei dort einmal mit einem Hubschrauber der Bundeswehr gelandet. Der mit dem Landeplatz verbundene karitative Gedanke wurde auch von dem Nachfolger Dr. Dr. Hanekes, Dr. Th. Merholz, weitergeführt, berichtet Unger.

In der Folge sei der Landeplatz aber stillgelegt worden. Der Grund sei die enge Anbindung zum Naturschutzgebiet in der Ohligser Heide gewesen. Denn die immer weiter in die Höhe wachsenden Bäume hätten im Laufe der Jahre immer erschwerendere Landebedingungen für die Piloten geschaffen, die das Klinikum in Ohligs anfliegen wollten.

Im Januar 1973 wurde der Landeplatz eingeweiht

Laut Andrea Friedberger und Norbert H. Posthum, gibt es aber noch einen weiteren Grund, weshalb der Landeplatz nicht mehr existiert. Denn wie beide wissen, sei an dieser Stelle im Zuge von Baumaßnahmen das Radprax-Gebäude entstanden. Dieses Gebäude befindet sich auch heute noch dort.

Die ehemalige Klinik-Mitarbeiterin Gabi Görtz berichtet von einem Tag der offenen Tür 1988. Auf dem abgebildeten Platz sei nonstop Livemusik gespielt worden, ein Rettungshubschrauber konnte besichtigt werden, genauso wie Fahrzeuge der Feuerwehr.

Heute steht am ehemaligen Hubschrauberlandeplatz das Radprax-Gebäude und die dazugehörigen Parkplätze.

Wie ST-Leserin Gabi Büdenbender berichtet, habe sie von Ende der 90er Jahre bis 2003 Babyschwimmkurse im Schwimmbad am Klinikum gegeben – und habe dabei des Öfteren nicht unweit des Hubschrauberlandeplatzes geparkt. „Ich habe aber nie gesehen, dass dort ein Hubschrauber gelandet ist“, sagt Büdenbender.

Ein großes Rätselraten unter den Lesern ist bei der Frage entstanden, wann das historische Foto aufgenommen wurde. Dora de Bacle mutmaßt, das Foto könne nicht vor 1967 entstanden sein und liegt damit richtig. Denn eingeweiht wurde der Hubschrauberlandeplatz am 19. Januar 1973.

Eines ist gewiss: Die Solinger kennen ihren Landeplatz immer noch. „Man hört aber auch heute noch als Wegbeschreibung: Gehen Sie über den Hubschrauberlandeplatz“, erzählt Friedberger.

Das neue Rätselbild

Erkennen Sie, was wir heute als historisches Foto suchen? Was verbinden Sie mit dem Motiv? Woran erinnern Sie sich? Senden Sie uns Ihre Antworten und Geschichten doch bitte bis Donnerstag, 21. Januar, mit dem Vermerk „Historisches Foto“ an das Solinger Tageblatt, Redaktion, Mummstraße 9, 42651 Solingen oder per E-Mail an die Redaktion. Foto: ST-Archiv

redaktion@solinger-tageblatt.de

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