Historisches Foto

Erkennen Sie diese Treppe?

Was verbinden Sie mit dem Motiv?
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Was verbinden Sie mit dem Motiv?

Das Rätselbild der vergangenen Woche zeigte die Fleußmühle. Dort betrieb Familie Gaschk für zehn Jahre einen Bauernhof, bevor sie nach Australien auswanderte.

Von Moritz Jonas

Solingen. In der Auflösung des historischen Fotos aus der vergangenen Woche geht es dieses Mal um die Fleußmühle. Diese liegt zwischen Schrodtberg und Kohlfurt, wie Leserin Judith Schreiber richtig anmerkt. Die malerische Gegend rund um die Mühle lädt viele zum idyllischen Spaziergang ein. „Wenn wir daran vorbeispazieren, wirken Haus und Grundstück so, als wären sie aus der Zeit gefallen, historisch, bergisch, in Schuss gehalten, einsam und ruhig gelegen, wunderschön“, sagen Verena Kara-Jahn und Andreas Pluszynski.

Das seit 1984 unter Denkmalschutz stehende Gebäude gibt es bereits seit Anfang des 17. Jahrhunderts.

Die Fleußmühle findet 1715 das erste Mal Erwähnung auf einer Karte, wie Regina Mengel berichtet. Das Gebäude, das heute noch Bestand hat, wurde aber vermutlich erst 1758 erbaut, so stehe es an der Tür und dem Mühlengetriebe, weiß Norbert H. Posthum. Im Laufe der Jahre sei die Mühle stets nach ihren Besitzern benannt worden. Sie trug die Namen Friesenmühle, Feddersmühle, Kohlenmühle, Fleußmühle, Fleusmühle und Christiansmühle, sagt Mengel. Allerdings habe sich der Name Fleußmühle dann etabliert.

„Die Fleußmühle war mein erstes Zuhause.“
Leserin Brigitte Jones

Nach dem Zweiten Weltkrieg kauften Erich und Martha Gaschk das Grundstück rund um die Fleußmühle. „Die Fleußmühle war mein erstes Zuhause“, sagt Brigitte Jones. Sie lebte dort von 1954 bis 1964 mit ihren Eltern Wilhelm und Leni Gaschk und ihren Geschwistern. Sie hat schöne Erinnerungen an die Zeit, als ihre Eltern dort einen Bauernhof betrieben. „Dort hatten wir Schweine, Kühe, Kälber und Gänse, die mochte ich aber nicht und ich glaube, die mochten mich auch nicht“, schreibt Jones. Da erinnert sie sich lieber an die Kühe zurück, denn es sei immer ein Schauspiel gewesen, wenn sie im Frühling zurück auf die Weide getrieben wurden, berichtet sie. Genauso gerne erinnert sie sich an die jährliche Kartoffelernte. „Da kamen immer alle Nachbarn, um zu helfen, und anschließend gab es immer Kaffee und Streuselkuchen für alle“, schreibt Jones.

Auch heute wird das Gebäude der Fleußmühle in der Kohlfurth noch bewohnt. 2008 gab es dort einen Brand.

Auch Jones Cousins Willi und Bernd Klapper sowie ihre Cousine Sigrid Mischnik haben noch einige Erinnerungen an die Besuche bei ihrer Tante und ihrem Onkel. „Bei meiner Tante gab es immer leckere Pfannkuchen und wir konnten über die Obstwiese laufen und Kirschen und Pflaumen direkt vom Baum essen“, erinnert sich Willi Klapper. Seine Schwester Sigrid Mischnik kann sich noch gut an das Kakaotrinken auf der Veranda erinnern, nachdem sie zuvor durchs Gelände gestreift waren.

Obwohl er zu dieser Zeit noch sehr jung war, hat Bernd Klapper eine genaue Vorstellung von dem Weg, den sie stets auf sich nahmen, um zu seiner Tante und seinem Onkel zu kommen. „Wir gingen zu Fuß, von oberhalb des Ortskernes Gräfraths führte der Weg über Ketzberg eben zur Fleußmühle“. Aber neben den vielen schönen Erinnerungen verbindet die Familie auch ein schreckliches Erlebnis mit der Fleußmühle. 1961 ertrank Jones Bruder Volker im Goldfisch-Teich. „Das Bild von diesem Herzeleid wird immer bei mir bleiben“, schreibt Jones. Drei Jahre später wanderte sie dann mit ihren Eltern nach Australien aus. In der Folge zogen neue Besitzer ein.

1984 wurde das Haus in die Denkmalliste der Stadt Solingen aufgenommen. 2008 gab es in dem Gebäude einen großen Brand, ausgelöst durch eine Tischlampe. Der Schaden betrug damals 200 000 Euro. „Das machte mich sehr traurig“, sagt Elke Steinhaus.

Das neue Rätselbild

Erkennen Sie, was wir heute als historisches Foto suchen? Was verbinden Sie mit dem Motiv? Welche Erinnerungen haben Sie? Senden Sie uns Ihre Antworten und Geschichten doch bitte bis kommenden Donnerstag, 4. Februar, mit dem Vermerk „Historisches Foto“ an das Solinger Tageblatt, Redaktion, Mummstraße 9, 42651 Solingen oder per E-Mail. Foto: ST-Archiv

redaktion@solinger-tageblatt.de

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